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koeln.de

Der Junge muss an die frische Luft

  • Land
    Deutschland
  • Länge
    100 Minuten
  • Jahr
    2018
  • FSK
    6
  • Regie
    Caroline Link
  • Darsteller
    Julius Weckauf, Luise Heyer, Sönke Möhring
  • Genre
    Tragikomödie

Hans-Peter wächst in den 1970ern im Ruhrpott auf. Kein Grund zu Lachen also? Der pummelige Junge zieht alle Register, um Familie und Nachbarn zu erheitern. Doch seine Mutter wird depressiv und begeht Selbstmord. Hans-Peter muss zu Oma und Opa ziehen. Er macht einfach weiter und verfeinert seine Komödien-Nummern immer mehr. "Aus dir wird mal was ganz Besonderes", heißt es bald. Das aber ist Hans-Peter alias Hape Kerkeling schon längst klar.

Bewertung durch die FBW

Hans-Peter wächst im Ruhrpott der 1970er Jahre auf. Die Familie ist groß, laut, lustig und immer in Feierlaune. Die einen Großeltern leben auf dem Land, die anderen in der Stadt. Der Vater ist oft unterwegs auf Montage, aber die Mutter, die Hans-Peter abgöttisch liebt, ist ja da. Und es ist das Allerschönste für den 9-Jährigen, wenn er die Mutter mit seinen Witzen und Parodien von Verwandten und Bekannten zum Lachen bringen kann. Doch im Laufe der Jahre lacht seine Mutter immer weniger. Sie wirkt abwesend und schaut stundenlang aus dem Fenster. Fast so, als ob sie sich Stück für Stück aus dem Leben verabschiedet. Und kein Scherz dieser Welt kann sie wieder zurückholen. Im Jahr 2014 erschien mit DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT das Buch von Hape Kerkeling, in dem der Entertainer und Komiker von seiner Kindheit und dem Verlust seiner Mutter erzählt. Caroline Link hat nun die tragikomischen Geschichten ganz im Stil der Vorlage verfilmt. Denn in allen Gewerken - ob die detailgetreue und authentische Ausstattung, die sonnigen Bilder von Judith Kaufmann oder die hemdsärmelig rotzigen Ruhrpott-Dialoge innerhalb der Kerkeling-Familie, die Ruth Toma umgesetzt hat - zeigt sich die große Wärme und Herzlichkeit, die schon das Buch auszeichnet. Doch der Film steht und fällt natürlich mit der Besetzung von Hape Kerkeling als Kind. Und Julius Weckauf ist ein absoluter Glücksgriff. Jeder Blick, jedes Hochziehen der Augenbrauen, jeder noch so kleine Auftritt - all das ist eine perfekte Verkörperung des Künstlers. Gerade auch im Zusammenspiel mit Luise Heyer, die Hapes Mutter mit einem genauen Gespür für die fröhlichen und auch die tieftraurigen Momente verkörpert, entsteht zwischen den beiden eine ganz großartige Chemie als Grundlage für eine tief berührende Geschichte, die bis zum hoffnungsvollen Schluss das Leben und die Familie feiert....mehr

Diese Rezension wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden verfasst.