• Home
  • So, 20. Okt. 2019
  • Stadtplan
  • Verkehr
  • KoelnMail
  • Newsletter
  • DE | EN
koeln.de

05.05.-26.08.2018

Bretter, die die Welt bedeuten

Termin: 05.05.-26.08.2018
Tickets: 5 €/3 € erm.
Ort: Kölnisches Stadtmuseum

Mit  „Bretter, die die Welt bedeuten“ zeigt das Kölnische Stadtmuseum eine Ausstellung, die sich der Geschichte der Gesellschaftsspiele widmet.

Mit den Spielen aus dem Depot könnte er die Kunsthalle füllen. Sagt Mario Kramp, Direktor des Stadtmuseum. Mit der Ausstellung „Bretter, die die Welt bedeuten“ beschränkt er sich jetzt auf die erste Etage der Alten Wache – und damit es nicht beim spannenden Gucken bleibt, hat er das Erdgeschoss zum Spielen freigegeben.

Lernen und sich unterhalten, sich mit anderen messen, sich an Regeln halten oder schummeln (ob’s der Gegner merkt?) – Gesellschaftsspiele sind äußerst vielfältig, wie diese Ausstellung zeigt. Ihr Titel greift allerdings nur einen Teil auf, denn nicht nur Brettspiele, auch Kartenspiele sind zu sehen, ein Kicker – und natürlich aktuelle Computerspiele.

130 Exponate aus über 2000 Jahren 

Rund 130 Exponate – darunter 50 Leihgaben von anderen Kölner Museen und privaten Sammlern – spiegeln die Lust am Spiel über 2000 Jahre wieder. Es beginnt mit den Sprunggelenkknochen von Rindern oder Schafen: Die Römer nutzten sie als Würfel – auch Kaiser Augustus frönte diesem Vergnügen. Es endet mit dem virtuellen Bewegungsspiel „Snake Pit“. Während die Knochen-Würfel nur in Vitrinen zu bestaunen sind, kann „Snake Pit“ wie auch das legendäre Computer-Tennis praktisch ausprobiert werden. Überraschend zu sehen, wie sich Spiele wie „Tric-Trac“ oder „Puff“ im Laufe der Zeit und in Kulturen änderten.

 

Die Spiele aus der eigenen Sammlung waren bislang noch nie zu sehen – wie das gut 250 Jahre alte Schachspiel aus Elfenbein des Kölner Erzbischofs Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels. Ein Wiedersehen dürfte es für manche Computer-Freaks mit der Spielkonsole „VC 4000 Video Computer“ geben: Sie wurde in den späten 1970er Jahren in Köln produziert.

Soziales Verhalten lässt sich beim Spielen lernen – etwa, wie man bei „Mensch ärger dich nicht“ mit Anstand verliert. Der Politik war – und ist – das manchmal nicht genug. So konnte man im Ersten Weltkrieg beim Brettspiel „Liebesgaben für die Front“ Strümpfe, Kuchen, Hosenträger oder Zigaretten erwürfeln und symbolisch den Soldaten im Schützengraben schicken. Die Nazi-Diktatur machte Jagd auf den Kohlenklau oder trainierte in einer Art Halma mit Schlagzwang den „Sturmangriff“. Geradezu wohltuend dagegen, sich auf die Spuren des Kölner „48er“-Revolutionärs Robert Blum zu würfeln (Spielanleitung und -plan liegen dem Katalog bei).

Ausstellung als Parcour

Doch nicht nur das politische Umfeld ihres Entstehens spiegeln die Gesellschaftsspiele wider, auch den technischen Fortschritt oder die „Globalisierung“ durch die wachsenden Reisemöglichkeiten. So lässt sich bei der Würfelreise entlang des Rheins die Heimat entdecken und die Ferne bei der Expedition durch Asien. Man konnte auf dem Küchentisch mit dem Zug „reisen“, mit dem Flugzeug oder 1910 mit dem Zeppelin. Pech hatte – wer beim Würfeln auf dem Ereignisfeld mit einem abstürzenden brennenden Luftschiff landete.

Die Ausstellung ist als Parcour angelegt. Und ganz up to date kann man sich auch von einer App – entwickelt von den Kölner Studios „art+com“ und „the good evil“ – führen lassen und mitspielen: Eine von 13 Figuren ausgesucht und los geht’s! (js; Foto: Rheinisches Bildarchiv, Sabrina Walz)

„Bretter, die die Welt bedeuten“ – bis 26. August 2018, Kölnisches Stadtmuseum, Zeughausstr. 1-3, 50667 Köln, Di 10-20 Uhr, Mi-So 10-17 Uhr, am ersten Donnerstag eines Monats 10-22 Uhr. Umfangreiches Begleitprogramm.

(zuletzt aktualisiert: 7. Mai 2018 - 8:55 Uhr)

Weitere aktuelle Ausstellungen in Köln