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Mitten in der Eifel

Im Rurtal bis ins pittoreske Monschau

Die fünfstündige Wanderung führt vom Ende des Rursees immer entlang des Flüsschens Rur bis mitten hinein ins malerische Eifelstädtchen Monschau.

Die Wanderung wird geprägt durch den Fluss. Die Rur bahnt sich hier ihren Weg durch ein schmales Tal. Der Wanderweg verläuft mal auf der linken, mal auf der rechten Uferseite, immer in Hangnähe. Wald, Wiesenauen und offenes Gelände wechseln einander ab, sodass eine ausgewogene landschaftliche Mischung geboten wird.

Die Wanderung entstammt dem Buch "Der Weitwanderweg durch die Eifel". Dieses beschreibt den ersten Weitwanderweg durch die Eifel und bietet gleichzeitig alternative Rundwege und Tagesetappen. Die sorgfältig ausgearbeiteten Touren stellen in nur 14 Tagen eine Region mit vier gänzlich unterschiedlichen Landschaften vor. Die einzelnen Etappen haben durchschnittlich eine Länge von 20 bis 25 Kilometern. Die Routenziele sind in der Regel kleine Orte mit viel Atmosphäre, gelegen in Rur-, Kalk-, Ahr- und Vulkaneifel.

Wegbeschreibung:

Wir starten unsere Wanderung am Parkplatz in Einruhr, gehen über die B 266 in südliche Richtung, am Ufer des Sees entlang, und folgen Weg Nr. 22 bis Dedenborn (30 Min.). Es handelt sich um einen Forstweg, nur der letzte Kilometer verläuft auf Asphalt. Im Ort gehen wir nach den ersten Häusern links mit dem Zeichen „offener Winkel“ und Nr. 32 bergauf. Der Weg führt am Hang oberhalb der Rur teils durch Wiesen, teils durch Wald. Wo ein kleiner Bach (Riffelsbach) von links kommend, mit der Markierung „A3“ quert, folgen wir ihm nach rechts, durch einen Hohlweg bis nach Hammer (ca. 1,5 Std.).

Wir gehen am Campingplatz vorbei bis zur Hauptstraße, dann links durch den Ort in Richtung Eicherscheid. Nach einer scharfen Rechtskurve folgen wir weiterhin dem „offenen Winkel“ nach links in einen Hangweg oberhalb der Rur. Es geht durch Eichenwälder an moosbewachsenen Felsen vorbei, durch Misch- und Fichtenwald, bis wir wieder an die Rur kommen (45 Min.). Bei der Brücke queren wir die Rur und folgen der K 26 aufwärts nach Widdau (nach rechts, 1 km Asphalt) zum Gasthaus Küpper.

Einkehr in der "Landwirtschaft von früher"

Nicht nur das gemütliche Ambiente, auch die riesige Auswahl von selbstgebackenem Kuchen laden zum Verweilen ein. Lohnenswert ist ein Blick in die Scheune. Alte Gebrauchsgegenstände und Geräte aus der Landwirtschaft werden zur Schau gestellt. Zu besonderen Anlässen wird die Scheune zum Gastraum mit spezieller Atmosphäre.

Wir folgen dem „A1“ in den Ort aufwärts. An der Kapelle vorbei gehen wir ca. 300 m rechts in die Straße, die als „A1“ markiert ist, und verlassen die Ortschaft. Nach 1 km, an einem Wegekreuz, halten wir uns rechts, abwärts mit dem „offenen Winkel“ Richtung Grünental. Achtung! Nach ca. 300 m biegt der „Winkel“ nach rechts durch die Wiesen ab, wir gehen geradeaus, unmarkiert in den Wald. Bald kommen wir an die Rur und halten uns immer auf der linken Seite des Flusses talaufwärts. Der Weg geht in einen Pfad über, und es hat oft den Anschein, als ginge es nicht weiter. Aber es ist richtig.

Nach 45 Min. erreichen wir die Kluckbachbrücke. Wir überqueren die Rur und halten uns links mit dem „offenen Winkel“ auf einem Waldweg, immer in unmittelbarer Nähe des Flusses, weiterhin talaufwärts bis Monschau (1.45 Min.). Wir wandern an der Kläranlage vorbei, zum Campingplatz Rosenthal, immer auf der rechten Uferseite bis nach Monschau (Gesamtzeit 5 Std.).

Monschau - Paradestädtchen wie aus dem Bilderbuch

Eein Paradestädtchen wie aus dem Bilderbuch eingebettet im engen Rurtal. Mit seinen prachtvollen Fachwerkhäusern rund um den Marktplatz und seinen gepflasterten, engen Gassen ist es ein Ort der Ruhe und Beschaulichkeit. Die Stadt zeugt von einem großen Wohlstand, war doch Monschau eine der bedeutendsten Tuchmacherstädte im Mittelalter. Die Patrizierhäuser sind ein Relikt aus dieser Epoche.

Noch heute fühlt man sich in diese Zeit versetzt, der denkmalgeschützte Stadtkern mit seinen verwinkelten Gassen, seinen Fachwerkfassaden und natürlich der gewaltigen Burganlage hoch über der Stadt verstärken diese Impressionen. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Doch der Eindruck täuscht. Es verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart. Alljährlich im Sommer findet die „Monschau Klassik“ im Burghof statt. Dann wird das Städtchen zur Pilgerstätte der Opernfreunde. Hier findet sich eine gelungene Symbiose aus Tradition und Moderne.

So kann man den Glasmachern bei der Arbeit zusehen und erleben, wie aus glühender Masse Gebrauchsgegenstände kunstvoll gefertigt werden, z. B. aus einem Rohling ein edles Trinkgefäß. Oder man kann in der Senfmühle Zeuge werden, wie zwischen riesigen Mahlsteinen die Senfkörner zermahlen und durch Zugabe von speziellen Ingredienzien unterschiedliche Geschmacksrichtungen hergestellt werden – vom grobkörnigen bis zum sämigen Senf. Oder man schaut den Bierbrauern über die Schulter. Dort wird die Tradition natürlich ganz besonders hoch gehalten. Waren sie es doch, die das Reinheitsgebot auslobten und festlegten, welche Zutaten Verwendung finden durften. Da ist man im Biermuseum am richtigen Platz und kann sich vor Ort kundig machen. In den alten Gewölbekellern schmeckt natürlich auch das Original Zwickelbier, eine Monschauer Spezialität, ganz besonders gut.

Eisiger Wind, kahle Landschaft

Wer die rasante Entwicklung der Film- und Fotogeschichte nachvollziehen möchte, für den ist ein Besuch im „Eifeler Photografica & Film Museum“ ein absolutes Muss. Zahlreiche Exponate aus den Anfängen der Fotografie sind hier zusammengetragen worden und wechselnde Ausstellungen spannen den Bogen zur Gegenwart. Stilvolle Restaurants, Cafés und urige Kneipen bieten einheimische Spezialitäten. Monschau, mit all seinen Sehenswürdigkeiten, lädt zum Verweilen ein.

Auf der Hochebene geht es rauer zu als im Tal. Hier peitscht der eisige Wind über die kahle Landschaft. Seit Generationen weiß man sich vor den kalten Westwinden zu schützen. Man legte Hecken an. Kunstvoll und mit ausgeklügeltem System werden die Äste miteinander verwoben und verflochten. Diese Methode ist weit, bis nach Belgien hinein, verbreitet. Man spricht von dem „Monschauer Heckenland“ und unterscheidet zwei Arten der Heckenformen. Da ist einmal die Haus- und zum anderen die Flur- oder Viehhecke. Beide haben die gleiche Funktion, Menschen und Tiere vor den starken Winden zu schützen. Die Flurhecke hat noch einen Doppelnutzen. Dient sie vorrangig zur Eingrenzung der Viehweiden und zum Schutz der Tiere, ist sie zusätzlich noch Holzlieferant. In gewissen Abständen lassen die Bewohner Bäume herauswachsen, die so genannten „Durchwachser“, die dann als Brennholz dienen. (Foto: Jochen Rüffer und Christiane Rüffer-Lukowicz)

Die Wanderung stammt auszugsweise aus:

Der Weitwanderweg durch die Eifel - Vom hohen Venn bis zur Vulkaneifel
14 Tagesetappen
Christiane Rüffer-Lukowicz, Jochen Rüffer
172 Seiten, mit 120 farbigen Abbildungen und 15 Karten
12,0 x 20,5 cm

Erschienen im Bachem-Verlag, März 2006
14,95 Euro (ISBN: 3-7616-1988-X)

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Anfahrt: Mit dem PKW: Von Köln A 1 bis Abfahrt Wißkirchen, dann B 266 Richtung Gemünd bis Einruhr.
Mit ÖPNV (Tel.-Nummer für Bus & Bahn 0 18 03/50 40 30): Mit der DB bis Kall (Strecke Köln-Trier), dann mit Nationalpark Shuttle SB 82 nach Vogelsang, dort Wildnislinie 63
Schwierigkeitsgrad: Einfache Wanderung ohne nennenswerte Steigungen.
Anstiege: 183 m
Abstiege: 52 m
Länge/Dauer: Ca. 5 Std. reine Wanderzeit
Besondere Hinweise: Getränke mitnehmen!
Einkehrmöglichkeiten: In Widdau „Gasthaus Küpper“
Rückkehrmöglichkeiten zum Ausgangspunkt: Bus Linie 82 ab Monschau Flora, Abfahrt 17.34 Uhr bis Simmerath Bushof, Abfahrt 18.03 Uhr bis Einruhr (AVV).