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Totensteine am Rheinufer

111 Kölner Orte: Das Kalte Eck

Wer der Markmannsgasse bis zum Rheinufer folgt, passiert ein etwa zweieinhalb Quadratmeter großes, in den Boden eingelassenes Rechteck. Es besteht aus unterschiedlichen, jeweils individuell gestalteten Pflastersteinen, in die Namen eingemeißelt wurden – manche davon vollständig, manche abgekürzt. Eine kleine Metalltafel auf der entlanglaufenden Mauer erklärt den Hintergrund: Hier, am sogenannten »Kalten Eck«, wird Kölner Aids-Toten gedacht.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos).
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Die Installation geht auf ein Projekt des Künstlers Tom Fecht während der documenta IX von 1992 zurück. »Mémoire nomade (Namen und Steine)« hieß es. In den nächsten Jahren entstanden gut vierzig temporäre und feste Ausstellungen mit über 17.000 Steinen.

Fecht (geb. 1952), der unter anderem Kybernetik studierte, begann 1969 mit der Organisation von Happenings, Fluxusaktionen und Landart-Projekten. Außerdem gründete er 1972 die »Elefanten Press Galerie«, aus der sechs Jahre später der gleichnamige Verlag hervorging.

Beim Kalten Eck ging es ihm darum, ein »nomadisierendes Gedächtnis und ein europaweites Epitaph des Gedenkens und der praktischen Solidarität mit HIV-infizierten Menschen« zu schaffen.

Die Steine sollten dabei stets an solchen Orten eingelassen werden, an denen die Verstorbenen ihren Alltag verbrachten. Fünf Jahre dauerte die Suche nach einer passenden Stelle in Köln, und sie scheint gut gewählt. Am Heumarkt und in den umliegenden Gassen finden sich zahlreiche Schwulenkneipen, auf dem Platz wird seit Jahren der Christopher Street Day gefeiert. Und schon im Mittelalter galt er als heimlicher Treffpunkt für Homosexuelle.

Ähnlich den Stolpersteinen seines Kollegen Gunter Demnig wirken Fechts Bodenmosaike wie eine Bremse im Fluss des Fußgängerverkehrs. Heutzutage kümmert sich die Kölner Aids-Hilfe um die Pflege der Anlage. Obwohl der Künstler das Projekt im Jahr 2000 auslaufen ließ, besteht die Möglichkeit, die restlichen freien Erinnerungssteine auch zukünftig mit Namen zu versehen.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos). Dieses Buch jetzt bestellen. Hier geht es zum Writer's Blog von Bernd Imgrund.

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