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111 Orte

An der Ulrepforte schläft ein Soldat

Er lehnt stocksteif an der Ulrepforte und hält ein Nickerchen - der müde Funk. Dort bewacht er das Quartier des Karnevalscorps "Rote Funken". Die Bronzestatue stellt allerdings nicht, wie oft vermutet ein Mitglied der preußischen Armee dar, sondern einen Stadtsoldaten. 

Bis heute hält sich hartnäckig das Gerücht, die Kölner Funken seien als Parodie der preußischen Militärs entstanden. Dies kann jedoch schon deshalb nicht sein, weil die Preußen erst in nachnapoleonischer Zeit, also im frühen 19. Jahrhundert, über das Rheinland herrschten. Die Geschichte der Funken jedoch beginnt bereits 1660, und sie endet 1794, also mit dem Einmarsch des französischen Revolutionsheeres. Natürlich gingen in den Karneval später auch Elemente der Preußenverhohnepipelung ein, aber die ursprüngliche Zielscheibe des Funkenspotts waren die eigenen, meist urkölnischen Stadtsoldaten.

Die Ulrepforte ist heute das Quartier der 1823 gegründeten Roten Funken, des ältesten Kölner Corps. In einem Mauerbogen lehnt dort ein von Willi Neffgen geschaffener bronzener Stadtsoldat, auf seine Knabüüs gestützt und im Stehen schlafend. Neuere Studien belegen, dass das Kölner Heer lange Zeit durchaus eine Elitetruppe darstellte, mit harter Grundausbildung und noch härterem Strafkatalog.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos).
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Erst im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts verfielen die Sitten dann derart, dass sich das bis heute gültige Image entwickelte. So heißt es etwa in einem Buch des Kölner Journalisten Helmut Signon: »Die abgezehrten, meist alten, müden und leicht bedusselten Komissköppe wurden herumgeschubst und verspottet. Ihre Dummheit war sprichwörtlich, und ihr armseliges Duldertum äußerte sich im Strümpfestricken, während das Gewehr traurig an der Wand lehnte. «Tatsächlich soll so mancher einfache Soldat seinen kargen Lohn mit dem Stricken von Fußwärmern aufgebessert haben.

Dass sie der Kölner Nachwelt recht negativ in Erinnerung blieben, mag auch an ihrem allerletzten »Einsatz« liegen. Als am 5. Oktober 1794 die Franzosen vor die Mauer zogen, ward keiner von ihnen gesehen. Köln, die über Jahrhunderte bestbewehrte Stadt Europas, öffnete der Übermacht die Tore und wurde kampflos besetzt.

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Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss - Band 2" von Bernd Imgrund und (Fotos). Dieses Buch jetzt bestellen. Hier geht es zum Writer's Blog von Bernd Imgrund.

 

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