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Rautenstrauch-Joest-Museum

"Rama und Sita" - Indiens schönste Liebesgeschichte in 87 Bildern

14 lange Jahre musste Kronprinz Rama mit seiner geliebten Sita im Urwald verbringen. Sie waren erfüllt von Abenteuern, Sita wurde von einem Dämonen entführt, unterstützt von einem Affen- und Bärenheer konnte Rama sie befreien. Besucher des Rautenstrauch-Joest-Museums können ab Samstag „Indiens schönste Liebesgeschichte“ anhand von 87 Bildern nach- und miterleben. Und damit das richtige Gefühl aufkommt, hat sich die Ausstellungshalle in einen kleinen Dschungel verwandelt.

Die Geschichte von Rama und Sita – seit rund 2000 Jahren in Indien bekannt unter dem Titel Ramayana, „Der Gang Ramas“ – ist eine der populärsten Dichtungen Südostasiens und wichtiger Teil der hinduistischen Religion. Fürsten beauftragten gegen hohes Honorar Maler, die über 20.000 Verse des mit Gewalt gespickten Liebesepos’ zu illustrieren. Es entstanden Zyklen zwischen 50 und 300 Bildern.

Nur ganz wenige sind noch komplett erhalten, die Bilder, die das Züricher Rietberg-Museum nach Köln ausgeliehen hat, stammen deshalb von unterschiedlichen Malern, die zwischen 1600 und 1800 lebten. So lassen sich unterschiedliche Stile etwa in der Darstellung der räumlichen Tiefe erkennen.

Was sie verbindet, ist zum einen die simultane Darstellung zeitlich aufeinander folgender Ereignisse, gleichsam ein Comicstrip in einem Bild. So zeigt eines, wie Rama und Sita an den reichen Auslagen des Basars vorbeigehen, dann, wie sie ihre Prunkgewänder ablegen und sich schlichte Laubkleider anlegen, schließlich wie sie auf einem Wagen die Stadt Richtung Urwald verlassen. Ein anderes, wie die Diener des Entführers das nahende Tierheer von der Burgmauer aus beobachten, direkt daneben sieht man, wie sie sich – in Affen verwandelt – dem Gegner als Spion nähern.

Farbenpracht und Detailtreue ist das andere Gemeinsame der Bilder, die nur ganz selten größer sind als DIN A 3. Die blaue Hautfarbe Ramas ist dabei das Symbol für dessen Göttlichkeit, er galt als Vorbild für einen gerechten Herrscher.

Vergrößerungen ausgewählter Bilder machen Appetit, die vielen Geschichten auf den kleinen Originalen wiederzufinden. Man muss schon genau hingucken, um die vielen Einzelheiten zu sehen, die die Maler mit kostbaren Steinpigmentfarben – viele aus Edelsteinen – und Pinseln, die oft nur zwei Haare hatten, aufs Papier brachten. Da sind Sitas Haare nicht einfach eine schwarze Fläche – da kann fast jedes Härchen einzeln nachzählen. Und mit viel Einfühlungsvermögen malten sie die Gefühle der Protagonisten.

In drei „Kapitel“ ist die Geschichte gegliedert: Die Intrige, die zum Exil führte, das Leben im Dschungel und schließlich Befreiungsschlacht und Rückkehr. Vor dem Dschungel musste der Ganges überquert werden, vor der blutigen Schlacht, die auf einer Insel stattfand, der Ozean. Der Ausstellungsparcour zeichnet diesen Weg mit zwei Brücken über glitzernder Folie nach und macht die Bilderschau zu einem ganz besonderen Vergnügen. (js)

Rama und Sita – Indiens schönste Liebesgeschichte“ – bis 21. Oktober, Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstr. 29-33 (Am Neumarkt), Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Eintritt (nur Sonderausstellung) 6/4 Euro, Audioguide 2 Euro, umfangreiches Begleitprogramm.
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(Erstellt am 19. April 2012 - 14:10 Uhr; aktualisiert 20. April 2012 - 11:16 Uhr)


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