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Ein Jahr Köln (38) - 11. September2013

Komm Herr Gesus und rette das kölsche "J"

Von

Ein Jahr Köln mit Edgar Franzmann - Do liss de an der Ääd
Nach 44 Jahren als Journalist und Autor geht koeln.de-Chefredakteur Edgar Franzmann Anfang Dezember 2013 in Rente, Anlass für die Kolumne „Do liss de an der Ääd!". Ein Jahr lang, immer mittwochs, erzählt Franzmann über „sein“ umwerfendes Köln. Lesen Sie heute die 38. Folge.

*

Auf dem  Krimifestival "Crime Cologne" am Wochenende stellte Rolly Brings mit seiner "Bänd" sein neuestes Werk vor: "Das Evangelium auf Kölsch", der älteste Krimi der Welt. Buch und Hörbuch erscheinen im Oktober im Bachem-Verlag.

Ich hatte schon Angst, Rolly würde die kölsche Bibel in der Version der "Akademie för uns kölsche Sproch" vorlegen, hat er aber nicht.

Jeder, der hören kann, hört, dass die Kölner im Anlaut kein "G" sondern ein "J" sprechen. Also "Jeld", "Jebootsdaach", "jot" und so weiter. Aber die Sprachtaliban von der Akademie halten das für "unwissenschaftlich" und schreiben deshalb ihr Kölsch konsequent so, dass es mir und anderen die Zehen aufrollt.

Auch Rolly Brings ließ sich von der Akademie schon einmal einlullen und veröffentlichte seine Sammlung Kölscher Redensarten ("Lück sin och Minsche", Greven Verlag) in der Akademie-Schreibweise. Da finden sich dann für einen Kölschen völlig unlesbare Sätze wie "Wann do dinge Sonn gään häs, scheck en en de Welt.", oder: "Et gitt wall Fraue, die noch nie 'ne Fisternöll gehatt han, ävver et gitt kein Frau, die nor eine hatt."

Inzwischen ist Rolly, einer der profilitieresten Mundartdichter, wieder zur Schreibweise "in der Traditon der Familie Brings" zurückgekehrt. So darf Jesus wirklich Jesus heißen - und nicht "Gesus", wie man schon mal hören kann, wenn ein Kölscher versucht, "richtiges Hochdeutsch" zu sprechen.

Kölsche, ihr könnt beruhigt sein. Kölsch - auch mit dem "J" im Anlaut - ist kein falsches Hochdeutsch, sondern richtiges Kölsch. Wer sich informieren will, kann das zum Beispiel auf Wikipedia. Kölsch hat einen eigenen internationalen Sprachcode und war "im Gegensatz zu anderen Dialekten im deutschen Sprachraum in der Vergangenheit zu keiner Zeit ernsthaft vom Aussterben bedroht."

Ich bin nicht der einzige, der seit vielen Jahren für das kölsche "J" kämpft. Hanjo Schiefer aus Liblar streitet ebenfalls mit der Akademie. Schiefer schreibt: „En jot jebrode Jans es en jode Jav Joddes.“ Die Kölsch-Akademie meint: "En god gebrode Gans es en gode Gav Goddes",

Schiefer hatte in den 90er Jahren ein paar Semester an der Akademie  „studiert“, sich dann sogar als Mitgründer der „Fründe vun der Akademie för uns kölsche Sproch“ eingebracht. Später ist er im Zorn geschieden. Er war es leid, „su e komisch Kölsch ze schrieve“.

Aus seinem Zorn ist jetzt ein Buch entstanden, Titel: „Dem leeven J“. Schön doppeldeutig.

Die Akademie wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Sie ist - eigentlich - eine tolle Einrichtung. Sie sammelt zahllose kölsche Lieder und bewahrt sie damit für die Zukunft. Sie veröffentlicht diese Lieder sogar dreisprachig, so, wie die Autoren sie geschrieben haben (also meistens mit "J"), ihrem eigenen Kölsch (mit "G") und in hochdeutscher Übersetzung.

Ich habe auch Geburtstag, ich werde am übernächsten Samstag 65 Jahre alt. Und ich hätte einen Geburtstagswunsch:  Wenn doch bei der Akademie ein bisschen mehr Vernunft in Sachen "J" einzöge!

Die Akademie weist ja mit Recht darauf hin, dass das "G" im Kölschen ganz unterschiedlich ausgesprochen werden kann, mal wie "ch", mal wie "r", mal noch ganz anders. Aber dass das "G" im Anlaut immer wie "J" ausgesprochen wird (es gibt nur ganz wenige Ausnahmen), ist eine Tatsache, die man endlich anerkennen sollte.

Und wenn es dann noch gelingen würde, für die anderen Zweifelsfälle eine akzeptierte Schreibweise zu finden, am besten in Zusammenarbeit mit den Mundarttextern, dann würde sich die Akademie um das Kölsche noch mehr verdient machen.

In diesem Sinne: Maat et jot. Bis nächste Woche.

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