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Serie: Einzigartig Einkaufen

"Kölnisch Wasser" mit herrlichem Duft

Napoleon hat es benutzt, genau wie Goethe und Voltaire: das Kölner Parfum "Eau de Cologne" - auch "Kölnisch Wasser" genannt. In achter Generation wird es immer noch nach dem Ursprungsrezept hergestellt – in der heute ältesten Parfümfabrik der Welt.

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In Köln gibt es die heute älteste Parfümfabrik der Welt. Der Italiener Johann Maria Farina erfand 1708 einen Duft, dessen wichtigster Bestandteil bis heute Bergamotten-Öl ist und das schon Napoleon, Goethe und Voltaire benutzten. Farina nannte das Parfüm zur Ehren seiner neuen Heimatstadt „Eau de Cologne“ - "Kölnisch Wasser". „Wir sind das Original. Mit Farina begann die moderne Parfümerie“, erzählt Johann Maria Farina, der die Firma seines Vorfahren mittlerweile in der achten Generation leitet. Während bis zur Erfindung des italienisch-kölschen Parfumeurs schwere Düfte zum Beispiel aus Moschus oder Rosenöl verwendet wurden, hatte es Farina geschafft, ein frisches, leichtes Parfum zu kreieren. Alkohol wurde aus Wein destilliert, die ätherischen Öle wurden anschließend im Weingeist gelöst und konserviert.

"Das, was Farina für Köln getan hat, kann keine teure Marketing-Kampagne der Welt leisten", sagte einmal Köln früherer Oberbürgermeister Fritz Schramma. „Ich habe einen Duft gefunden, der mich an einen italienischen Frühlingsmorgen kurz nach dem Regen erinnert – an Bergnarzissen, Orangenblüten, Pamelmusen, Citronen, Bergamotte, Cedrat, Limette. Er erfrischt mich, stärkt meine Sinne und Phantasie.“ Das schrieb der Eau-de-Cologne-Erfinder 1708 an seinen Bruder. Bis zum heutigen Tag wird das Ursprungsrezept zur Duftherstellung im Hause Farina benutzt, werden ausschließlich natürliche Stoffe verwendet: unter anderem Bergamotte, Zitrone, Orange, Mandarine, Limette, Pampelmuse, Zeder und Jasmin. Wobei der heutige Firmenchef durchaus auf Variationen bei der Produktion hinweist: So dürfe Amber vom Pottwal zum Beispiel nicht mehr verwendet werden. Stattdessen werden Pflanzenstoffe eingesetzt, die entsprechend verändert werden.

 

Das Rezept sei allerdings in der über 300-jährigen Firmengeschichte schon immer flexibel gewesen, erklärt Geschäftsführer Johann Maria Farina im Gespräch mit koeln.de. Schließlich bringt die Ernte jedes Jahres je nach klimatischen Bedingungen unterschiedliche Aromenausprägungen der Duftrohstoffe hervor. Auch die Farbe des Duftwassers variiere von Ernte zu Ernte zwischen grün und gelb. „Entscheidend ist, dass der Duft immer gleich riecht. Der Weg dahin kann sich schon manchmal voneinander unterscheiden“, sagt Farina. Wie bei der Champagner-Herstellung werden auch die einzelnen Duftessenzen entsprechend verschnitten. „Farina war der erste Duft für alle“, erklärt der Geschäftsführer, warum er unter anderem die Erfindung seines Vorfahren mit dem Start der modernen Parfümerie gleichsetzt. „Vor Farina gab es immer nur Individualparfümerie. Wir sind die erste Marke, die unter dem Namen eines Herstellers einen immer gleich riechenden Duft hergestellt hat“, erläutert der ausgebildete Apotheker.

Ein enthaupteter Kaufmann als Namensgeber

Stammsitz und Geburtshaus des Eau de Cologne ist das imposante Farina-Haus am ehemaligen Jülichplatz schräg gegenüber vom Historischen Rathaus. Das 1709 gegründete Unternehmen heißt vollständig „Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz GmbH seit 1709“. Die Firmenbezeichnung wurde lange Zeit auch in französisch („Jean Marie Farina vis-à-vis de la place Juliers depuis 1709“) verwendet und oft als „Farina gegenüber“ abgekürzt. Aufgrund des fehlenden Buchstabens „G“ im kölschen Alphabet wurde übrigens die Fläche gegenüber dem Farina-Haus als „Jülichplatz“ in den Firmennamen aufgenommen. Seinen Namen verdankt er dem enthaupteten Kaufmann Nikolaus Gülich. Geschützes Markenzeichen der Farina-Duft-Dynastie ist eine rote Tulpe. Die wertvollen Blumen wurden vor 300 Jahren aus der Türkei importiert. Das Gewicht einer Tulpenzwiebel wurde damals in Köln mit Gold aufgewogen. Die Tulpe stand damals genau wie Farinas Parfüm für Luxusgüter – für „Französischkrams“.

Solche Details und Hintergründe aus der Geschichte des Parfüms und des Eau de Cologne erfahren Besucher des Farina-Hauses, in dem auf drei Etagen inklusive der historischen Kellerräume ein Duftmuseum unterbracht ist. Dort gibt es den berühmten Duft auch zu kaufen. Interessant, welche merkwürdigen und oft kriminellen Blüten die Imitatoren und Fälscher des Farina-Duftes getrieben haben. Farina sieht dies trotz allem noch positiv: „Nur der Erfolgreiche wird nachgemacht.“ Bis 1963 wurde im Farina-Haus das Kölnische Duftwasser produziert. Seitdem wird es in einer Fabrik in Köln-Merkenich hergestellt und nach wie vor von dort  in die Adelshäuser der Welt geliefert, auch an die englische Königsfamilie. Viele hundertausende Flaschen verkauft Farina - bis zum 2. Weltkrieg noch Marktführer - nach eigenen Angaben jährlich; 85 Prozent des Eau de Cologne werden ins Ausland geliefert. Nur ein kleines Problem hat der Geschäftsführer: „In der nächsten Generation wird es keinen Johann Maria Farina geben.“ Er und sein Bruder haben ausschließlich Töchter.

Adresse Obenmarspforten 21, 50667 Köln Im Stadtplan | Öffnungszeiten Montag bis Samstag 10 - 19:00 Uhr, Sonntag 11 - 16 Uhr | ÖPNV Historisches Rathaus Zur Fahrplanauskunft | Telefon 0221 /399 89 94 | E-Mail museum@farina-haus.de | Webseite http://farina.org

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