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Vergessene Krypta und Dreikonchenchor

St. Aposteln

Historie

An der Stelle, an der gerade außerhalb der Kölner Stadtmauer an der Straße nach Aachen ein altes Apostelkirchlein gestanden hatte, ließ der Kölner Erzbischof Pilgrim nach 1021 eine dreischiffige Basilika und ein daran angrenzendes Chorherrenstift erbauen.

Aber erst nach einem Brand 1198 erhielt die Kirche ihre jetzige Gestalt, wie sie auf der Darstellung des Mercator-Plans von 1571 zu sehen ist. Nach dem Brand wurde mit dem Bauteil begonnen, dem Aposteln seine Bedeutung verdankt, dem ausgereiftesten und imposantesten Drei-Konchen-Chor Kölns, einem der faszinierendsten Architektur-Schaubilder.

Im Gegensatz zum Grundriss des lateinischen Kreuzes, bei dem ein gerades Langhaus im Kopfbereich von einem ebenfalls geraden Querhaus rechtwinklig durchkreuzt wird, wie bei St. Aposteln im Westen, werden beim Drei-Konchen-Chor drei gleich große Apsiden an den Seiten eines Quadrates so zueinander gesetzt, dass sich im Grundriss die Form eines Kleeblattes ergibt, weshalb diese Lösung auch "Kleeblattchor" genannt wird. Dadurch ergibt sich hier im Osten an der Stelle des Chores ein Bau mit einem eigenen Zentrum und gleichwertigen Seitenteilen.

Nach der Kirche ist auch das drittälteste Kölner Gymnasium, ursprünglich 1860 in dieser Straße gegründet, an der Apostelkirche benannt. Die Kirche verfiel allmählich, musste 1822 wegen Baufälligkeit polizeilich geschlossen werden und wurde kurz darauf restauriert. Bis 1891 fanden umfangreiche Renovierungen statt. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche aber zerstört und erst vor wenigen Jahren wurde die endgültige Wiederherstellung aller Teile fertiggestellt. Auch eine vergessene, zugeschüttete Krypta wurde wiederhergerichtet.

Die Zahl der zwölf Apostel, der Patrone der Basilika, findet sich auch in den zwölf Pfeilern wieder, auf denen die Kirche gegründet ist.

Über Jahrhunderte war St. Aposteln Chorherrenstift. Erst 1802 nach der Säkularisation übernahm die Pfarrgemeinde die Kirche.

Pilgrim, der Gründer der Basilika, wurde vom Abt von Reichenau hoch gerühmt wegen seines Bemühens, mathematische Spekulation und himmlische Harmonie im Lobe Gottes zu vereinen. Diese Gabe Pilgrims zeigt sich in dem Bauwerk der Basilika, einem "Gesamtwerk vollendeter Harmonie". Sie ist zugleich steter Anspruch an diejenigen, die an dieser Basilika das Lob Gottes - häufig in der Sprache der Musik - verkünden.

Besichtigungen

Dienstag bis Freitag: 11 - 13 Uhr
Montag, Dienstag, Donnerstag: 15 - 17 Uhr

Führungen nur nach Absprache mit dem Pfarramt.

Adresse

Neumarkt 30
50667 Köln

 

Tel.: 0221 - 92 58 76-0
Fax: 0221 - 92 58 76-18
email: post@st-aposteln.de
www.st-aposteln.de

 

Anfahrt

Stadtplan
Fahrplanauskunft

Straßenbahn: 1, 3, 4, 7, 9, 16 und 18 bis Haltestelle: Neumarkt
Bus: Linien 136 und 146 bis Haltestelle: Neumarkt

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