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Wo die Mühle klappert

Mit Kindern wandern: Am klaren Wasser

Durch den Wald am Altenberger Dom führt die Wanderung mit Kindern. Auf 4,5 Kilometern schnuppert man Wald, entdeckt verwunschene Plätze, streift über abenteuerliche Holzbohlenwege und lernt den Märchenwald kennen.

Wer schon mal den Altenberger Dom besichtigt hat, weiß wie idyllisch es dort ist. Doch wo in seiner Nähe gibt es eine Kurzwanderung, die auch mit Kindern Spaß macht? Im nahegelegenen Pfengstbachtal! Ein breiter, gut befestigter „Kultur- und Waldlehrpfad“ führt durch das Wiesental – vorbei an ehemaligen Steinbrüchen, Relikten einer alten Mühle und schwarzem Holunder.

Wegbeschreibung:

Unsere Tour beginnt am Parkplatz Rösberg. Von dort gehen wir durch die Unterführung und wandeln geradeaus auf alten Pfaden durch die betagte Klosteranlage. Nach wenigen Metern kommen wir am riesigen Dom vorbei. Gleich dahinter biegen wir nach rechts auf das Theodor-Heuss-Päddchen ein. Hier weist bereits ein Schild auf den Kultur- und Waldlehrpfad hin. Links fällt der Blick auf eine große Wiese, auf der oft Schafe weiden. Entlang der steinalten Kirchenmauer marschieren wir geradeaus auf eine Unterführung zu, die wir erneut durchqueren. Nun laufen wir noch ein ganz kurzes Stück geradeaus auf dem breiten Fußgängerweg den Hügel hinauf und dann an der Straße entlang, bis zum Parkplatz Bülsberger Weg, in den wir rechter Hand abbiegen. Tipp: Alternativ kann man die Wanderung hier beginnen. Nun folgen wir für rund 200 Meter der kleinen, wenig befahrenen Waldstraße, die eine Rechtskurve macht – und kommen dabei an Fischteichen vorbei, die ehemals zur Abtei gehörten und die Ordensbrüder mit dicken Karpfen versorgten.

Es riecht nach Wald

Dann biegen wir nach links auf den Kultur- und Waldlehrpfad ein, der im Abstand von wenigen Metern von Infotafeln gesäumt ist. Dem Auge eröffnet sich nun eine wunderschöne, naturbelassene Auenlandschaft durch die der schmale Pfengstbach fließt. Dann taucht schon das erste Infoschild am Wegrand auf. „Alter Bergbau“ steht darauf.  Rechts von uns wächst dunkler Fichtenwald, dichtes Moos bedeckt den Boden. Es riecht nach Wald! Dann kommen wir an einem weiteren kleinen Steinbruch vorbei, in dem Sandstein abgebaut wurde. Hier befindet sich eine Bank für eine erste Rast.

Wenig später taucht am Wegesrand ein Schild mit der Aufschrift „Hohlweg“ auf. Wer den Hang hinaufschaut, sieht in der Tat überwucherte Gräben. Hierbei handelt es sich um die Überbleibsel von alten Handelswegen, die früher das ganze Land durchzogen haben. Im Lauf der Jahrhunderte haben sie sich unter anderem durch die Schwere der Karrenräder zum Teil mehrere Meter tief in die Erde gesenkt. Anschließend passieren wir ein „Siefen“, wie im Bergischen ein kleines wasserführendes Nebental genannt wird. Dann taucht linker Hand auf dem Hügel ein Haus auf, das aussieht wie ein Hexenhäuschen.

Unsere nächste Station ist die Japanlärche, eine Baumart, die vor über 100 Jahren aus den japanischen Bergen zu uns gebracht wur de. Wir wandern noch rund 300 Meter unter hohen Bäumen weiter geradeaus (Achtung: nicht dem Wanderweg A6 zum Bach folgen!). Nun kommen wir am Schild „Hainbuche/ Weißbuche“ vorbei und erreichen dann die Relikte der Spezarder Mühle, auf die ebenfalls ein Schild hinweist. Die Schutzhütte linker Hand (Achtung: im Sommer liegt sie recht versteckt im Grünen und der Weg dorthin ist etwas zugewachsen) bietet einen perfekten Platz für eine Pause. Nach der Rast kehren wir um oder gehen noch 150 Meter weiter bis zum alten Mühlenteich und laufen dann wieder zurück zur Japanlärche.

Ein abenteuerlicher Holzbohlenweg

Hier biegen wir ab und folgen dem Weg rechts ins Tal hinunter. Für ein kurzes Stück führt eine steile Treppe nach unten, sodass der Kinderwagen einmal getragen werden muss. Unten geleitet uns eine Holzbrücke über den Bach. Ein abenteuerlicher Holzbohlenweg bringt uns auf die andere Seite des Tales. Wir kommen an einem Faulbaum vorbei. Auf weichem Waldboden geht es nun auf der anderen Talseite zurück. Ein munteres Rinnsal sprudelt am Weg. Wem es warm geworden ist, der kann die Füße in ihm abkühlen. Vielleicht keine schlechte Idee, denn nun kommt noch eine etwas heftigere Steigung.

An der alten mächtigen Traubeneiche macht unser Pfad eine Schleife. Ein weiterer kleiner Wasserlauf springt über den Weg. Dann stehen wir vor einer 160 Jahre alten Rotbuche mit riesigen Wurzeln. Achtung: Bald führt der Weg ein kurzes Stück über die Höhe und es geht am Rand ganz schön tief hinunter. Kleinere Kinder sollten daher beaufsichtigt werden. Tief unten blickt der Pfengstbach durch die Zweige, seinen mäandernden Verlauf kann man von oben gut sehen. Farne und Brombeeren begleiten unseren Weg.

Märchenwald zum Abschluss

Dann sollte man noch einmal die Lungen mit der frischen, aromatischen Waldluft füllen, denn schon bald tauchen wieder die großen Fischteiche auf. Sie werden vom Pfengstbach gespeist, der wiederum bald in die Dhünn mündet. Auf gleichem Weg geht es zurück zum Dom. Wer noch etwas verweilen möchte oder den Picknickkorb noch nicht ausgepackt hat: Rechts neben dem Dom führt der Klaus-Koch-Weg zu einem Teich. Hier stehen auf der großen Wiese mehrere Bänke mit Tischen. Im Winter reckt ein Gespensterbaum seine kahlen Äste unheimlich in den Himmel. Anschließend können wir uns überlegen, ob wir wirklich schon nach Hause fahren wollen. Denn gleich um die Ecke liegt der Märchenwald. Der ist spannend für die Kleinen, und die Großen werden an die eigene Kindheit erinnert – aber: Er liegt am Hang. Das geht ganz schön in die Waden. (Foto oben: Gerti Keller; Foto unten: David Bosbach)

Öffnungszeiten, Preise und weitere Informationen zum Märchenwald Altenberg

Die Wanderung stammt auszugsweise aus:

Mit Kindern wandern
Die schönsten Touren für die ganze Familie rund um Köln

Gerti Keller, Michael Fehrenschild
192 Seiten mit 118 farbigen Abbildungen, 18 Karten,
12 cm x 20,5 cm, kartoniert

Erschienen im Bachem-Verlag
14,95 Euro
(ISBN: 978-3-7616-2607-8)

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Länge Ca. 4,5 Kilometer
Wege Meist ebener Rundweg mit einigen leichten und einer etwas heftigeren Steigung.
Kinderwagentauglichkeit/Alter Mit Kinderwagen gut machbar, nur einmal muss er eine längere Treppe heruntergetragen werden. Da es neben dem Weg auf kurzen Strecken seitlich recht steil hinunter geht, sollten kleinere Kinder auf diesen Abschnitten an die Hand genommen werden. Für jedes Alter.
Anfahrt mit PKW Über Köln-Dünnwald, Richtung Schildgen. Parken: Parkplatz Rösberg. Alternative Parkmöglichkeit für eine kürzere Wanderung ohne Dombesichtigung ist der Parkplatz Bülsberger Weg (siehe Text).
Anfahrt mit ÖPNV Entweder mit der S 11 nach Bergisch Gladbach, weiter mit Linienbus 432, oder mit der S 6 nach Leverkusen (www.bahn.de), weiter mit Linienbus 212.

 

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