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Elf Kölner Besonderheiten

Das ist typisch Kölsch

"Hey Kölle - Du bes e Jeföhl", heißt eines der bekanntesten Lieder der "Höhner". Was macht dieses besondere Lebensgefühl der Menschen in der Domstadt aus, das die Kölner Band besingt? Was ist typisch Kölsch? koeln.de erklärt natürlich elf verschiedene Besonderheiten der Domstadt.

Die Sprache

Mit dem kölschen Dialekt bringt der Kölner seine Fröhlichkeit, seinen Pragmatismus und seine Obrigkeitskritik zum Ausdruck. Kölsch ist eine lebende Sprache mit eigener Kultur, Theatern - wie dem Volkstheater Millowitsch um die Kölner Legende Willy Millowitsch (Foto) -, Literatur und vor allem Liedern: von Kölsch-Rock bis Karneval. Wenn der Kölner Hochdeutsch sprechen will, hört man oft noch die besondere Kölner Färbung. Statt „g“ am Wortanfang wird meistens "j" gesprochen, der "ich"-Laut klingt immer wie "sch", statt "das" und "was" heißt es "dat" und "wat".

Der Dom

Sprichwörtlich ist die Rührung, die die Kölner überkommt, wenn sie nach einer Reise die Domspitzen sehen. Der Dom ist das Wahrzeichen Kölns. Er ist Deutschlands Sehenswürdigkeit Nummer eins: Über sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die Unesco-Welterbestätte. Die 157,38 Meter hohe, gotische Kathedrale hat den zweithöchsten Kirchturm Europas und birgt den Schrein der Heiligen Drei Könige. Seit 2007 verleiht das Fenster des Künstlers Gerhard Richter dem Dom eine weitere Attraktion. Für 2,50 Euro Eintritt kann der Turm bestiegen werden.

Das Nationalgetränk Kölsch

Kölsch, das Lieblingsgetränk der Kölner, ist laut Kölsch-Konvention „ein nach dem Reinheitsgebot hergestelltes, helles, hochvergorenes, hopfenbetontes, blankes, obergäriges Vollbier“. Getrunken wird aus „Kölschstangen“ - schlanken 0,2-Liter-Gläser. Für Kölsch wird obergärige Hefe verwendet, die Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius zum Gären benötigt. Diese schwimmt nach dem Brauen oben und wird abgeschöpft. Das obergärige Bier wird seit 874 am Rhein hergestellt. Kölsch darf bis heute nur in in der Domstadt gebraut werden.

Brauhäuser

Ebenso beliebt wie das Kölsch selber sind die urigen Brauhäuser. Köln ist wohl die deutsche Stadt mit den meisten Biersorten und Brauhäusern. Jede Kölsch-Sorte hat ihren eigenen, individuellen Geschmack und natürlich ein eigenes Brauhaus. Für die Versorgung der durstigen Gäste ist der "Köbes" zuständig. In einem Kranz bringt er das Kölsch zum Tisch. Achtung: Der Köbes sorgt solange ungefragt für Nachschub, bis der Gast als Zeichen fehlenden Durstes einen Bierdeckel auf sein Glas legt. "Drink doch ene mit" ist eine der Redensarten der Kölner, die sie so sympathisch machen.

"Halver Hahn" und Co.

Neben Kölsch und einem "lecker Madche" gehört laut der Kölner Band "Höhner" auch "Blootwoosch" (Blutwurst) zur Kölner Glückseligkeit dazu. Diese gibt es als "Himmel un Ääd" mit Zwiebeln, Kartoffelpüree und Apfelmus oder als "kölscher Kaviar" mit einem Roggenbrötchen. Wer einen "halve Hahn“ bestellt und nicht mit einer dicken Scheibe Gouda, einem halben Roggenbrötchen, Butter und scharfem Senf zufrieden ist, outet sich schnell als Nicht-Kölner. Weitere Spezialitäten: "Hämche" (Eisbein), "Rievkooche" (Reibekuchen) und "Soorbrode" (Sauerbraten).

Fastelovend (Karneval)

Köln ist nicht umsonst die Hauptstadt des Karnevals ("Fastelovend") in Deutschland. Gerade in der "5. Jahreszeit" kann der Kölner sich ausleben, Unterschiede werden bedeutungslos, man feiert und trinkt zusammen. Höhepunkt ist der Rosenmontagszug. Die so genannte Session beginnt am 11. November um 11:11 Uhr. Ab Weiberfastnacht befindet sich die Stadt im Ausnahmezustand: "Kölle Alaaf!" ("Es lebe Köln!") ist überall zu hören und "Bützchen" (Küsschen) werden verteilt. Prinz, Bauer und Jungfrau sind die obersten Repräsentanten.

 

Der 1. FC Köln

Große Emotionalität zeigen die Kölner beim Fußball: Die Treue der Fans des 1. FC Köln ist legendär, die Zahl der Besucher der Heimspiele – besonders zu Zeiten der Zweitklassigkeit – ist Rekord. Obwohl der letzte Titelgewinn mit dem DFB-Pokal-Sieg 1983 lange her ist, sind die meisten Spiele ausverkauft; an Karten zu kommen, ist nicht so einfach. Ein Geißbock (Foto) ist das Maskottchen, benannt nach dem FC-Spieler der ersten Stunde und ehemaligen Trainer, Hennes Weisweiler.

Der Kölsche Klüngel

"Man kennt sich und man hilft sich." So definierte der ehemalige Bundeskanzler und Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer den kölschen Klüngel – ein auf gegenseitigen Hilfeleistungen und Gefälligkeiten beruhendes System. Im Alltagsgebrauch ist Klüngel im Kölner Raum durchaus positiv besetzt, im Sinne von "eine Hand wäscht die andere" oder "vernetzt" sein. Es gibt aber noch eine andere Seite des Klüngel: Korruption, Vermischung verschiedener Interessen, eigene Bereicherung. Dieser Klüngel wird häufig im Karneval kritisiert (Foto).

Kölnisch Wasser

Es ist ein unverwechselbares Souvenir der Köln-Touristen: Echt Kölnisch Wasser oder auch Original Eau de Cologne (auf Kölsch: "Ottekolong") ist die Bezeichnung für ein Kölner Duftwasser. Im Gegensatz dazu ist Original Eau de Cologne eine geschützte Herkunftsbezeichnung, die nur von Kölner Herstellern verwendet werden darf. Am bekanntesten ist die Marke 4711. Unbekannter ist das (anders riechende) Original Eau de Cologne der Firma Johann Maria Farina. Ihr Gründer schuf 1709 ein Duftwasser, das er zu Ehren seiner Heimatstadt "Eau de Cologne" nannte.

Das Kölsche Grundgesetz

Das Kölsche Grundgesetz ("Et Kölsche Grundgesetz") besteht aus 11 Redensarten, die der Kölner bei jeder sich bietenden Gelegenheit zitiert. Das kölsche Grundgesetz, dessen Autoren und dessen Enstehungszeit unbekannt sind, beschreibt typisch kölsche Eigenarten, die zum kölschen Lebensgefühl passen. Der Kölner Kabarettist Konrad Beikircher fügte die Artikel 2001 zusammen. Zu den bekanntesten Redensarten gehören "Et kütt wie et kütt." (Hab keine Angst vor der Zukunft) oder "Wat fott es, es fott." (Jammer den Dingen nicht nach.).

Vater Rhein

Vater Rhein, der 1324 Kilometer lange Fluss fließt durch die Stadt und teilt sie in das "richtige" Köln (linksrheinisch) und in die "schäl Sick", die "falsche" Seite der Stadt. Sieben Brücken führen in Köln über den Rhein. Seit der Bundesgartenschau 1957 kann man außerdem mit der Kölner Seilbahn über den Rhein fahren. Einige Brücken sind vor allem während der Silvesternacht und der Kölner Lichter, dem größten musiksynchronen Feuerwerk Deutschlands, beinahe brechend voll. Auf den Wiesenflächen am Ufer treffen sich die Kölner bei schönem Wetter zum Fußballspielen und Camping. (sar)

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