Den richtigen Sprachkurs finden
Sprachenlernen braucht Orientierung
Fremdsprachen braucht jeder. Schließlich findet man heutzutage kaum noch eine Stellenbeschreibung, die nicht wenigstens gute Englischkenntnisse voraussetzt. Nur: Die Vorbereitung durch die Schule reicht meist bei weitem nicht aus. Was also tun, um sich als Erwachsener fremdsprachlich weiterzubilden?
Das Angebot ist wahrhaft unübersichtlich. Allein im Kölner Raum werben Dutzende von Sprachenschulen mit unzähligen Kursangeboten um die Aufmerksamkeit der Lerner. Dabei reicht das Spektrum vom einfachen und preiswerten Volkshochschulkurs bis zum teuren und (angeblich) hochwertigen Spezialseminar für Führungskräfte. Hinzu kommen Sprachreisen in beinahe alle Länder der Welt, Selbstlernkurse als Computerprogramme oder altmodisch auf CD, klassische Fernkurse und schicke Online-Angebote.
Für den Laien erscheint es fast unmöglich, sich in diesem Angebotsdschungel zurechtzufinden. Denn nicht alle Kurse und Methoden sind für jeden geeignet. Und die Supermethode, mit der sich Sprache ganz schnell und von selbst lernt, gibt es ohnehin nicht.
Daher ist jede fremdsprachliche Weiterbildung ein langfristiges Projekt. Es dauert zumindest Monate, oft auch Jahre, bis man spürbare und nachhaltige Fortschritte macht. Das ist kaum überraschend wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen in der Schule 1000 Stunden und mehr mit Englisch verbracht haben und sich dennoch auf der sprachlichen Grundstufe, also im Bereich des Anfängers mit Vorkenntnissen, bewegen. Ganz so viel Zeit ist freilich nicht nötig, voraussgesetzt, man stellt es richtig an.
„Jeder Sprachkurs, jedes Medium ist nur ein kurzer Abschnitt auf einem langen Weg“, so Klaus Beutelspacher von „anders sprachenlernen“. Der Diplompädagoge hat sich auf das Lernen mit neuen und effizienten Methoden spezialisiert. „Wer irgendwann ankommen will, muss sich zunächst orientieren können. Damit er in die richtige Richtung losmarschiert.“
Anders ausgedrückt: Als Lerner benötigen Sie ein Gespür dafür, was richtig und angemessen ist, was Sie persönlich jetzt weiterbringt. Schulisches Lernen aber funktioniert so gerade nicht, im Gegenteil. Viele Erwachsene folgen noch immer blind und passiv dem Lehrer. So verzichten sie auf die Chance, Verantwortung für den eigenen Lernfortschritt zu übernehmen.
Die Informationsangebote sind tatsächlich vielfältig, man muss sich nur die Zeit nehmen, sie auch zu nutzen. Die großen Buchhandlungen haben ganze Abteilungen mit Sprachlernmedien und fremdsprachlicher Literatur, in denen man stundenlang schmökern kann. In der Stadtbibliothek kann man sich Bücher oder CDs einfach ausleihen. Die meisten Sprachschulen bieten Beratungen oder kostenlose Probestunden an, in denen man sich einen Eindruck verschaffen kann. Viele DVDs haben englische oder andersprachliche Tonspuren, und das Internet ist ohnehin immer offen.
Wem das zu viel Aufwand ist, der sollte sich vergegenwärtigen, worauf er sich einlässt. „Die Zeit, die Sie brauchen, um sich schlau zu machen, ist immer gut investiert.“, so Sprach-Pädagoge Beutelspacher, „Aber ein falsch gewählter Kurs kann echte Zeitverschwendung sein.“
Einen weiteren Tipp hat der Experte für alle, die als Tester in eigener Sache unterwegs sind: „Sprache lernt man nur mit Leidenschaft. Wenn Sie merken: das ist langweilig, das macht keinen Spaß – suchen Sie sich möglichst schnell etwas anderes.“
(Erstellt am 4. Mai 2009 - 15:13 Uhr; aktualisiert 16. April 2012 - 10:49 Uhr)




