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16.12.2017 - 25.03.2018

Trotzdem Alaaf! Kölner Rosenmontag 1991 + 2017

Termin: 16.12.2017 bis 25.03.2018
Ort: Kölnisches Stadtmuseum

Der Zweite Golfkrieg, der weltweit erste vom Fernsehen teilweise live übertragene Krieg der Geschichte, löste im Winter 1990/91 überall in Deutschland Angst und Betroffenheit aus. Die Menschen gingen auf die Straßen, um gegen die Kampfhandlungen zu demonstrieren. Immer mehr Städte sagten die geplanten Karnevalsumzüge ab. So auch in Köln: Nach anfänglichem Zögern verkündete das Festkomitee am 21. Januar 1991, dass der Rosenmontagszug in diesem Jahr nicht stattfinden würde.

Die Kölner feierten damals „trotzdem“ ihren Fastelovend. Es wurde ein spontaner, unorganisierter und ursprünglicher Rosenmontag im Schneetreiben – und eine jecke Demonstration gegen den Golfkrieg. Friedensdemonstranten vermischten sich mit traditionellen Karnevalisten, auf Schildern und Plakaten standen Parolen wie „Net scheeße, bütze“, „Vögeln statt Schießen“ oder „Nit scheeße! Seht Ihr nit, dat do Minsche stonn?“. Ein „Woodstock der Pappnasen“, so die WDR-Lokalzeit später.

Mit 89 Schwarz-Weiß-Aufnahmen von zwölf Fotografinnen und Fotografen lässt die Ausstellung „Trotzdem Alaaf!“ die Ereignisse und die Stimmung von 1991 wieder lebendig werden. Bereits kurz nach dieser kölschen Demonstration für das Leben hatte der Fotograf und Ausstellungsmacher Eusebius Wirdeier bekannte Kölner Text- und Bildautoren aufgerufen, ihre Fotografien und Erinnerungen an diesen denkwürdigen Rosenmontag zusammenzutragen.

Ein karnevalistischer Epochenbruch

Das daraus unter Mitwirkung von Kabarettist Jürgen Becker entstandene Ausstellungsprojekt wurde bereits 1991 zweimal der Öffentlichkeit präsentiert und nun für das Kölnische Stadtmuseum von Eusebius Wirdeier neu kuratiert. Original-Objekte und Filmbeiträge ergänzen die eindrucksvollen Fotografien. „Es war ein karnevalistischer Epochenbruch und Anstoß für eine wichtige und intensive Reformdiskussion innerhalb der traditionellen Karnevalsszene“, fasst Dr. Michael Euler-Schmidt, stellvertretender Direktor des Kölnischen Stadtmuseums, die Bedeutung des Golfkrieg-Rosenmontags zusammen.

Mit 40 Fotografien vom Rosenmontag 2017 schlägt die Ausstellung zudem den Bogen in die heutige Zeit. War der Karneval 1991 überschattet und bestimmt vom Golfkrieg, stand die Session 2017 stark unter dem Einfluss der vorausgegangenen terroristischen Anschläge, beispielsweise in Berlin. Die Aufnahmen der jüngeren Fotografinnen und Fotografen dokumentieren das ungewohnte Nebeneinander ausgelassener Jecken und polizeilicher Vorsichtsmaßnahmen, aber auch das gemeinsame Feiern von Menschen mit unterschiedlichsten kulturellen Wurzeln. Gleichzeitig werfen die Arbeiten einen kritischen, nachdenklich machenden Blick auf die Parallelität von feiernder Mehrheitsgesellschaft und Zeichen sichtbarer Armut im Straßenbild.

Weiterer Teil der Ausstellung sind Fotografien vom Rosenmontag 1946 bis 1949, einer Zeit, in der Köln selbst in Trümmern lag. „Auch mit diesen Bildern regt „Trotzdem Alaaf!“ dazu an, über die Ursachen von Krieg und Flucht erneut nachzudenken“, so Kurator Eusebius Wirdeier. „Eusebius Wirdeier zeigt mit dieser Dokumentation, dass der Kölner Karneval auch immer ein Spiegelbild der jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Ereignisse war“, so die Beigeordnete für Kunst und Kultur Susanne Laugwitz-Aulbach.

 

(zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2018 - 10:02 Uhr)

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