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Schmuck, Handys & Überraschungstüten

Stadt versteigert Fundsachen

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten. „Wir versteigern fast alles“, sagt Frank Roeder. „Aus Jux sogar auch schon mal ein Gebiss.“ Der Beamte bringt seit 2007 für das Ordnungsamt der Stadt Köln etwa alle drei Monate unterhaltsam kuriose Fundsachen an den Mann.

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2013 versteigerte der Beamte zum Beispiel einen elektrischen Rollstuhl für 150 Euro. Ohne Schlüssel. Den Elektro-Scooter hatte jemand am Busparkplatz am Hauptbahnhof stehen gelassen. Überraschungstaschen, Brillen, Schmuck und viele weitere Schnäppchen werden regelmäßig im Bezirksrathaus Kalk unter den Hammer gebracht. Mit dabei: jede Menge kölsche Unterhaltung mit Auktionator Frank Roeder.

„Wer die Kralle hebt, hat den Zuschlag“, ruft Frank Roeder seinem Publikum entgegen, einen Kugelschreiber in der rechten Hand haltend. „Zurückziehen gibt es nicht.“ Etwa 75 Personen sitzen in neun Reihen auf den grünen Stühlen im Kalker Bezirksrathaus bei der Fundsachenversteigerung der Stadt Köln. Zwischen 8 und 12.30 Uhr herrscht ein Kommen und Gehen. Die Regeln sind klar abgesteckt. Gesteigert wird bei Preisen zwischen einem und 20 Euro in Ein-Euro-Schritten, danach bis 50 Euro in Zweier-Schritten, ab 50 Euro in Fünf- und ab 100 Euro in Zehn-Euro-Schritten. Keine Gewährleistung. Nur Barzahlung. Roeder kennt seine Mitsteigerer: Studenten, Juweliere, Internet- und Flohmarkt-Händler. „Wir sind quasi eine Familie. Viele kommen bereits seit Jahren.“

Die Fundsachen, die Roeder im Bezirksrathaus anpreist, wurden in den vergangenen Monaten in der Stadt oder in den Bahnen und Bussen der KVB vergessen, verloren und gefunden. Sechs Monate werden sie aufbewahrt, bevor sie dann in den Besitz der Stadt übergehen und versteigert werden können. Weitere Stücke von Auktionator Roeder stammen aus Sicherstellungen der Polizei. Zudem werden auch Asservate Verstorbener zum Kauf angeboten, die ohne Angehörige sind oder deren Angehörige sich weigern, die Beerdigung zu bezahlen. „Goldschmuck, DVD-Player oder Fernseher Verstorbener werden dann zum Beispiel versteigert, um jeweils fallbezogen die jeweiligen Bestattungskosten zu minimieren, die die Stadt vorstreckt“, erklärt Roeder. Der Beamte ist im Alltag für die ordnungsbehördliche Bestattung von Menschen ohne Angehörige zuständig.

Am gefragtesten bei den Auktionen der Stadt ist neben Elektronik Schmuck – Gold- und Modeschmuck. Ein Beutel mit kaputten Uhr wechselt für 51 Euro den Besitzer, 13 Playstation-Spiele für 14 Euro, „ein Trolley mit kleinen Überraschungen“ für 38 Euro. „Wenn ich einmal in Schwung bin, bin ich schlecht zu bremsen“, ruft Roeder. „Schneller zücken!“ Eine Tasche mit Modeschmuck wird für 300 Euro ersteigert. Geraune im Publikum, nachdem Roeder den Zuschlag mit Kuli in der Hand gegeben hat. 71 Lesebrillen im Karton scheinen dagegen zunächst zum Ladenhüter zu werden. Für die von Roeder geforderten 50 Euro hebt niemand die Hand. Sie gehen letztlich für 30 Euro weg. „Seht ihr, mit mir kann man reden“, scherzt der Auktionator.

Im Laufe der Jahre hätten sich die Versteigerungen schon verändert, berichtet Roeder. Vor allem dadurch, dass viele Mitbieter mit Smartphones im Publikum sitzen und im Internet die aktuellen Preise checken. „Ich erkenne dann recht schnell, ob ich mit meinen prinzipiell niedrig angesetzten Preisen gut liege“, sagt Roeder, der bei Gegenständen aus Gold zu bedenken gibt, dass die Preise da tagesabhängig seien. Zusammen mit einem Kollegen vom Fundbüro ist der Auktionator dafür zuständig, Goldschmuck zu bewerten. „Wenn wir etwas nicht versteigern können, nehmen wir es noch ein zweites Mal mit. Wenn es dann keinen Interessenten findet, wird es entsorgt“, berichtet der Beamte. Das passiere aber bei den etwa 200 Teilen, die pro Auktion unter den Hammer kommen, nur ganz selten. (sar) Zur Termin-Übersicht!

Adresse Kalk-Karree, Ottmar-Pohl-Platz 1,
51103 Köln Im Stadtplan | ÖPNV Kalk-Karree Zur Fahrplanauskunft Telefon 0221 – 2210 E-Mail buergeramt-kalk@stadt-koeln.de

 

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