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23. Februar 2017

Historisches Spiel von Jan un Griet

Termin: 23.2.2017, 13:45 Uhr
Ort: Severinstorburg

Das Historische Spiel von Jan und Griet an Weiberfastnacht ist feste Tradition der Kölner Südstadt und wird vor der Severinstorburg aufgeführt. Es geht um: Liebe, Hochmut, Arm und Reich - und spätes Erwachen.

Der Knecht Jan vom Kümpchenshof wirbt um die Liebe der Marktfrau Griet. Diese verschmäht seine Liebe, da er ihr nicht fein genug ist. Daraufhin zieht Jan in den 30-jährigen Krieg und kommt nach Jahren als berühmter Feldherr und General Jan von Werth wieder. Griet bereut nun, Jan damals abgewiesen zu haben und spricht die historischen Worte: "Jan, wer et hätt jewoss!". Jan lehnt nun sie mit den Worten: "Griet, wer et hätt jedonn!" ab.

Das Historienspiel wird traditionell an Weiberfastnacht um 13:30 Uhr an der Severinstorburg aufgeführt. "Jan un Griet 2017" werden dargestellt durch Jörg und Astrid Halm. Im Anschluss an das historische Stück gibt es einen Umzug von der Südstadt bis zum Denkmal "Jan von Werth" am Alter Markt.

Bildergalerie: Historienspiel Jan un Griet 2016

Das Programm im Überblick

13.00 Uhr: Aufzug der Korpskapelle des Reiterkorps "Jan von Werth", die mit kölschen Liedern die Zuschauer einstimmt.
13.30 Uhr: Beginn des Spiels um das Wiedersehen von Jan und Griet bei der triumphalen Heimkehr des Reitergenerals
14.30 Uhr: Der Weiberfastnachtszug des Reiter-Korps „Jan von Werth" zieht mit über 20 Gruppen in Richtung Alter Markt.

Der Zugweg 2017:

Chlodwigplatz, Severinsstr., Löwengasse, Weberstr., Follerstr., Mathiasstr., Mühlenbach, Hohe Pforte, Hohe Str., Gürzenichstr., Obermarspforte, Marsplatz, Seidenmacherrinnengäßchen, Unter Kästner, Alter Markt

Porträt: Wer war Jan von Werth?

Nach Jan von Werth ist eine Kölner Karnevalsgesellschaft benannt, die 1925 gegründet wurde, das "Reiterkorps Jan von Werth von 1925 e.V." Diese organisert jedes Jahr das Historienspiel "Jan un Griet" unter der Severinstorburg am Chlodwigplatz.

Johann von Werth, auch Jan von Werth genannt, wurde 1591 wohl in Büttgen bei Kaarst geboten und starb am September 1652 auf seinem Schloss Benatek, etwa 30 Kilomeer nordöstlich von Prag (heute Benatky nad Jizerou). 1610 trat er in die Dienste des spanischen Generals Ambrosio Spinola und arbeitete sich bis zum Offizier hoch. 1620 stand er auf der Seite der siegreichen katholischen Reichstruppen bei der Schlacht auf dem Weißen Berg bei Prag.

Ein Jahr später trat er in die Dienste des Kölner Erzbischofs, nahm unter anderem an der Belagerung Jülichs teil. Später im Dreißigjährigen Krieg wechselte er zu den bayerischen Truppen von Kurfürst Maximilian I. von Bayern, der Mitglied der Katholischen Liga war. Er kämpfte als Obrist und Generalwachtmeister unter dem Wallenstein-Nachfolger Tilly und siegte in mehreren Auseinandersetzungen mit den Schweden und den Franzosen. Sein größter Sieg war wohl die Vertreibung der Franzosen von der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein 1637.

Ein Jahr später geriet er in französische Gefangenschaft, kam aber im Austausch für einen schwedischen General wieder frei. Von Maximilian reich belohnt, kaufte er sich Güter im Rheingau und im Umland von Köln. Bei seiner Rückkehr wurde er dort und in München begeistert gefeiert.

Im Dienst des Kölner Erzbischofs

Nun trat Jan von Werth in die Dienste des Kölner Erzbischofs und Kurfürsten Ferdinand von Bayern, einem Bruder Maximilians I. Für ihn eroberte er 1642 von Zons aus Bedburg, Grevenbroich, Mönchengladbach und schließlich Düren. Er kämpfte siegreich in Schwaben und wurde zum General befördert. Der deutsche Kaiser Ferdinand III. belohnte Jan von Werth zum Ende des Dreißigjährigen Krieges mit Schloss Benatek, wohin sich der Soldat 1650 zurückzog.

Dort zeigte er sich als rheinischer „fieser Möpp“. Ein zeitgenössisches Bild zeigt einen mürrischen alten Mann. Da war der Ärger mit seiner dritten Frau, der erst 17-jährigen Maria Gräfin von Kufstein, die ihn betrog. Da waren die Bürger der Stadt, die ihm den Frondienst verweigerten und von der Prager Statthalterei auch noch Recht bekamen. Immerhin: Gegenüber den hussitischen Bauern setzte er sich durch und ihnen einen deutschsprechenden Pfarrer vor die Nase.

Eine erfundene Magd?

Johann von Werth hat also tatsächlich gelebt. Griet dagegen ist wohl eine Erfindung. Die Legende von der hochnäsigen Magd, die ihn in jungen Jahren verschmähte und das bereute, als der hochdekorierte General zurück nach Hause kam, ist erstmals 1837 schriftlich bezeugt. Der legendäre Wortwechsel beim Wiedersehen – er: „Griet, wer et hätt jedonn!“, sie: „Jan, wer et hätt jewoss!“ – ist zwar nicht ganz so poetisch ausladend wie die Dialoge zwischen den ebenfalls erfundenen Romeo und Julia, aber eben von kölscher Knappheit und Klarheit. (js) (Fotos: Fotografie Joachim Rieger, Reiter-Korps "Jan von Werth" e.V. )

(zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2017 - 11:30 Uhr)

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