Zur Ausstellung "Köln in Berlin"
Wirbel um kritische Texte zum Stadtarchiv
Eigentlich hätte zu der Ausstellung "Köln in Berlin" über das Stadtarchiv Köln ein umfangreicher Katalog mit Texten Kölner Persönlichkeiten erscheinen sollen. Doch Kulturdezernent Quander störte sich an einigen Aussagen - nun produzierte Verleger Walther König das Heft unzensiert und als kostenlose Mitgabe.
"Der Einsturz des Archivs ist ein Sinnbild für die politische Verfaßtheit der viertgrößten Stadt Deutschlands und den Umgang mit ihrem überreichen kulturellen Erbe. Über Jahrzehnte hinweg sind Verwaltungsämter nach Partei und Proporz besetzt, Ausschreibungen unterlaufen, Aufträge nicht korrekt vergeben worden." Es war unter anderem diese Aussage des iranisch-deutschen Schriftstellers Navid Kermani, die dazu führte, dass aus dem geplanten umfangreichen Katalog zu der Ausstellung in Berlin lediglich ein kleines Heftchen wurde.
Professor Friedrich Wolfram Heubach geht sogar noch weiter, wenn er in seinem Beitrag "Ist Köln zu helfen?" nicht nur die kölsche Lokalpolitik, sondern auch einzelne Personen angreift - unter anderem Kulturdezernt Professor Georg Quander. Dieser musste die Freigabe der Texte absegnen und hatte Verleger Walther König deshalb gebeten, einige der heiklen Sätze zu entfernen.
König gegen Zensur
Doch König, der den Katalog komplett finanzieren wollte, beharrte auf die Vollständigkeit der Beiträge. Er zog sich aus der Zusammenarbeit mit der Stadt zurück und veröffentlichte die ungekürzten Schriftstücke als kostenlose Mitgabe in seinen Buchhandlungen sowie online unter www.buchhandlung-walther-koenig.de (PDF)
Im Martin-Gropis-Bau in Berlin liegt nun nur ein kleiner Begleitband aus, der eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse sowie die Erläuterungstexte der jeweiligen Archivalien, aber keinen der in Auftrag gegebenen Texte enthält und durch den Förderverein der "Freunde des historischen Archivs Köln" finanziert wurde.
(Erstellt am 9. April 2010 - 10:05 Uhr; aktualisiert 9. April 2010 - 14:31 Uhr)
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Kommentare
Kölner Politik und die
Kölner Politik und die Fähigkeit sich mit Kritik auseinander zu setzen; das verhält sich so wie der Kölner Dom und eine Weltumsegelung...
Kölner Artt Probleme zu lösen ist sehr einfach gestrickt: Einfach so tun als gäbe es gar keine!
Und wenn dann doch mal einer für etwas verantwortlich gemacht wird, dann sucht er sich halt nen Dummie, der für ihn den Gang des Opferlammes geht.
Es ist ein wenig so wie im französichen Adel kurz vor der Revolution 1789! Völlig verblödet, degeneriert und ohne fremde Hilfe lebensunfähig, aber unendlich vermessen darin andere, niedere, zu be- und verurteilen.
Schauspielhaus; das ist ein Stichwort, das hier zu Recht ins Spiel gebracht wurde!
Klar...die Herrschaften
Klar...die Herrschaften können die Wahrheit einfach nicht ertragen und reagieren mit dem Maulkorb...sie ertragen eine kritik gar nicht und versuchen es dann mit Zenzur.
Traurig. und sie haben noch die unverschämheit sich als Demokraten zu präsentieren.
Parasiten.
50.000 Kölner haben gegen
50.000 Kölner haben gegen den Abriß des Schauspielhaus unterschrieben. Die meisten wohl weniger aus bautechnischer Kenntnis der Zusammenhänge, sondern als Kampfansage an Politik und Verwaltung. Den Bürgern geht aktuell die gesamte Art der selbstherrlichen Verwaltung und schönredenden Politik auf die Nerven.
Aktuelles Beispiel "Die Welt-Austellung Regionale kommt". Das heißt in Köln: 20 Bäume abgesägt, ein Pfosten aufgestellt, eine bescheuerte rote Säule am Bonner Verteiler und sonst nix fertig. Nach 5 Jahren Vorbereitung mal wieder ist nur die Plakatkampagne pünktlich fertig.
So gesehen ist der Text von Herrn Heubach noch viel zu gemütlich.
Auch, wenn Zensur sicher
Auch, wenn Zensur sicher immer einen schlechten Beigeschmack hat, finde ich den Kommentar von Heubach aber auch ziemlich daneben - sehr polemisch und provokativ. So ein Kommentar hat in einer solchen Broschüre auch nichts verloren - den hätte ich auch gestrichen haben wollen, unabhängig davon, dass der Name des Verlegers hier auftaucht. Dagegen sind Beiträge wie z.B. von Schätzing wertvoller.
Da haste Recht Rheingold25!
Da haste Recht Rheingold25! Prof. Quander ist zwar ein ausgewiesener Kulturkenner, aber als Kulturdezernent leider politisch zu stark ideologisiert, um wirklich gute Arbeit zu leisten.
Man kann fast vom kulturellen Diktat sprechen, statt von Vielfalt und Mut zu wirklich Großem.
Herr Quander steckt doch
Herr Quander steckt doch mitten im Sumpf um die angesprochenen Sauereien der Verwaltung: verdeckte Verträge bei der Ablösung von Museumdirektor Gohr (mit SK-Bögner als Strohmann), Verschleppung des Stadtmuseumsanbaus bis zur Absage der Stifter, Korruption um das Filmfestival Cologne Conference, Schauspiel-Abriß nach Gutsherrenart, Erpressung der Kölner Filminitiativen, Sabotage der artfair, Ignorierung des überfälligen Archivneubaus und und und.
Quander ist ein klassischer Vertreter der Verwaltungskultur und zu demokratischen Umgangsformen mit den Bürgern, die ihn bezahlen, anscheinend überhaupt nicht fähig.









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