1,3 Millionen Jecken feierten
Über 300 Fotos: So schön war der Rosenmontagszug
Kölle Alaaf! Beim großen Rosenmontagszug durch die Kölner Innenstadt säumten 1,3 Millionen Jecke die Wegstrecke und feierten ausgelassen zum Motto "In Kölle jebützt!". Ein Thema des Umzugs war der Pfusch beim Bau der Kölner U-Bahn.
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Auf Petrus haben sich die Karnevalisten im Rheinland noch immer verlassen können. Pünktlich zu Beginn der Rosenmontagszüge verzogen sich in Köln die Schneewolken und gelegentlich ließ sich sogar die Sonne blicken. Von eisigen Temperaturen ließen sich die Jecken nicht die Laune verderben und feierten ausgelassen auf den Straßen.
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Unter «Alaaf»-Rufen säumten in Köln Hunderttausende Kostümierte die Strecke des Rosenmontagszugs, der in diesem Jahr wegen des Einsturzes des Stadtarchivs eine etwas geänderte Route nehmen musste. Das Unglück und der möglicherweise damit zusammenhängende Pfusch beim Bau der Nord-Süd-Stadtbahn war eines der Themen des Umzugs, der politischer und pointierter als in den Vorjahren war. Nachdem bekanntgeworden war, dass an der U-Bahn-Baustelle Heumarkt über 80 Prozent der vorgesehenen Sicherungseisen nicht eingebaut worden waren, wurde dieses Thema gleich noch auf einem der Mottowagen aufgegriffen.
"Et hätt noch immer jot jejange"
Obwohl zuletzt weitere Details über Bauschlamperei an dem unterirdischen Großprojekt bekanntgeworden waren, hatte die Stadtspitze die Rosenmontagsroute für unbedenklich erklärt. Auch die Jecken, die nahe der offenbar besonders mängelbehafteten Baustelle am Heumarkt feierten, blieben jedenfalls gelassen. Ein Pirat zitierte ungerührt das «kölsche Grundgesetz»: «Et hätt noch immer jot jejange - Es ist noch immer gut gegangen».
Seine Begleiterin, eine «Motorradbraut», sagte: «Man kann ja auch im Schlafzimmer vom Bett erschlagen werden. Da mache ich mir keinen Kopp - schon gar nicht am Rosenmontag.» Ein anderer Jeck, der sich passend zu seinem Kostüm als «Homer Simpson» mit reichlich Dosenbier eingedeckt hatte, wunderte sich nicht: «Dat is Kölle! Mal ehrlich, wer hat denn ernsthaft geglaubt, dass beim U-Bahn-Bau nicht geklüngelt würde?»
Prominente Teilnehmer
Allerlei Prominenz wie Comedian Dirk Bach, Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und Regisseur Sönke Wortmann fuhren im Kölner Rosenmontagszug mit. An der Strecke wartete der mit einer «Pappnas» versehene BAP-Sänger Wolfgang Niedecken. Der studierte Maler, der bislang als Kritiker des organisierten kölschen Karnevals galt, hat zwei Motivwagen gestaltet, die sich mit der Armut in Afrika befassen.
Auf einem weiteren Wagen versank Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi förmlich in einem Meer von Brüsten, während auf einem anderen Motiv - in Anspielung auf das Schweizer Minarettverbot - die Muslime mit Alphörnern vertrieben wurden. Ein Umzugsgespann zeigte gierige Bankmanager als wiederkehrende Zombies, während ein anderes Festmotiv den deutschen Fußball im Bestechungssumpf versinken sah.
Kneipenpartys
Nach den Rosenmontagszügen war das Schunkeln, Tanzen und Singen eineswegs vorbei. Gefeiert wird bis zum Morgengrauen. Fast jede Kneipe in Köln hat am Rosenmontag ein jeckes Programm zu bieten. Schwerpunkte des närrischen Treibens sind traditionell die Altstadt, der Zülpicher Platz und das belgische Viertel. Gefeiert wird auch auf den Ringen. In allen Veedeln der Stadt wird die jecke Partymeute von Kiosken, Kneipen und Brauhäusern mit Kölsch bedient.Der Plan des Zugweges beim Festkomitee Kölner Karneval (Download pdf)
(Erstellt am 17. Februar 2010 - 20:51 Uhr; aktualisiert 1. März 2011 - 10:55 Uhr)
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