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Erste Erneuerung in 27 Jahren

EL-DE-Haus: Wiedereröffnung nach Neugestaltung

Köln (ddp-nrw). Zur Erinnerung an ihre gefolterten und hingerichteten Freunde haben die Häftlinge der Kölner Gestapo-Zentrale die Namen auf die Wände ihrer Zellen geschrieben. Es sind die wohl erschütterndsten Erinnerungsstücke im sogenannten EL-DE-Haus, das heute das Kölner NS-Dokumentationszentrum beherbergt. Am Freitag wird die Gedenkstätte nach einer aufwendigen Neugestaltung wieder eröffnet.

1935 war die Geheime Staatspolizei in den Neubau in der Kölner Innenstadt gezogen. Das Haus wurde für die Bedürfnisse der Geheimpolizei umgebaut, dazu gehören auch die zehn Zellen, die im Keller eingerichtet wurden. Sie sollten ursprünglich nur der Unterbringung von Häftlingen für die Dauer ihrer Verhöre dienen. Doch die Inschriften belegen, dass Widerstandskämpfer, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter mehrere Wochen und sogar Monate dort leiden mussten, oft mit 30 Personen in einer Zelle. Die Namen und Geschichten der meisten Insassen sind nicht erhalten, das Gefangenenbuch ist seit Jahrzehnten verschollen.

Rund 1800 Inschriften der Zellenwände seien bekannt, sagte am Donnerstag der Direktor des Dokumentationszentrums, Werner Jung. Mitunter handelt es sich nur um Zahlen und Daten, aber es gibt auch Gedichte, eine Aktzeichnung und Abschiedsbotschaften von denen, die im Innenhof des einstigen Wohn- und Geschäftshauses gehängt wurden.

Viele der Inschriften aus den Zellen seien jetzt zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich, erläuterte Jung. Da Besucher aus konservatorischen Gründen keinen Zutritt zu den Zellen haben, wurden die Inschriften fotografiert und für die zweisprachige Präsentation in verschiedenen Themenblöcken zusammengefasst. Etliche dieser Texte seien «herzzerreißend». Nur fünf Verfasser dieser Dokumente konnten namentlich ermittelt werden, der Rest wird für immer anonym bleiben.

Im Zuge der Neugestaltung haben die Haftzellen ein neues Lichtkonzept erhalten. Ab sofort können die Besucher auch die Aufenthaltsräume der Gestapobeamten und Wachleute im hinteren Teil des Gefängnisses besichtigen, die man bewusst in ein kaltes Licht getaucht hat. Dort schuf das Museum einen Gedenkraum für die Opfer der Gestapo und der NS-Gewaltherrschaft in Köln.

Ebenfalls zu besichtigen ist jetzt der Hausbunker der Gestapo im Tiefkeller und eine Dunkelzelle, in der die Gefangenen geschlagen und gefoltert wurden. Nach Kriegsende war in dem Gebäude unter anderem das Kölner Standesamt untergebracht.

Es handelt um die erste umfassende Erneuerung und Erweiterung der Gedenkstätte Gestapogefängnis, über 27 Jahre nach ihrer Einweihung im Dezember 1981. «Nun wird sie ihrer großen Bedeutung als Kulturgut von nationalem und europäischem Rang gerecht», betonte Jung.

Überarbeitet wurde auch die mehrfach international ausgezeichnete Dauerausstellung «Köln im Nationalsozialismus», die in den früheren Gestapo-Büros untergebracht ist. So können die Besucher jetzt an 31 neuen Medienstationen die Inhalte der Präsentation vertiefen.

Sie haben Zugang zu Interviews mit 104 Zeitzeugen mit einer Länge von zwölf Stunden und 15 Minuten. Hinzu kommen zweieinhalb Stunden Audioeinspielungen damaliger sogenannter Feindsender und 49 Minuten historische Filme. Nach der Neugestaltung rechnen Jung und sein Team mit einem weiteren Anstieg der Besucherzahlen. Im vergangenen Jahr haben rund 52 000 Menschen das EL-DE-Haus besichtigt.

Die Gedenkstätte und die Sonderausstellungen sind dienstags, mittwochs und freitags von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet, donnerstags von 10.00 bis 18.00 Uhr. Am Samstagen und Sonntagen kann das Haus von 11.00 bis 16.00 Uhr besichtigt werden. Die Eintrittspreise betragen für Erwachsene 3,60 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

Weitere Informationen zum NS-Dokumentationszentrum

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