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Serie: Einzigartig Einkaufen

Klamotten für knallharte Abenteurer

„Wer in mein Geschäft kommt, weiß wer Steve McQueen und Edmund Hillary war.“ Seit 2005 verkauft der Künstler Stefan Laskowski in seinem Kölner Laden Kleidung, die „in verschiedenen Ländern für ihren jeweiligen besonderen Zweck ideal geschaffen“ worden ist. „Vintage Clothing für Alltag und Abenteuer.“ Kleidung, die in gleicher Herstellungsart bereits legendäre Abenteurer, Rennfahrer und Bergsteiger getragen haben.

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So gibt es in dem Laden unter anderem Jacken, Hosen und Unterwäsche, die schon Polarforscher vor 100 Jahren auf dem Weg zum Südpol („Unterwäsche aus Merinowolle ist unübertroffen.“) getragen haben, handgearbeitete Helme der 1950er Jahre und Pferdeleder-Fliegerjacken US-amerikanischer Piloten.

Als Student hatte sich Stefan Laskowski in einem Second-Hand-Laden eine Lappländer Hirtenhose aus Renntierleder gekauft und war damit auf Skier auf den Bergen unterwegs. Das war bereits so ein Kleidungsstück, das laut dem Kentaurus-Inhaber „für einen besonderen Zweck ideal geschaffen“ ist. „Die Hose ist warm und wasserabweisend – und wird mit dem Alter immer schöner.“

Schon damals wird Laskowski beim Skifahren häufig auf seine Lappländer Hose angesprochen. Doch zunächst widmet er sich vor allem der Kunst, arbeitet 20 Jahre hauptberuflich als freischaffender Künstler – gibt sich der Malerei und Bildhauerei hin und beschäftigt sich dabei damit, wie sich vergängliche Dinge in Spuren und Ablagerungen konservieren und nachweisen können.

Laskowski hat also einen roten Faden, der ihm seinen Kentaurus-Laden führt, denn er bietet dort Produkte an, die „den Benutzer speichern“, die „mit dem Benutzer altern“ – und wie die Skihose aus Rentierleder mit den Jahren sogar schöner werden. „Dafür müssen die Stücke haltbar sein. Dafür müssen sie gut gearbeitet sein.“

Laskowski bietet Produkte von etwa 40 verschiedenen Herstellern an – meistens kleine Manufakturen oder Produktionen, von denen er selbst begeistert ist. Wie zum Beispiel die Berg- und Talschuhe von Bertl. Mit dem Münchener Hersteller habe er beim ersten Kontakt zwei Stunden gequatscht, erinnert sich Laskowski, der sagt, dass er nur Sachen verkauft, die er selbst trägt und gerne haben möchte oder gut findet. „Ich habe 20 Jahre lang Produkte angeboten, die ich selbst hergestellt habe. Da hätte ich nicht auf einmal irgendwelche T-Shirts verkaufen können.“ Stattdessen führe er, wie er sagt, Produkte, die zu Lieblingsstücken und sogar Erbstücken werden können.

Mischwesen aus Pferd und Mensch

Als eine Art Initialzündung, die Haupterwerbstätigkeit des Künstlers mit der des Geschäftsinhabers zu tauschen, empfand Laskowski die Situation, als er als Vespa-Fahrer-Neuling in einem Laden in München eine Aero-Pferdelederjacke fand. Laskowski schrieb dem Hersteller als Fan einen Brief, fuhr nach Schottland, brachte 20 Jacken mit, lud Freunde zum Verkauf in seine Galerie ein und gestaltete eine Website, um die Geschichte der Aero-Pferdelederjacke zu erklären.

 

Als er immer mehr Anfragen erhielt, ob bei ihm die Jacken erhältlich seien, wagte er einen ersten Versuch und testete drei Monate lang in einem Hifi-Laden eines Freundes auf der Gladbacher Straße, ob sich ein Verkauf lohnt. Laskowski entwickelte Logo („In einer Areo-Pferdelederjacke fühlt man sich wie ein Mischwesen aus Pferd und Mensch.“) und Einrichtung selbst, eröffnete im Oktober 2005 seinen eigenen Laden in der Albertusstraße und zog im Mai 2011 einem paar Hausnummern weiter.

„Ich will keine cool gestaltete Boutique haben. Mir geht es um die Ware“, erklärt der Künstler, der seinen Raum auch eher als „Wohnzimmer oder Galerie für Klamotten“ denn als Verkaufsgeschäft bezeichnet. In seiner Klamotten-Galerie betont Laskowski, dass es ihm aber keineswegs prinzipiell um die Ablehnung alles Modernen oder um die Idealisierung alles Alten gehe. „Die Kentaurus-Produkte sollen so gut wie möglich hergestellt sein“, sagt er und hat, wie seine Kunden auch, „keinen Bock auf Massenware“. Auch zu löchrigen Jeans hat Laskowski eine klar ablehnende Haltung: „Das ist Koketterie mit der Armut. Jeans mit Löchern wurden notgedrungen früher nur im Ghetto getragen.“ Der Kentaurus-Inhaber bevorzugt stattdessen die für „einen Zweck optimale Klamotte, die auch noch gut aussieht“. Wie die Lappländer Hirtenhose. Skifahrer Laskowski ist damit immer noch in den Bergen unterwegs. (sar)

 

Adresse Albertusstraße 4, 50667 Köln Im Stadtplan | Öffnungszeiten Mo bis Fr 11 - 19 Uhr, Sa 11 - 18 Uhr | ÖPNV Friesenplatz Zur Fahrplanauskunft Telefon 0221 - 27 12 262 Mobil 0171 - 830 96 69 E-Mail mail@kentaurus.de Webseite www.kentaurus.de Facebook Kentaurus auf Facebook


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