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Zeiten des Umbruchs

  • Land
    USA
  • Länge
    115 Minuten
  • Jahr
    2022
  • FSK
    12
  • Regie
    James Gray
  • Darsteller
    Anne Hathaway, Jeremy Strong, Banks Repeta
  • Genre
    Drama

Paul wächst als jüngstes Kind einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Neben seinern viel beschäftigten Eltern und seinem streitsüchtigen Bruder fühlt sich Paul verlassen. Einzig sein Großvater scheint den Jungen zu verstehen. Als das neue Schuljahr anbricht, freundet sich Paul mit dem schwarzen Jonathan an, welcher in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Es dauert nicht lange bis Paul erkennt, dass nicht jeder im Leben die gleichen Chancen hat.

Bewertung durch die FBW

Der neue Film in der Regie von James Gray erzählt die autobiografisch geprägte Geschichte des Filmemachers, der im New York der 1980er Jahre aufgewachsen ist. Entsättigte Erdfarben, die Tristesse der Großstadtvororte, die urbane Monotonie - all das greift das Setting des Films auf, ohne die Wärme und Herzlichkeit der Geschichte zu verlieren. Gerade in den Familienszenen sind die Dialoge so natürlich und authentisch, dass man sich sofort "heimisch" fühlt. Dazu leisten auch die grandiosen Darsteller:innen einen großen Beitrag: Anne Hathaway als kämpferisch-selbstbewusste Mutter Esther, Jeremy Strong als Ehemann und Vater, der sich nach außen eher unterwürfig gibt, aber zuhause seine Söhne mit strenger Härte erzieht - und Anthony Hopkins in der Rolle des gütigen und klugen Großvaters, der Paul als Einziger zu verstehen scheint. Die exzellente Kamera von Darius Khondji bleibt stets nah bei und auf Augenhöhe mit den Jugendlichen, denn ihre Freundschaft steht im Zentrum der Geschichte. Banks Repeta und Jaylin Webb als Paul und Johnny spielen großartig ungezwungen zusammen und sorgen dafür, dass man ihrer Geschichte von Anfang bis Ende folgt. Der Film nutzt die Erinnerungen des Großvaters an die eigene Kindheit, an die Ausgrenzung und Verfolgung in der alten Heimat, an die schwierigen Anfänge in der neuen Heimat, als eine Art moralische Instanz für den Jungen. Und Paul lernt durch seine Freundschaft mit Johnny, dass in der amerikanischen Gesellschaft der 1980er Jahre der Rassismus gegen Schwarze nicht beendet ist. Und dass es wichtig ist, sich dagegen aufzulehnen. Mit dieser Botschaft ist ZEITEN DES UMBRUCHS ein Film, der ebenso viel über das Damals wie über das Heute erzählt. Denn die Jugendlichen, die im System der sozialen Ungerechtigkeit aufwuchsen, sind diejenigen, die unsere Gesellschaft jetzt mitgestalten. ZEITEN DES UMBRUCHS ist großes und hochrelevantes Erzählkino, das sich traut, auch ambivalente Zwischentöne zu erzählen, die die Geschichte erst richtig menschlich machen....mehr

Diese Rezension wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden verfasst.