Der "Karnevals-Knigge"

Dos und Don'ts im Karneval

"Sex, Anmache und Saufen" - dieses Bild haben viele Außenstehende vom Kölner Karneval. Doch das ist nur eine Seite des Karnevals. Viele freuen sich ausschließlich auf das Feiern und den "Spaß an der Freud". Wir erklären, wie man sich während der jecken Tage richtig verhält. Und was man tun darf und lassen sollte.

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Von Fremden wird vor allem das "Bützen" (Küssen) oft falsch verstanden. Gebützt wird im Karneval oft und gerne, auch zwischen Fremden. Damit sind keine Knutschereien gemeint, sondern kleine Küsschen mit geschürzten Lippen auf die Wange: Als Dank für ein Kölsch, für die Blumen (beim Karnevalszug) oder zur Begrüßung/zum Abschied. Sie sind selten als Anmache gemeint, sondern gehören einfach dazu. Fast zwecklos, sich dagegen zu wehren, da das Küssen so schnell abläuft.

Ritualisierte Bützjer gibt es an Weiberfastnacht. Die jecken Wiever gehen mit der Schere auf Männerjagd und schneiden diesen ihre Krawatte ab. Zusätzlich zur Trophäe gibt's ein Küsschen. Das weiß jeder und niemand nimmt es besonders persönlich. Die meisten Männer spielen das Spielchen gerne mit und binden sich extra alte Schlipse um.

Natürlich schlagen manche an Karneval über die Stränge und gehen fremd. Wer fies angemacht wird, der sollte sich aber selbstverständlich wehren, denn Karneval ist kein Blankoscheck für Grapscher und notorische Fremdgänger. Für alle Karnevalsanfänger also der Rat: Auf freundschaftliches Umarmen und Bützen locker reagieren, Belästigungen jedoch strikt entgegentreten.

Glasverbot

Der Rat der Stadt Köln hat das Konzept "Straßenkarneval in Köln - Mehr Spaß ohne Glas" beschlossen. Das Konzept wurde von der Stadt Köln gemeinsam mit der Polizei Köln und dem Festkomitee Kölner Karneval entwickelt.

In der Altstadt und in der Umgebung der Zülpicher Straße sind zu bestimmten Zeiten keine Glasflaschen und Trinkgläser erlaubt. PET-Flaschen, Plastikbecher und auch Bierdosen sind aber in den Verbotszonen erlaubt. Auch Büdchen- und Imbisse in der "Sperrzone" dürfen keine Getränke in Glasbehältnissen verkaufen.

Kontrollstellen an den Zugängen

Polizei und Ordnungsamt stellen an den Zugängen zu den Sperrzonen Kontrollstellen auf. Jeder, der kommt, kann zuvor seine Getränke in Ruhe austrinken und die Flaschen vor der Sperrzone abstellen. "Getränke, die nicht in Glasbehältern mitgebracht werden, dürfen natürlich mit reingenommen werden. Es geht nur darum, das Glas wegen des Verletzungsrisikos draußen zu halten", so Polizeioberrat Volker Lange von der Kölner Polizei zu koeln.de. Wer trotzdem Glas in die "Sperrzone" schmuggelt, dem droht ein Bußgeld bis zu 60 Euro

Sehr viel teurer kann es für Gastronomen und Büdchenbesitzer werden: Um dem Verbot Nachdruck zu verleihen, sind bei einem Verstoß saftige Strafen fällig: 1.000 Euro beim ersten Mal, 5.000 Euro beim zweiten Mal an einem Tag. Wird ein Büdchenbesitzer dreimal an einem Tag bei der Herausgabe von Glasflaschen erwischt, wird sein Kiosk zwangsweise für diesen Tag geschlossen.

Geltungszeiten des Glasverbotes:

Weiberfastnacht: Von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr des Folgetages ist in der Altstadt und im Zülpicher Viertel das Mitführen von Flaschen und Gläsern untersagt.

Karnevalssamstag/ -sonntag und Rosenmontag: Ab 18 Uhr am Samstag bis bis 8 Uhr morgens am Sonntag ist ein Mitführen von Flaschen und Gläsern in allen Bereichen verboten. An Rosenmontag gelten die gleichen Verbotszeiten bis zum Folgetag.

Weitere Infos zum Glasverbot vom Ordnungsamt der Stadt Köln

Wildpinkeln

Das Urinieren in der Öffentlichkeit, auch Wildpinkeln genannt, ist verboten - nicht nur während des Karnevals. Darauf weist das Ordnungsamter in Köln hin. Wer sich an Hauswänden oder im Gebüsch erleichtert und dabei erwischt wird, muss wegen "störenden Verhaltens in der Öffentlichkeit" bis zu 35 Euro zahlen. Mehrere hundert Übeltäter erwischt das Ordnungamt der Stadt jedes Jahr und brummt ihnen das Bußgeld auf.

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