• Home
  • Do, 22. Aug. 2019
  • Stadtplan
  • Verkehr
  • KoelnMail
  • Newsletter
  • DE | EN
koeln.de

Ein Jahr Köln (42) - 9. Oktober 2013

Von Gerling bis Imhoff: Das sind die reichsten Kölner

Von

Ein Jahr Köln mit Edgar Franzmann - Do liss de an der Ääd
Nach 44 Jahren als Journalist und Autor geht koeln.de-Chefredakteur Edgar Franzmann Anfang Dezember 2013 in Rente, Anlass für die Kolumne „Do liss de an der Ääd!". Ein Jahr lang, immer mittwochs, erzählt Franzmann über „sein“ umwerfendes Köln. Lesen Sie heute die 42. Folge.

*

Einmal jährlich veröffentlicht das "Manager Magazin" die Liste der 500 reichsten Deutschen. Ich habe nachgesehen: Ein Stück von Platz 1 gehört eigentlich mir (und Ihnen wahrscheinlich auch), da prangt nämlich wie im Vorjahr die Familie Karl Albrecht, besser bekannt als die Eigentümer von Aldi-Süd. Das Vermögen 2013 beträgt 17,8 Milliarden Euro, ein Zuwachs alleine im letzten Jahr um 600 Millionen Euro!

Unter den TOP 100 der reichsten Deutschen findet sich nach dem Absturz des Bankhauses Sal. Oppenheim kein Kölner mehr.

Erst auf Platz 123 taucht Rolf Gerling auf, vormals Gerling-Versicherung, der sein Vermögen im letzten Jahr von 900 auf 950 Millionen Euro steigern konnte.

Familie Mülhens, vormals 4711, wird auf Platz 234 unverändert mit einem Vermögen von 500 Millionen Euro notiert.

Auf Rang 253 liegt Künstler Gerhard Richter, dessen Vermögen von 400 auf 450 Millionen Euro stieg.

Gemeinsam auf Platz 278 liegen Bernhard Greubel und Botho von Schwarzkopf aus der Zucker-Dynastie Pfeier & Langen mit jeweils einem Vermögen von 400 Millionen Euro (unverändert).

Auf dem geteilten Rang 317 erscheinen mit den Familien Alfred Neven DuMont und Christian DuMont-Schütte die Eigentümer des Medienhauses DuMont Schauberg (je 350 Millionen Euro, unverändert. Im Jahre 2001 lagen die DuMonts mit einem Vermögen von 1,8 Milliarden Mark übrigens noch auf Rang 73.)

Auf Platz 366 folgt Familie Imhoff, vormals Stollwerck, die ihr Vermögen von 250 auf 300 Millionen Euro steigern konnten.

Zu den Superreichen (Platz 178) zählt auch Formel-1-Legende und FC-Mitglied Michael Schumacher, dessen Vermögen mit 650 Millionen Euro (plus 50 Mio.) angegeben wird. Als Wohnsitz ist bei Schumi "Schweiz" angegeben.

*

Ich gönne den Reichen ihren Reichtum.

Wenn man sich die Liste oben genauer ansieht, stellt man fest, dass diejenigen besonders profitieren, die ihre ehemaligen Betriebe aufgegeben haben und nur noch von Kapitalgeschäften leben. Aus Unternehmern werden zunehmend Profitabhängige, was für die große Zahl der Lohnabhängigen keine gute Nachricht ist.

Zum 65. Geburtstag habe ich ein Buch geschenkt bekommen, dessen Lektüre ich sehr empfehlen kann. Geschrieben hat es Wolfgang Streeck, Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln und Professor für Soziologie an der Universität Köln. Titel: "Gekaufte Zeit - Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus" (Suhrkamp-Verlag).

Dort ist unter anderem nachzulesen (S. 86): "Die Zahlen zeigen, dass die Haushalte der Arbeitnehmer in den Vereinigten Staaten seit den 1980er Jahren gemessen am Fortschritt der Produktivität so gut wie nichts hinzugewonnen haben, und zwar trotz gewachsenen Arbeitseinsatzes, höherer Arbeitsintensität, gestiegenen Flexibilitätsanforderungen und ständiger Verschlechterung der Arbeitsbedingungen.

Ganz anders stellt sich die Situation für die ... Eigner und Verwalter großer Kapitalien dar. Am 26. März 2012 berichtete Steven Rattner in der New York Times, dass nicht weniger als 93 Prozent des im Jahr 2010 erwirtschafteten Zuwachses des Sozialproduktes - 288 Milliarden US-Dollar - an das oberste eine Prozent der Steuerzahler gegangen waren."

Streeck weist nach, dass ganz ähnliche Entwicklungen in Deutschland stattfanden. Die Liste der reichsten Deutschen (siehe oben) ist ein aktueller Beweis für seine These.

Streecks Folgerung: Der Staat müsse endlich wieder stärker die sogenannten "Märkte" regulieren, hinter denen sich die Interessen der Profitabhängigen verbergen, und große Vermögen wieder stärker  besteuern, das sei nicht nur ein Gebot von Steuergerechtigkeit, sondern auch eine Bedingung für einen Ausweg aus der Krise.

Wenn es keinen demokratisch kontrollierten Kapitalismus gebe, dann wäre die notwendige Folge ein Kapitalismus ohne Demokratie.

Und den kann ja wohl niemand wollen.

In diesem Sinne, bis nächste Woche.

(Foto Gerling-Gebäude: Raimond Spekking/CC-BY-SA 3.0)

Onlinespiele

spiele_bubbles_1200.jpg
Schieß Deine Bubbles auf mindestens zwei gleichfarbige Blasen und bring sie so zum Platzen.  Jetzt Bubbles spielen!
spiele_exchange_classic_1200.jpg
Bilde Reihen aus mindestens drei Steinen. Eine Kombi aus vier oder fünf Steinen ergibt mächtige Bonussteine!  Jetzt Exchange Classic spielen
spiele_mahjong-koelsch-foto_1200.jpg
Mahjong op kölsche Aat - können Sie alle Steine entfernen? Mit Dom, Rhein, Karneval und Halver Hahn.  Mahjong spielen