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koeln.de

TV-Debatte vor NRW-Wahl

Kraft gegen Rüttgers - TV-Duell in Köln

Von ddp-Korrespondent Martin Teigeler

Köln (ddp-nrw). Obwohl am 9. Mai in Nordrhein-Westfalen eine der spannendsten Landtagswahlen seit Jahren ansteht, verzichteten die beiden Spitzenkandidaten beim einzigen TV-Duell auf harte Attacken. Wer am Montagabend einen verbal-brachialen Schlagabtausch erwartet hatte, wurde enttäuscht - bei der Live-Diskussion im WDR-Fernsehen ging es eher sachlich und abgeklärt zu. CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und seine SPD-Herausforderin Hannelore Kraft waren von ihren jeweiligen Beratern offenbar auf einen staatstragenden Auftritt eingeschworen worden.

Bei der einstündigen Debatte ohne Publikum in einer alten Industriehalle in Köln tauschten der Amtsinhaber und seine Gegenkandidaten ihre bekannten Argumente aus.

Beim ersten Thema des Abends waren sich die Kontrahenten sogar weitgehend einig. Die umstrittenen Finanzhilfen für Griechenland dürften nur unter strengsten Bedingungen geleistet werden, forderte Kraft. Die Politik müsse genau «hinschauen, wer die Zeche bezahlt». Auch Rüttgers nahm Vorbehalte gegen Griechenland-Hilfen auf und forderte wie Kraft eine Einbeziehung der Banken.

Erwartungsgemäß stritten Rüttgers und Kraft erbittert über ihre unterschiedlichen Konzepte zur Bildungspolitik. Der Regierungschef verteidigte die umstrittenen Hauptschulen und sprach sich gegen Pläne der Opposition für eine «Einheitsschule» aus. Es drohe ein «Schulkrieg» in NRW, sagte Rüttgers unter Verweis auf Hamburg, wo allerdings CDU und Grüne gemeinsam regieren.

Kraft forderte ein längeres gemeinsames Lernen in den Schulen. Das Schulsystem stecke die Kinder bislang «in Schubladen». Dies müsse verbessert werden. In NRW seien derzeit Tausende Lehrerstellen unbesetzt, kritisierte die SPD-Landesvorsitzende. Rüttgers verwies im Gegenzug auf 8000 zusätzliche Lehrerstellen. Auch bei den Kita-Plätzen habe Schwarz-Gelb in Düsseldorf den «Stillstand» von Rot-Grün beendet. Kraft konterte, der Bund habe unter SPD-Ägide die Kita-Offensive gestartet und bezahle diese auch weiter.

Jüngsten Umfragen zufolge kommt die seit 2005 amtierende schwarz-gelbe Landesregierung von CDU-Landeschef Rüttgers derzeit nicht auf eine Mehrheit. Auch eine Wiederauflage von Rot-Grün in NRW ist nur einer einzigen Befragung zufolge möglich. Klar ist nur: Sollte Schwarz-Gelb im bevölkerungsreichsten Bundesland verlieren, hätten CDU/CSU und FDP auch keine Mehrheit im Bundesrat mehr.

Wenig Neues förderten die WDR-Moderatoren Gabi Ludwig und Jörg Schönenborn, die Themen wie die Sponsoring-Affäre der CDU oder die Energiepolitik nur kurz abfragten, beim Dauerstreitthema Koalitionen zutage. Kraft sprach sich erneut für Rot-Grün aus. Rüttgers warf ihr daraufhin vor, eine Zusammenarbeit mit der «extremistischen» Linkspartei weiterhin nicht auszuschließen. Kraft attestierte dem Ministerpräsidenten eine «perfide Strategie». Er rede die Linke geradezu hoch, die SPD dagegen wolle sie aus dem Landtag heraushalten. Rüttgers will Schwarz-Gelb fortsetzen, schloss aber auch auf Nachfrage eine Koalition mit den Grünen nicht aus.

Womöglich sehen sich die beiden TV-Duellanten bereits in wenigen Wochen wieder - als Regierungspartner in einer großen Koalition. Ähnlich ruhig, fair und dezent ging es jedenfalls zumeist vor den Fernsehkameras zu. Rüttgers sprach seine Gegnerin einmal im sanften Tonfall als «liebe Frau Kraft» an. Kraft versprach sich und nannte Rüttgers «Minister» - korrigierte sich aber sofort.

Wie nach TV-Streitrunden üblich erklären sich beide Seiten bereits wenige Minuten nach Sendeschluss zum Sieger. Rüttgers habe «souverän und sachlich» einen «Punktsieg» gelandet, sagte NRW-CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, lobte Kraft dagegen als «überzeugend und authentisch». Rüttgers habe seine Chance für ein Comeback nicht genutzt.

 

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