Bis zu 40 Euro Bußgeld

Im Winter sind geeignete Reifen Pflicht

Mit Beginn der Herbstes müssen sich die Autofahrer wieder auf schlechtere Verkehrsbedingungen einstellen. Laub verwandelt regennasse Straßen in glitschige Fahrbahnen und immer öfter bewegen sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Jetzt ist die Zeit, um auf Winterreifen zu wechseln. koeln.de sagt Ihnen, auf was Sie achten müssen.

Winterreifenpflicht seit 1996

Seit dem Jahr 2006 verlangt die Straßenverkehrsordnung von Autofahrern eine der Wettersituation angepasste Bereifung. Eine allgemeine Winterreifenpflicht für die Winterzeit besteht dagegen nicht. Im Gesetzestext heißt es in § 2 StVO: "Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage."

Was eine "geeignete Bereifung" ist, lässt der Gesetzgeber offen. Im Winter zählen dazu zunächst einmal Winterreifen (M + S Reifen). Diese Reifen sind extra für niedrige Tempertauren ausgelegt und besitzen eine spezielle kälteresistente Gummimischung. Achten Sie beim Kauf von Winterreifen unbedingt auf das Schneeflockensymbol, denn nur dieses garantiert, dass die Reifen tatsächlich für winterliche Verhältnisse entwickelt wurden.

Auch Ganzjahresreifen sind geeignet

Für den Winter geeignet sind aber auch Ganzjahresreifen. Diese besitzen zwar schlechtere Eigenschaften als Winterreifen, dafür können sie aber auch im Sommer genutzt werden. Das spart einen Satz Reifen und die Kosten der Einlagerung. Auf der Minusseite stehen ein höherer Abrieb und damit ein höherer Kraftstoffverbrauch. Achten Sie auch bei Ganzjahresreifen auf das Schneeflockensymbol.

40 Euro Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg

Wer trotz Schnee und Glätte mit Sommerreifen unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld rechnen, wenn er erwischt wird. 20 Euro sind bei einem Verstoß fällig. Teurer wird es, wenn das Fahrzeug wegen der fehlenden Winterbereifung den übrigen Verkehr behindert. In diesem Fall verdoppelt sich das Bußgeld auf 40 Euro; außerdem kommt ein Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg dazu.

Kasko-Versicherung gefährdet

Autofahrer, die mit Sommerreifen einen Unfall verursachen, müssen sich um ihren KFZ-Haftpflichtversicherung keine Sorgen machen: Die Versicherung begleicht auf jeden Fall den Schaden des Unfallgegners.

Probleme können sich jedoch bei Vollkaskoversicherungen ergeben. Hier stellen sich Versicherer häufig auf den Standpunkt, dass das Fahren mit Sommerreifen grob fahrlässig ist mit der Folge, dass sie gegenüber dem Versicherungsnehmer "leistungsfrei" werden. Der Unfallverursacher bleibt dann möglicherweise auf seinem Schaden sitze.

Winterreifenpflicht im Ausland

Im europäischen Ausland gibt es für den Winter unterschiedliche Regelungen.

In Österreich besteht eine Winterreifenpflicht vom 1. November bis zum 15. April, sobald Schnee, Eis und sonstige winterliche Bedingungen herrschen. Verstöße kosten in der Alpenrepublik zwischen 35 und 5000 Euro. Außerdem kann ein sofortiges Fahrverbot ausgesprochen werden.

In der Schweiz, in Frankreich und in Tschechien besteht wie in Deutschland keine generelle Winterreifenpflicht. Winterreifen können jedoch für einzelne Straßen vorgeschrieben werden.

In Schweden besteht eine Winterreifenplicht vom 1. Dezember
bis zum 31. März. In Finnland müssen die Autofahrer vom 1.
Dezember bis zum 28. Februar die Reifen wechseln. (sp)

(Fotos: ddp)

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Bis zu 40 Euro Bußgeld
Im Winter sind geeignete Reifen Pflicht
Mit dem Beginn dem Herbstes und dem ersten Frost ist es für Autofahrer an der Zeit, ihr Fahrzeug auf Winterreifen umzurüsten. Wer weiter seiner Sommerbereifung vertraut, riskiert damit nicht nur ein Bußgeld, sondern im Falle eines Unfall möglicherweise auch seine Kaskoversicherung. Koeln.de sagt ihnen, worauf Sie achten müssen.
http://www.koeln.de/service/themen/auto_im_winter/im_winter_sind_geeignete_reifen_pflicht_230818.html
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