Vogelsang
Von der "Armensiedlung" zur grünen Oase
Die Ursprünge des Stadtteiles Vogelsang liegen in den Anfängen des 20. Jahrhunderts: Im Kölner Nordwesten entstand in den 30er Jahren ein von der damaligen Regierung geplanter neuer Siedlungstyp, Stadtrand- oder Erwerbslosensiedlung genannt. Die Einwohner sollten auf den bis zu 900 Quadratmeter großen Parzellen ihren Lebensunterhalt durch Kleintierzucht und Gemüseanbau selbst bestreiten. Die ersten Häuser im neuen Stadtteil entstanden durch eigene Bauleistung der Bewohner und Nachbarschaftshilfe.Während des Dritten Reiches kamen, entgegen den alten Plänen, Mietswohnungen hinzu, um Wohnraum zu schaffen. In der Nachkriegszeit hatten die Vogelsanger das Glück auf ihrer Seite: Nahrungsmittel waren knapp und begehrt und die heimischen Gärten boten reichlich Lebensmittel. So kam es vor, dass sich des Nachts viele Kölner in den Westen der Domstadt aufmachten, um im nahe gelegenen Vorort zu „hamstern“.
Während der 50er und 60er Jahre entstand eine Vielzahl neuer Eigenheime, die sich weitgehend in den historischen Ortskern integrierten. Dank der Renovierung der alten Siedlungshäuser entsprechend den damaligen Standards für Neubauten ging der frühere Ruf einer „Armensiedlung“ schnell verloren. Die alten Nutzgärten sind heute wahrhafte grüne Oasen. Seit 2000 wächst der Ortsteil durch die Erweiterung Vogelsang-Nord mit Einfamilienhäusern und Mietwohnungen.
An alte bäuerliche Traditionen wird in Vogelsang durch das traditionelle "Vogelsanger Kappesrollen" erinnert, das einmal im Jahr auf dem Vogelsanger Markt stattfindet. Es wird damit der früheren Kohlbauern erinnert, die auf ihren Feldern vor den Toren der Stadt ihren Weißkohl ernteten und nach Köln lieferten. Am Markt selbst findet man ein kleines Geschäftszentrum mit eingeschossigen, historischen Häusern.


