Kritik auf jecke Art

Wagenmotive vorgestellt: Kölner Dom ist echt angepisst

Eine Colonia, die am Boden zerstört ist, ein angepisster Dom und eine Bundeskanzlerin, die sich an harten Nüssen die Zähne ausbeisst: Kölns Karnevalisten stellten die Motive der Wagen des Rosenmontagszuges vor.

Schluss mit Spass an der Freud und Highlife - die rosarote Brille, mit der Colonia bislang durchs Leben schritt, ist zerschmettert. Attentat auf die Oberbürgermeister-Kandidatin, Übergriffe in der Silvesternacht, stark zunehmende Kriminalität - die weibliche Verkörperung Kölns sitzt, am Boden zerstört, vor den Scherben des ungetrübten Durchblicks. Und der Kölner Dom ist echt angepisst. Horden von Wildpinklern urinieren an die mittelalterliche Kathedrale, der Dom dreht sich veränstigt weg.

Dies sind zwei Motive der Persiflagewagen des Rosenmontagszuges 2016, welche das Festkomitee Kölner Karneval gut zwei Wochen vor dem närrischen Umzug durch die Domstadt der Öffentlichkeit vorstellte. Weitere regionale Themen greifen die Karnevalisten ebenso auf: Die neue Oberbürgermeisterin Henriette Reker räumt ordentlich in der Stadt auf, schüttelt den Staub aus den Amtsstuben. Und zur Aufhübschung der rechten Rheinseite, des Stadtteils Deutz, wird der Dom per Kran auf die "schäl Sick" verfrachtet.

Bildergalerie: Wagenmotive des Rosenmontagszuges 2016

"Wir schaffen das"  - oder nicht? 

Auch überregionale Themen transportieren die Persiflagewagen des Rosenmontagszuges: unter anderem eine melancholische Angela Merkel mit einer schlaffen Europa-Flagge in der Hand und eine  Kanzlerin neben einer Schale mit riesigen harten Nüssen, die sie zu knacken hat. An einer Nuss mit der Aufschrift "Flüchtlinge" hat sie sich schon zwei Zähne ausgebissen. Offensichtlich ist es doch nicht so einfach mit dem "wir schaffen das".

Als ein Statement gegen Extremismus versteht Zugleiter Christoph Kuckelkorn einen Kraken mit Hitler-Schnäuzer, der sich über die Demokratie hermacht. Ähnlich verhält es sich mit dem Thema Intoleranz, die nahezu auf alles überzugreifen scheint: Laktoseintoleranz, Spaßintoleranz, Ausländerintoleranz. Auch das moderne Kaufverhalten - nämlich nahezu alles online zu bestellen, während der lokale Einzelhandel bankrott geht - greifen die Jecken auf.

Mehr Sicherheit im Karneval

Der Karneval in Köln wird diesmal von den Übergriffen an Silvester überschattet. Die Polizei will das närrische Treiben deshalb so stark überwachen wie noch nie; so zum Beispiel werden mehrere Hundert Polizisten von außerhalb dazukommen. Die Karnevalisten selbst reagieren mit einem erweiterten Kommunikationsnetz beim Rosenmontagszug auf die Übergriffe der Silvesternacht.

Über 100 zusätzliche Kontaktpunkte werden im Funknetz des Umzuges geschaffen, kündigte Kuckelkorn an. Insgesamt gebe es dann etwa 200 Funkpunkte, so zum Beispiel an den Tribünen und in jedem Bagagewagen. Wenn es irgendwo ein Ereignis geben sollte, das zur Sorge Anlass gebe, könne man die Einsatzzentrale sofort informieren. "Wir wollen mehr Kommunikation rund um den Rosenmontagszug", sagte Kuckelkorn. (hl, dpa, Fotos: Helmut Löwe)

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