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African Angels in Köln

Ein Chor wie Engelstrompeten und Teufelsposaunen

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Neun Damen, neun Herren - ein Podest, zwei Stufen, drei Takte Anlauf - und dann ein Abend so schön wie die blaue Sommernacht. Es war eine minimalistische Zauberformel, mit der die "African Angels" Köln verführten. Am Ende hielt es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Sitzen.

Furioser Auftakt für die 27. Ausgabe des Kölner Sommerfestivals: Mit der Show "African Angels" holte die Philharmonie erstmals den weltbekannten Cape Town Opera Chorus auf eine deutsche Bühne. Ein Schock der hinreißenden Art für das Schunkelmusik gewöhnte Kölner Ohr: Das Ensemble schmetterte mit einer Wucht entgegen, dass es Himmel aufgerissen und die Segel der Santa Maria bis nach Indien getragen hätte.

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Am Ende gab es Standing Ovations und mehrere Zugaben. Die Gesichter der Besucher: überwältigt, aufgekratzt, verschwitzt. Dabei hätte ein Blick ins Programmheft Kennern bereits die Flughöhe anzeigen müssen: 2013 war das Ensemble zum besten Opernchor des Jahres gewählt worden. Von London über Paris bis Melbourne wurden die Kapstädter bereits für ihre stimmliche Dreifaltigkeit aus Gospel, Opernmelodien und traditionellen afrikanischen Gesängen vergöttert.

Alle Fotos zu den African Angels:

Ein Chor wie Engelstrompeten und Teufelsposaunen also, der nicht nur bei "The Battle of Jericho" (Spiritual - M. Hogan) mit einer Inbrunst antrat, als ginge es darum, Mauern einzusingen. Seit Jeremias Gotthelf wissen wir: Wo einen der Teufel küsst, da platzt die Haut auf, und schwarze Spinnen krabbeln hervor. Wo einen aber die African Angels berühren, da quillen Tränen aus versteinerten Herzen. Da ertappt sich der Städter bei seinen heimlichen Sehnsüchten, die irgendwo hinter dem Grau in Grau der Lauflabyrinthe als rote Sonne im Ozean versunken sind.

Freiheit, Feuer und die Finsternis

Bezeichnend folgende Szene: Es ist kurz vor der Pause. Das obligatorische "Oh Happy Day" (E. Hawkins) ist kaum verklungen. Da tritt eine Solistin hervor, winkt zu "Ev'ry time I feel the Spirit" (Spiritual - B. Chilcoff) in die vollen Ränge. Und die Kölner, wohlwollend, aber gehemmt - im ersten Moment springen sie nicht über ihren Schatten. Also winkt die Solistin nochmal und legt den Kopf schief mit einem Lächeln, das sagt, dass es überall auf der Welt zunächst das gleiche Bild ist. Und mit einem Male ist keine Hand da, die nicht zurückwinkt - keine Seele, die nicht beschwingt.

Mit verblüffenden Stimmen und unverbrauchten Arrangements bringen die African Angels dem Zuhörer ein Gefühl von Freiheit zurück, das diesem beim Blick in die Tageszeitung verloren gegangen sein muss. Mal betrunken vor Glück ("I got Plenty o' Nuttin - aus Porgy and Bess - Gershwin), mal mit einer opernhaften Steigerung (z. B. "Anvil Chorus" aus Il Trovatore - Verdi), die sich - voller Geist, voller Dunkelheit - wie eine Raubkatze im hohen Gras an den Zuhörer heranpirscht, um am Ende sein Herz zu fressen. 

Stimmgewaltige Erlösung der digitalen Sklaven

Es ist nicht weniger als eine Erlösung des scheuen, hinter Computern versunkenen Homo digitalis, welche die African Angels anbieten. Ihr Gesang sprengt die Ketten der Menschen, die gleichsam nun zu Sklaven ihrer eigenen Maschinen geworden sind - menschenscheu und gefühlsverstümmelt. Wenn sie zu "Come, Colours Rise" (G. McLachlan) von der ewigen Flamme singen, so schmiegen sie sich aneinander. Wenn sie im "Chorus of the Hebrew Slaves" (Nabucco - Verdi) den Blick in die Ferne richten, dann tun sie das mit einem Funkeln in den Augen, als müsse jeden Augenblick König Nebukadnezar auf einem Schimmel durch die Türen preschen.

Mit ihrem Gesang zeigen sich die African Angels facettenreich wie Afrika selbst: Sie wogen heran, schwillen an, zerfließen in den Köpfen, spülen böse Geister fort, singen aus der schmerzlichsten Grotte ihrer Kehle, stehen mit ausgebreiteten Armen in der Brandung des Applaus, sie steigen von ihrem Podests herab - sie kommen auf uns zu wie ein Gott über das Meer. (Foto: BB Promotion / Lucienne van der Mijle)

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