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Bones and All (OV)

  • Land
    Italien
  • Länge
    130 Minuten
  • Jahr
    2022
  • FSK
    16
  • Regie
    Luca Guadagnino
  • Darsteller
    Taylor Russell McKenzie, Michael Stuhlbarg, Timothée Chalamet
  • Genre
    Drama

Maren Yearly steht am Rande der Gesellschaft. Dabei möchte sie nichts mehr, als von anderen Menschen respektiert zu werden und jemanden zu finden, der sie aufrichtig liebt. Doch wie soll jemand sie lieben, wo sie sich doch selbst hasst? Sie hasst sich vor allem dafür, ins Exil gegangen zu sein. Aber es gab für sie keinen anderen Ausweg, um ihre Familie und ihr eigenes Identitätsgefühl zu schützen. Dann trifft Maren auf den Außenseiter Lee.

Bewertung durch die FBW

Mit seinem neuesten Film BONES AND ALL beweist Regisseur Luca Guadagnino erneut, dass er die Grenzen zwischen Genres überzeugend durchmischen kann. Dabei gelingt ihm ein faszinierend-sinnlicher Hybrid aus Liebes- und Horrorfilm, der gleichzeitig eine liebevoll und zart erzählte Coming-of-age-Story, aber auch ein Roadtrip in die Schattenseiten einer amerikanischen Gesellschaft inmitten der 1980er Reagan-Ära ist. Dass es sich bei Maren und Lee um Figuren handelt, die Kannibalen sind, denen man aber gleichzeitig auch mit Empathie folgen kann, ist eine weitere Ambivalenz, die den Film auszeichnet. Timothée Chalamet spielt Lee mit mysteriösem Charisma, die Intensität seine Darstellung entsteht dabei nicht in ausladenden Gesten, sondern in einer fast transzendentalen Ruhe. Doch es ist Taylor Russell, die als Maren jede Szene mit ihrer Präsenz kontrolliert. Wie ein verlorenes Tier irrt sie zunächst haltlos auf den Straßen. Doch immer mehr erscheint sie gefestigt in ihrer Suche nach der eigenen Identität. Der Film lässt sich Zeit, die Figuren zu entwickeln, die dynamische Kamera von Arseni Khachaturan wird zum engen Reisebegleiter, wobei es ihr gleichzeitig gelingt, auch eine Stimmung für das Setting des Films zu entwickeln. Leere Landschaften, kaputte Gegenden, in sich zerrissene Menschen - BONES AND ALL zeichnet kein schönes Bild einer Gesellschaft und erlaubt den Liebenden doch einen Hoffnungsschimmer auf eine gemeinsame Zukunft. Die Bilder der Gewalt sowie die kannibalistischen Übergriffe inszeniert Guadagnino explizit und roh, der Score von Atticus Ross und Trent Reznor ist gewohnt rotzig und stimmungsvoll. Im Einsatz seiner Mittel, in der Erzählung seiner Geschichte und im Vermischen von Genres beweist BONES AND ALL Mut und überzeugt mit erzählerischer Kraft....mehr

Diese Rezension wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden verfasst.