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84-Jähriger fertigte den Cup

Wie ein Kölner im DFB-Pokalfinale mitmischt

Während der derzeit gebeutelte 1. FC Köln als Bundesliga-Absteiger weit davon entfernt ist, seinen zehn Endspielteilnahmen im DFB-Pokal (vier Siege) eine weitere hinzuzufügen, freut sich der Kölner Wilhelm Nagel am Samstag auf sein mittlerweile 48. DFB-Pokal-Finale: Der 84-Jährige fertigte den begehrten Pokal des nationalen Wettbewerbs. Und acht weitere Teilnahmen bis 2020 sind für den heute 84-Jährigen schon geritzt.

Von Sebastian A. Reichert

Goldschmied Wilhelm Nagel hat die Trophäe 1964 im Auftrag des damaligen DFB-Präsidenten Peco Bauwens entworfen und angefertigt. Seinen 52 Zentimeter hohen, 6,25 Kilogramm schweren Pokal mit einem Fassungsvermögen von acht Litern erhielt 1965 erstmals Borussia Dortmund, das dieses Mal erneut im Finale in Berlin steht - gegen Bayern München. (ZDF und Sky übertragen das Spiel am Samstag um 20 Uhr) Bereits 1949 hatte der gebürtige Kölner als Student die Silberschmiedearbeiten an der von seiner Kunstprofessorin Elisabeth Treskow entworfenen Meisterschale für den Deutschen Fußballbund (DFB) übernommen.

„Wer gewinnt, ist mir egal“, sagt der Goldschmied aus Wesseling, der kaum einen Fußballspieler kennt und auch nur wenige Spiele im Stadion gesehen hat. Eine dieser Partien ist dem langjährigen Dozent für Goldschmiedekunst an den Kölner Werkschulen beziehungsweise der späteren Fachhochschule aber bis heute lebhaft in Erinnerung geblieben. Als der 1. FC Köln im Jahr 1954 mit dem Nationalspieler und späteren Weltmeister Hans Schäfer im Finale dem VfB Stuttgart nach Verlängerung 0:1 unterlag, erhielt der Gewinner den Tschammer-Pokal. „Der sah aus wie ein Trinkbecher oder eine Blumenvase – nur noch die Blume in der Vase hat gefehlt“, sagt Nagel.

"Etwas Besonderes, nichts Alltägliches"

Sein DFB-Pokal sollte deshalb „etwas Besonderes, nichts Alltägliches“ sein, „ein sakrales Gerät, um das man sich bemüht und nicht einfach so mitnimmt“, sagt Nagel, der mit der Tradition der Reliquienverehrung aufwuchs und im Laufe seiner langen Karriere viel für kirchliche Auftraggeber gearbeitet hat. 1991 war kein Platz mehr auf dem Sockel für die Gravur des Gewinners. Der Goldschmied schlug damals vor, einen neuen Pokal machen zu lassen, doch der DFB überredete ihn, am gewphnten Modell festzuhalten: Nagel erhöhte den Sockel um fünf Zentimeter und schuf Platz für die Sieger bis zum Jahr 2020.

Obwohl Nagel alles andere als ein Fußball-Fan ist, lässt er sich das DFB-Pokal-Finale im Fernsehen nicht entgehen. Auch nicht, wenn er im Ausland im Urlaub ist. An die Ereignisse rund um das Endspiel vor zehn Jahren – und deren Folgen für den damals 74-Jährigen – erinnert er sich nur zu gut. Als Nagel nach dem Finale 2002 im Urlaub in Spanien den Triumphzug der Schalker durch die Stadt sieht, schwante ihm nichts Gutes. „Martha, das geht schief“, sagte er zu seiner Frau. Und genau so war's: Fünf Monate dauerte die Restaurierung des Pokals im Keller in Wesseling, nachdem Rudi Assauer den Cup aus feuervergoldetem Sterlingsilber vom Tieflader hatte fallen lassen.

Wenn am Samstagabend im Berliner Olympiastadion entweder die Spieler von Borussia Dortmund oder die von Bayern München einer nach dem anderen seinen Pokal in die Höhe reißen, ihn gar küssen, freut sich der Senior: Wilhelm Nagel findet sein Kunst-, möglicherweise gar Lebenswerk selbst 48 Jahre nach seiner Entstehung immer noch „stimmig“. Der Pokal habe einfach Ausstrahlung. „Wenn ich ihn so im Fernsehen sehe, denke ich mir: ,Hast du gut gemacht.‘“

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