Schau im Museum Ludwig
Yvonne Rainer - die Frau, die den Tanz revolutionierte
Mit 30 sprengte sie dem Tanz den Weg frei in die moderne Kunst. Dann drehte sie Filme – und kehrte mit 66 Jahren auf die Tanzbühne zurück. Jetzt zeigt das Museum Ludwig eine Retrospektive für Yvonne Rainer. Rund 100 Fotos zeigen ihr Wirken, auf 20 Abspielstätten sind ihre Filme und Choreografien zu sehen, dazu Plakate, Notizbücher und Choreografien.
1934 wurde Yvonne Rainer in San Francisco geboren, Tanz studierte sie bei den Legenden Martha Graham und Merce Cunningham. In New York lernte sie Vertreter der Pop-Art wie Robert Rauschenberg und der Minimal-Art wie Carl Andre kenne. Sie griff deren Ideen für den Tanz auf. Alltagsbewegungen nahm sie als “Ausgangsmaterial” für ihre Choreographien, auch Stimmen gehörten dazu. Schlagzeilen machte sie, als sie ihr Ballettstück “Trio A” 1970 als Protest gegen Zensur nackt, allein mit der US-Flagge bekleidet, tanzen ließ.
Einige ihrer Spielfilme, die sie seit den 1970er Jahren drehte und in denen sie verschiedene Medien einbezog, gelten heute als herausragene Werke der Filmgeschichte des späten 20. Jahrhunderts. Der Startänzer Mikhail Baryshnikov brachte sie zu Beginn dieses Jahrhunderts wieder zurück auf die Bühne. In ihren jüngeren Stücken setzt sie sich kritisch-ironisch mit den Klassikern des Balletts auseinander. Zur Ausstellung im Museum Ludwig, eine Koproduktion mit Bregenz, gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm, unter anderem mit Live-Tanzaufführungen. (js)
“Yvonne Rainer – Raum, Körper, Sprache” – bis 29.7., Museum Ludwig, Di-So 10-18 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat 10-22 Uhr, Eintritt 10/7 Euro, Katalog 38 Euro, Begleitprogramm unter www.museum-ludwig.de
(Erstellt am 28. April 2012 - 12:43 Uhr; aktualisiert 28. April 2012 - 14:45 Uhr)





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