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Der ergreifende Naturalismus des Barock

Unter die Haut

Termin: 07.05.2021 bis 24.04.2022
Tickets: 11 Euro, ermäßigt 8 Euro; unter 18 J. Eintritt frei
Ort: Wallraf-Richartz-Museum - Fondation Corboud (WRM)

Ribera, Zurbarán und Murillo: Drei Namen, drei Künstler, ein Königreich, eine Epoche - sie alle bringt das Wallraf in seiner nächsten Jahrespräsentation zusammen. Die drei Stars des spanischen Barock und ihre naturalistischen Malereien werden den Besucherinnen und Besuchern bis zum 24. April 2022 laut Ausstellungstitel "Unter die Haut" gehen.

Dafür sorgen nicht nur der ergreifende Realismus, das Pathos und die spirituelle Überzeugungskraft der Meister, sondern auch ihre Inspirationsquellen. Anlass dafür, den kleinen, aber feinen Bestand spanischer Barockmalerei des Wallraf in den Fokus zu rücken, ist die jüngst vollendete Restaurierung von Riberas Hauptwerk Heiliger Paulus der Eremit.

Das Gemälde von 1647 befindet sich seit mehr als achtzig Jahren in der Kölner Sammlung und wurde jüngst dank finanzieller Unterstützung durch das Land NRW erstmals grundlegend restauriert. Selbst Kenner des Bildes wird seine neue Ausstrahlung erstaunen. Für die Sonderschau verstärkt sich das Wallraf mit hochkarätigen Leihgaben aus dem Museo de Bellas Artes in Sevilla, der Gemäldegalerie Berlin und dem Arp-Museum Remagen.

Nüchternheit trifft auf Drastik

 

Im Mittelpunkt von "Unter die Haut" steht die Bildsprache und künstlerische Bandbreite von Jusepe de Ribera (1591-1652). So treffen die Nüchternheit und Drastik seines frisch restaurierten Eremiten auf den Farbenrausch und die Lässigkeit (sprezzatura) seines Apostel Jakobus der Ältere (1634, Museo de Bellas Artes in Sevilla), um gemeinsam in Riberas Heiligen Hieronymus (1636, Arp-Museum Remagen) zu verschmelzen. Dieses beeindruckende Gemälde-Trio liefert einen faszinierenden Einblick in die Entwicklung und Vision des Künstlers.

Riberas Ausdruckskraft spiegelt sich bereits in dem gezeigten, frühen Männerporträt (um 1609, Gemäldegalerie Berlin), das lange als Werk von Caravaggio galt. Ein Eindruck, der sich im direkten Vergleich mit dem nicht weniger ikonischen Meister Francisco de Zurbarán (1598 - 1664) verfestigt. Sein Christus der Barmherzigkeit zeigt den Gekreuzigten nicht als expressiven Schmerzensmann, sondern als ein im Dunkeln mystisch scheinender Heiland, dessen stille Größe uns unmittelbar ergreift. Und auch der Vergleich mit dem großartigen Bartolomé Esteban Murillo verdeutlicht die Wirkungsmacht der naturalistischen Bildsprache des spanischen Barock.

Die Jahrespräsentation "Unter die Haut" entsteht in enger Partnerschaft mit dem Museo de Bellas Artes in Sevilla, mit dem das Wallraf eine langjährige Kooperation verbindet, und wird von der Botschaft des Königreichs Spanien in Berlin gefördert.

Quelle sowie weitere Informationen unter www.wallraf.museum.  

(zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2021 - 13:07 Uhr)

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