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Karikaturen und Zeichnungen eines französischen Zwangsarbeiters

Philibert & Fifi

Termin: 29.09.2021 bis 30.01.2022
Tickets: 4,50 Euro, ermäßigt 2 Euro
Ort: NS-Dokumentationszentrum (EL-DE Haus)

 

Die ungewöhnliche Sonderausstellung "Philibert & Fifi" zeigt das NS-Dokumentationshaus vom 29. September 2021 bis zum 30. Januar 2022: Zeichnungen und Karikaturen eines französischen Zwangsarbeiters, die er während seiner Dienstverpflichtung in den Jahren 1943 bis 1945 in der Steiermark anfertigte.

 

Der junge französische Künstler Philibert-Charrin (1920 bis 2007) wurde 1943, im Alter von 23 Jahren, vom Vichy-Regime zur Zwangsarbeit in das Deutsche Reich verpflichtet. Es folgte ein Einsatz als Erdarbeiter in der Steiermark, in der Nähe von Graz. Charrin war ein begabter Zeichner und Karikaturist, der schon in jungen Jahren politische Karikaturen anfertigte.

Er setzte sich bereits in seinen frühen Arbeiten mit dem Nationalsozialismus auseinander und karikierte Hitler, Göring und Goebbels. Während seiner Zeit als Zwangsarbeiter schuf er sich mit seinen Zeichnungen eine eigene Welt abseits der harten Arbeitsbedingungen. Mit Blick für die Eigenheiten der Menschen zeichnete er mit spitzer Feder das Lagerleben, die Arbeit und die Einheimischen. Eine Besonderheit in seinen Zeichnungen ist das Strichmännchen "Fifi", sein Alter Ego, als beobachtender Kommentator in den Zeichnungen.

Einblicke in wenig beachtete Geschichte 

Den Karikaturen und Zeichnungen kommt eine große Bedeutung zu: Sie stellen eines der wenigen zeitgenössischen Dokumente über die Zeit der Zwangsarbeit auf dem Gebiet der früheren Republik Österreich dar und geben Einblicke in die vielfach zu wenig beachtete Geschichte der westeuropäischen Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen innen. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden seine Zeichnungen ausgestellt und publiziert. Als französischer Künstler erlangte er in den Folgejahren mit seinen Gemälden und Collagen großes Ansehen. Für seine Karikaturen als Zwangsarbeiter interessierte sich aber niemand mehr. Er selbst verschloss diesen Lebensabschnitt in sich - bis kurz vor seinem Tod.

2016, nach mehr als 70 Jahren, zeigte das NS-Dokumentationszentrum diesen einzigartigen Schatz zum ersten Mal nach 1946. Die Ausstellung wird nun in einer ergänzten und erweiterten Fassung gezeigt. Die Witwe Anne Charrin überließ dem NS-DOK 2019 sämtliche Zeichnungen, Karikaturen und Dokumente von Philibert Charrin aus seinen frühen Jahren bis 1945.

Quelle und weiter Informationen unter museenkoeln.de

(zuletzt aktualisiert: 29. Dezember 2021 - 12:55 Uhr)

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