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Eines der bedeutendsten Ergebnisse salischer Baukunst

St. Maria im Kapitol

Historie

Im ersten Jahrhundert nach Christus erbauten die Römer auf dem wohl einzigen kleinen Hügel im Stadtgebiet Kölns einen Tempel zu Ehren ihrer Hauptgötter Juno, Minerva und Jupitter. Die nur wenige Meter hohe Erhebung an der südöstlichen Seite des Colonia Claudia Ara Agrippinensium liegt wenige Meter südwestlich des heutigen Heumarkts. Im siebten Jahrhundert errichteten ebenfalls die Römer ein Kloster samt Kirche auf den Mauern des Tempels, die sich fortan wegen der zentralen erhabenen Lage den Namenszusatz "im Kapitol" geben durften. Die Gründung der klösterlichen Gemeinschaft oblag Plectrudis, Gattin des fränkischen Hausmeiers Pippin II..

Unter Äbtissin Ida wurde der Chorstuhl zum ersten Mal in der inzwischen in Köln etablierten Kleeblattform gebaut. Er ist nach Messungen das genaue bauliche Ebenbild der Geburtskirche in Bethlehem. Um dem Gefälle Richtung Rhein gerecht zu werden, wurde der Chorstuhl mit einer dreischiffigen Chrypta unterbaut. Auf der Gegenseiten erhoben sich einmal drei Glockentürme, von denen der mittlere jedoch eingestürzt ist.

Zur massiven 4,85 Meter hohen und 2,48 Meter breiten mit zahlreichen Schnitzereien verziehrten Holztür aus dem Jahr um 1060 gelangt man von der Westseite durch die alten Kreuzgänge des Klosters.

Die sind zwar die einzigen überbleibenden Zeugen dieser Zeit, jedoch sind die noch gut erahlten. Sie bilden die Erdgeschossmauern für an St.Maria angrenzende Wohnhäuser. Außer den berühmten Holztüren können Besucher die zwei Grabplatten der Plektrudis aus dem zwölften bzw. dreizehnten Jahrhundert bewundern. Sie und Äbtissin Ida hatten maßgeblichen Einfluss auf die Geschichte der Kirche. Wer eine Führung bucht, erfährt mit Sicherheit auch Näheres über eine Intrige und eine Liebesgeschichte zwischen den beiden Frauen, Pippin selbst, seinem Sohn Karl und dessen Sohn. Weiteres Kuriosum sind die sogenannten " Zint Märjens Repp - St. Mariens Rippe". Die anordnung von Knochen stammen aus dem Brustkorb bzw. dem Kiefer eines Grönlandwals, der sich während des Pleistozäns in den Rheinarm verirrt hatte. Wie die Gebeine letztendlich in St. Maria gelandet sind und welchen Sinn sie dort erfüllt haben, ist bisher völlig unklar.

Die Kupferplatte mit dem Grundriss der Kirche verrät gleichzeitig die Verwandschaft zur Geburtskirche in Bethlehem und zu St. Maria Maggiore in Rom, deren Bauskizze ebenfalls im Fußboden verewigt ist. Allen drei Kirchen gemein ist, dass in ihnen jeweils die erste Weihnachtsmesse gefeiert wird, nicht etwa im Kölner oder Petersdom. In den Wintermonaten finden zudem immer wieder Konzerte in St. Maria statt, da die Musiker stets die tolle Akkustik loben.

Information

Besichtigungen: Mo-Sa 9.00 -18.00 Uhr,
So 11.30-17.00 Uhr

Hinweis: Während der Gottesdienstzeiten ist keine Besichtigung möglich.

Adresse

Marienplatz 19
50676 Köln
Tel.: 0221 / 214615
Fax: 0221 / 2403432
www.maria-im-kapitol.de

Anfahrt

Stadtplan
Fahrplanauskunft

Straßenbahn: 1, 2, 7, 8, 9 (Heumarkt)

Bus: 132, 133, 250 und 260 Heumarkt

Wer mit dem Auto anreist, sollte entweder außerhalb parken und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt fahren, oder eines der zahlreichen Parkhäuser nutzen.

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