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Minari - Wo wir Wurzeln schlagen (OV)

  • Land
    USA
  • Länge
    96 Minuten
  • Jahr
    2020
  • FSK
    6
  • Regie
    Lee Isaac Chung
  • Darsteller
    Alan Kim, Yeri Han, Steven Yeun
  • Genre
    Drama

Jacob zieht mit seiner koreanischen-amerikanischen Familie aus Los Angeles auf eine Farm in Arkansas. Für ihn sind die wilden Ozarks das gelobte Land, doch seine Frau und die Kinder fühlen sich fremd. Als die Großmutter Soonja aus Korea zu ihnen in die USA zieht, wird das Leben der Familie auf den Kopf gestellt. In ihrem Enkel findet sie einen Verbündeten und zusammen können sie das magische Band innerhalb der Familie immer wieder neu knüpfen.

Bewertung durch die FBW

Regisseur und Drehbuchautor Lee Isaac Chung erzählt seine Geschichte, die auf autobiografischen Erinnerungen aus den 1980er Jahren beruht, mit viel Einfühlungsvermögen für seine Figuren. Dabei ist es vor allem die multiperspektivische Haltung des Films, die den Zuschauer*innen erlaubt, mit allen Charakteren mitzufühlen. Da ist Vater Jacob, den Steven Yeun mit einer Mischung aus Enthusiasmus, Verbissenheit und einer stoischen Gelassenheit spielt und Mutter Monica (Yeri Han), der man anmerkt, wie unwohl sie sich fühlt, die aber gleichzeitig auch bereit ist, aus Liebe zu Jacob und ihrer Familie vieles zu ertragen. Und da sind die Geschwister David und Anne, die die Farm als großes Abenteuer sehen. Auch wenn David, der an einem Herzfehler leidet, mit seiner aus Korea angereisten Großmutter Soon-ja (herrlich anders: Yuh-Jung Youn) in einem Zimmer leben muss. Soon-ja ist so gar nicht das, was sich David unter einer perfekten Großmutter vorstellt: Sie flucht, sie backt und kocht nicht und verhält sich auch ansonsten nicht wie normale Großmütter. Als Setting von MINARI - WO WIR WURZELN SCHLAGEN funktioniert der Wohntrailer inmitten eines ländlichen Nichts ganz wunderbar. Denn die Kamera von Lachlan Milne findet sowohl großartige Bilder inmitten der puren Wildnis, in die Soon-ja und David ihre Ausflüge machen, um eine aus Korea stammende Pflanze Wurzeln schlagen zu lassen, als auch in den viel zu engen Innenräumen, in denen die Familie ihre kleinen und großen Konflikte austrägt. Manchmal mit Worten, manchmal mit Blicken. Auf eine sehr subtile Art und Weise gelingt es dem Regisseur Lee Isaac Chung, ein authentisches Bild der amerikanischen Gesellschaft zu zeichnen, ohne dabei jemanden bloßzustellen. MINARI erzählt auf anrührende Weise von einer Familie, die ihre Wurzeln in der Fremde suchen muss - und sie letzten Endes bei sich selbst findet. ...mehr

Diese Rezension wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden verfasst.