Die Magistrale

111 Orte: Schiefe Bahn im Deutzer Rathaus

Das Deutzer Rathaus ist ein Gebäudekomplex, durch das der ein oder andere sicher schon einmal auf dem Weg zur Lanxess-Area gelaufen ist. Trotz einer gewissen Sterilität birgt das Gebäude eine Menge Sonderheiten. Überall sind Aufgänge und Treppen, der Boden läuft aufwärts und in den Säulen sind kleine Durchgänge eingelassen.

Es ist nicht leicht, sich mit diesem Gebäudekomplex anzufreunden. Zu gigantisch kommt er daher, zu unübersichtlich und vor allem: zu kalt und zu abweisend für ein Haus der Bürger. Schon die korrekte Benennung bereitet inzwischen Schwierigkeiten. Ursprünglich sprach man von der »Mantelbebauung« der KölnArena. Heutzutage schwankt man zwischen den Bezeichnungen »Technisches Rathaus« und »Stadthaus Deutz«.

Und dennoch findet sich auch hier ein Ort, der einen gewissen Charme versprüht, der über einen individuellen Charakter verfügt. Die sogenannte Magistrale, die Hauptstraße also, verbindet den Willy-Brandt-Platz 2 und 3. Tritt man hier von Westen her ein, steht man in einer lang gestreckten, kerzengeraden Halle, deren Boden nach Osten hin leicht ansteigt. Dominant sind die erdig rot gestrichenen, rechteckigen Betonsäulen, die das in rund acht Metern Höhe gelegene Dach stützen.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos).
Dieses Buch jetzt bestellen

Immer wieder sind kleine Durchgänge in diese Säulen eingelassen, ein Gestaltungselement, das sich draußen, parallel zum Gebäude, als Treppenkorridor wiederholt. Südwärts öffnen sich Verwaltungsflure, immer wieder abgelöst von zwar begrünten, aber recht trist und lichtlos wirkenden Innenhöfen. Auch das »Henkelmännchen«-Restaurant, benannt nach der Henkeltopf-Form der KölnArena, liegt hier.

Die Nordseite der Magistrale ist in eine lange Reihe von Kojen gegliedert. Hier finden regelmäßig Veranstaltungen statt, und hier ist Platz für wechselnde Kunstausstellungen. Oft sind es Werke, die das Zusammenleben vieler Menschen thematisieren oder die sich mit Architektur beschäftigen, Bereiche also, die sich um das soziale Miteinander in der Großstadt drehen.

Dauerhaft installiert wurde 2006 ein interaktives Modell des Kölner Hochwasserschutzes, mit dem verschiedene Hochwasser-Szenarien durchgespielt werden können.

Die 50 Quadratmeter große Miniaturlandschaft war ursprünglich für die EXPO 2000 entwickelt worden.

111 Kölner Orte, die man gesehn haben muss - das Beste aus Band 1 und 2

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss - Band 2" von Bernd Imgrund und (Fotos). Dieses Buch jetzt bestellen. Hier geht es zum Writer's Blog von Bernd Imgrund.

 

Schon gelesen?

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Erlaubte HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <img> <table> <tr> <td> <th> <span> <p> <br> <blockquote> <hr>
  • Beiträge zitieren möglich mit: [quote]
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Du kannst BBCode verwenden, URLs werden automatisch in Links umgewandelt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

Firmenvideos von Kölner Unternehmen