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Bachmanns Inszenierung jetzt im Schauspiel

Wilhelm Tell - Dieser Klassiker sorgt für Begeisterung

Zu Jahresbeginn inszenierte Stefan Bachmann in Basel, seiner alten Wirkungsstätte, Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“. Und erntet Begeisterung bei Publikum und Kritik. Jetzt hatte der Klassiker seine Premiere im Kölner Schauspiel – und das Schweizer Nationalepos dürfte auch hier all die begeistern, die sonst nur mit Schrecken an „Wilhelm Tell“ im Deutschunterricht zurückdenken.

Wie ein urtümlicher Volksstamm treten die Schweizer auf, ihre Kostüme erinnern an japanische Ureinwohner, an Schamanen, wie Steinzeitmenschen tragen sie ihre Pelzumhänge. Aber auch moderne Steppjacken gehören dazu. Eine Lederhose darf natürlich nicht fehlen. Aus den einst stolzen Jägern und Bauern, deren alte Freiheit nur noch in der Erinnerung weiterlebt, ist ein unterdrücktes Volk geworden. Die Herrschaft Habsburgs zwingt sie zum Kriechen.

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Doch der Widerstand regt sich, vorangetrieben auch durch eine Frau, die hier mit einem weißen Trachten-Hahnekamm auftritt. Vertreter aus Schwyz, Uri und Unterwalden kommen zusammen und schwören den bekannten Eid vom einzig Volk, das sich von keiner Not und Gefahr trennen lassen will. Wilhelm Tell hätten sie gerne in ihrer Reihe, doch auf den können sie nicht hoffen.

Tell, der brummige Einzelgänger

Als aufrechter Mann hat er schon zu Beginn einen Landsmann aus den Fängen der Habsburger befreit, doch damit hat es sich eigentlich schon in Sachen Widerstand. Tell ist ein brummiger Einzelgänger. Zum Einzelkämpfer wird er, als er den berühmten Hut nicht grüßt und von Reichsvogt Gessler gezwungen wird, den Apfel auf dem Kopf seines Sohnes abzuschießen. Der Treffer gelingt – und merke: auch eine Armbrust kann knallen wie ein Revolver. Er wird trotzdem festgenommen, kann aber fliehen – und rächt sich an Gessler in der berühmt berüchtigten hohlen Gasse. Der Tod des selbstherrlichen Reichsvogts ist dann der Anfang vom erfolgreichen Aufstand.

Bachmann bietet eine „moderne“, strenge Fassung, ohne modernistische Schnörkel oder krampfhaft aktuelle Anspielungen. Konsequent hält er an Schillers Sprache fest. Die Schauspieler halten das Versmaß bis zum Ende durch. Anfangs noch durch ein Metronom vorangetrieben, wird die Strenge im Laufe der gut 100 Minuten Spielzeit durch Trommelschläge oder heitere Musik variiert: Was zunächst fremd und künstlich wirkt, wird so langsam „normal“ und zieht das Publikum wie in einem Sog mit.

Elf Männern teilen sich alle Rollen – nun ja, zumindest früher war Politik reine Männersache. Und braucht bis heute Rituale, in denen sich die Akteure nur allzu leicht verstricken. Etwa die Einteilung der Welt in Freund und Feind, in Gut und Böse – wobei jede Seite das entsprechend ihrem Weltbild zuordnet. Man braucht eben einander, zeigt Bachmann – und lässt zum Schluss Bruno Cathomas statt den Wilhelm Tell den Gessler spielen und Thiemo Strutzenberger wird von Gessler zu Tell (Cathomas und Strutzenberger seien hier stellvertretend für das perfekt eingestellte Ensemble genannt).

Alpendrama ohne Berge

Das Bühnenbild für das Alpendrama kommt ohne Berge aus. Doch geklettert werden kann genug: Der Zuschauer blickt auf eine riesige graue Wand, die dem Querschnitt eines Bergwerks gleicht. Schacht und Strecke ergeben das Schweizer Wappenkreuz. Im Schacht wird sich fleißig von unten nach oben und von oben nach unten gehangelt. In der Strecke kann sich nur gebeugt bewegt werden. Aufrecht und blutbeschmiert nach erfolgreichem Aufstand stehen dann alle Schauspieler erst am Ende des Stücks vor der Wand – und nehmen den minutenlangen, mit Bravorufen und –pfiffen gespickten Premierenbeifall entgegen.

„Wilhelm Tell“ – die nächsten Vorstellungen: 19. und 30. November, 16. , 17. (16 Uhr) und 19. Dezember, jeweils 19.30 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk

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