Zwischen viel Witz auch nachdenkliche Töne

„Fatal banal“ feiert 25. Bühnenjubiläum

„Ein Geschenk für jeden“ – die Eingangs-Lobeshymne mit den entsprechenden Bildern aus dem Werbefilm der Bundesregierung galt nicht 25 Jahren deutsche Wiedervereinigung, sondern 25 Jahren „Fatal banal“. Auch in der Jubiläumssession bringen die sieben alternativen Karnevalisten und ihre Hausband „Sixpack“ ihr Publikum im Bürgerzentrum Ehrenfeld wieder zum Lachen, Schunkeln und Mitsingen.

Und zum Nachdenken. Etwa wenn Christoph Stubbe, Meinolf Schubert, Sabine Putzler, Angelika Paffhausen, Susanne Hermanns, Hartmut Ernst und Rainer Braun-Paffhausen als Flüchtlinge auftreten, die lieber auf Wolke 4 unter Nazis leben als zurück im Krieg zu sein statt auf Wolke 7, wo schon so viele ihr Leben gelassen haben. Sogar an das politisch heftig diskutierte Thema Sterbehilfe trauen sie sich. Respektvoll, aber mit bösem Humor.

Doch überwiegt diesmal der närrisch-kritische Blick auf die Alltagsprobleme und die komplizierten Beziehungen zwischen Mann und Frau. Da müssen die Machos im Baumarkt erfahren, dass sich Frauen vor allem mit Schlagwerkzeugen besser auskennen. Kompliziert wird’s, wenn sich die Ehefrau dem neuen Sharing-Trend angeschlossen hat und den Akkubohrer des Mannes gegen eine Nudelmaschine eingetauscht hat. Nicht weniger diffizil ist das Öffnen von Lebensmittelverpackungen aus Plastik. Daran kann so mancher Mädelabend scheitern.

Perfekter Auftritt von "emanzipierten" Bauchrednerpuppen 

Dauerbrenner „Schantalls Mutter“ liest diesmal das Tagebuch ihrer Tochter und hat so gar nichts dagegen, dass auch ihr Leben von Geheimdiensten durchleuchtet wird. Schließlich hat sie nichts zu verbergen – oder doch? Peinlich wird’s für Murat: Perfekt in die deutsche Gesellschaft integriert, entspricht er keinem Vorurteil mehr, dass die Deutschen von Türken haben. Von grandioser Perfektion ist der Auftritt von vier Bauchrednerpuppen, die sich von ihren „Stimmen“ emanzipieren.

Auch der Karneval und die Karnevalisten bekommen ihr Fett weg: Sei es ihr Versuch, durch „Achtsamkeit“ einen bierreichen Kneipenabend zu überstehen, oder die Vereinskasse aufzufüllen. Und allein durch Pantomime gelingt es, das Publikum zum Singen kölscher Lieder zu animieren.

Für die aktuellen Spitzen sorgt in bewährter Manier „Präsi“ Christoph Stubbe. Sein Lieblingswort: Inkompetenzkompensierungskompetenz. Die können – so seine Erkenntnis – vor allem unfähige Politiker vorweisen. Es sind – inklusive Pause – gut 200 unterhaltsame Minuten. Auch wenn im Jubiläumsjahr die Prise an politischen Bosheiten etwas klein ausgefallen ist. Auf ein Neues im 26. Jahr! (js)

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