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Der Fall Richard Jewell (OV)

  • Land
    USA
  • Länge
    129 Minuten
  • Jahr
    2019
  • FSK
    12
  • Regie
    Clint Eastwood
  • Darsteller
    Kathy Bates, Sam Rockwell, Paul Walter Hauser
  • Genre
    Drama

Richard Jewell ist ein Volksheld - aber nur für kurze Zeit. Der übergewichtige Wachmann rettet viele Menschen, als er 1996 bei den Olympischen Spielen eine Bombe entdeckt. Dann aber fallen alle über ihn her: FBI und Journalisten beschuldigen ihn, hinter der Tat zu stecken. Der Anwalt Watson Bryant will ihm helfen. Doch Jewell macht, durch seine naive Art, einen Fehler nach dem anderen. Für die Medien ist das ein gefundenes Fressen.

Bewertung durch die FBW

Am 27. Juli 1996 erreicht die Veranstalter eines Konzerts ein Anruf: "Auf dem Gelände befindet sich eine Bombe. Sie haben eine halbe Stunde Zeit." Noch vor dem Anruf schlägt der Wachmann Richard Jewell wegen eines verdächtig aussehenden Rucksacks Alarm. Doch da der eher unscheinbare Security-Angestellte als Pedant bekannt ist, glaubt ihm zunächst niemand. Und doch kann dank ihm eine schnelle Evakuierung verhindern, dass Hunderte Menschen sterben. Richard Jewell wird zum Helden. Doch das FBI zweifelt seine Geschichte an. Wie konnte er so schnell wissen, dass Gefahr im Verzug ist? Als dann auch noch ehemalige Kollegen von Richard schlecht von ihm reden, ist für die Behörden der Fall klar. Und aus dem gefeierten Helden wird ein möglicher Tatverdächtiger. Einzig seine Mutter und der Rechtsanwalt Watson Bryant glauben an seine Unschuld. Wie bereits in SULLY beschäftigt sich Clint Eastwood auch in DER FALL RICHARD JEWELL mit einem Menschen, der vom Helden zum Gejagten der Medien und Justiz wird. Das Drehbuch von Billy Ray vermittelt mit dialogstarken Sequenzen eine große Spannung, zu der auch die exzellente Kamera von Yves Belanger beiträgt. Sam Rockwell als Watson Bryant ist wie Richard eine Antiheldenfigur und ein Realist, der die Windmühlen, gegen die er kämpft, sehr wohl erkennt. Und Kathy Bates vereint in ihrer Darstellung als Richards Mutter Verzweiflung und löwenhafte Kampfbereitschaft. Gegen Ende des Films hat sie ihren berührendsten Auftritt, als sie die versammelte Presse, für die Olivia Wilde als Beispiel der rigoros rücksichtslosen Journalistin steht, aufruft, den Namen ihres Sohnes wieder reinzuwaschen. Die Entdeckung des Films ist Paul Walter Hauser, der die Figur des Richard mit ehrlich berührender Authentizität spielt. Sein Hang zur obrigkeitshörigen Pedanterie macht seine Stellung als Sympathieträger nicht einfach, doch am Ende ist der Film so nahe bei ihm, dass man als Zuschauer nur pure Empathie empfinden kann. DER FALL RICHARD JEWELL macht eindringlich und mit zeitloser Aussage sichtbar, wie fragil der Begriff der Wahrheit ist, wenn Justiz und Medien ihn als Spielball für ihre Zwecke benutzen. Fesselndes Erzählkino, eindrücklich gespielt und meisterhaft inszeniert....mehr

Diese Rezension wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden verfasst.