Neuehrenfeld
Österreicher war Pate für das Stadtteilzentrum
Neuehrenfeld, das immer ein wenig im Schatten des Multikultistadtteiles und lebensfrohen Ehrenfelds steht, gehört mit zu den jüngeren Stadtteilen der Domstadt. Erst im Jahre 1871 entstand das erste Haus Neuehrenfelds, das damals noch nicht zu Köln gehörte. Seinen offiziellen Namen "Neuehrenfeld" erhielt der Stadtteil, der 1888 eingemeindet wurde, erst nach dem 2. Weltkrieg - im Jahre 1954.Im Mittelpunkt des Viertels liegt der Lenauplatz, benannt nach dem österreichischen Dichter Nikolaus Lenau, mit den ihn umgebenden Bürgerbauten aus der späten Gründerzeit bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Trotz vieler Kriegsschäden und dadurch entstandener Baulücken, die architektonisch oft weniger gelungen ausgefüllt wurden, lassen sich in Neuehrenfeld noch zahlreiche schön verzierte Stuckfassaden finden.
Neuehrenfeld verfügt, nicht zuletzt durch den Zuzug von Migranten aus vielen Ländern, heute über ein großes Spektrum kleinerer Handwerksbetriebe, Geschäfte, Restaurants, Weinstuben und seit einigen Jahren eine zunehmende Anzahl von Szenekneipen. Ähnlich wie in Ehrenfeld herrscht auch in Neuehrenfeld ein buntes Durcheinander der verschiedenen Nationalitäten vor. Im Sommer bildet der Blücherpark, entstanden in den Jahren 1911 bis 1913, einen wichtigen Treffpunkt mit hohem Freizeitwert für Kölner jeglicher Couleur. Die weitläufige Grünfläche wartet mit einem großen See auf, an dessen Kahnstation am Ufer sich ein beliebter Biergarten befindet.
Inmitten eines Gleisdreiecks nördlich der Inneren Kanalstraße hat die alternative Kunst- und Kulturszene mit „Odonien“ eine attraktive Heimstatt gefunden. Auf dem ehemaligen Bundesbahngelände befindet sich das Atelier des Künstlers Odo Rumpf, der sich dort mit seinen Stahlskulpturen eine „eigene Welt“ geschaffen hat. In Odonien machen zum Beispiel Zirkusse halt oder Musik- und Artistikfestivals nutzen die Industriebrache als Standort. Nur wenige Meter entfernt ragt das blaue Hochhaus des Pascha, eines der größten Bordelle Europas, weithin sichtbar in den Himmel.


