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Theater-Premiere

„X-Freunde“: Bissige Satire aus der Welt der Selbstausbeutung

Von Jürgen Schön

Anne feiert mit ihren Freunden: Sie hat ihren Job gekündigt, eine eigene Agentur gegründet – endlich ist sie ihr eigener Boss. Noch weiß sie nicht, dass damit die Jagd im Hamsterrad erst richtig beginnt. „X-Freunde“ gibt Einblick in eine Welt, die von Karrieredenken und Ehrgeiz, von Hektik, Konkurrenz und Selbstausbeutung bestimmt wird. Eine bittere, eine mitreißende Satire, die jetzt im Freien Werkstatt-Theater Premiere hatte.

Anne steht im Mittelpunkt: Die gewünschte Selbstbefreiung verwandelt sich in Terminstress und Konkurrenz. Johanna Paliatsou geht in der Rolle der Unternehmensberaterin auf – ein Wunder, dass sich ihre Zunge nicht verknotet. Nicht einmal im erzwungenen Urlaub kann sie auf ihr Handy verzichten, manisch pflastert sie ihr Büro mit gelben Post-its zu.

Auch Peter ist der Konkurrenz ausgesetzt, was eine kreative Zwangspause zur Foilge hat. Das Künstlerleben hat sich der Bildhauer auch „freier“ vorgestellt. Mit scharf beobachtenden Twitter-Sentenzen teilt er den Mitmenschen seine Befindlichkeit mit. Sunga Weineck gibt dem durchaus sympathischen Besserwisser ein verschmitzte dandyhafte Attitüde.

Schließlich Holger (Thomas Hupfer). Der Koch hatte mal ein Catering-Unternehmen, musste es aber infolge eines Rechtsstreits aufgeben. Nun spielt er für Anne den Hausmann. Doch egal, was er sich ausdenkt, um die Zeit auszufüllen – stimmungsvolle Abendessen, saubere Wohnung, Urlaub – es befriedigt ihn nicht und gegen die Arbeitswut seiner Ehefrau kommt er schon gar nicht an. Die merkt nicht einmal nach 36 Stunden, dass er Selbstmord begangen hat. Es ist eine hektische Welt, in der kaum ein Satz zum Ende kommt – doch diese Sprachfetzen sind brillant aus der Realität gerissen. Notgedrungen richtet sich jeder in seiner eigenen Welt ein – mobile, transparente Stellwände symbolisieren das Sich-Einigeln.

Persönliche Beziehungen brechen ab, vergeblich erinnert Peter seinen Freund Holger an vergangene Trinkrunden. Treffen sie sich doch einmal, wissen sie mit der Zeit nichts anzufangen. Dass zwischen dem Ehepaar Anne und Holger bald auch sexuell nichts mehr läuft – von der Erfüllung eines Kinderwunsches ganz zu schweigen – ist nur zwangsläufig.

Als Kinder des Computerzeitalters wollen sie die Möglichkeit das „Neustarts“ nutzen. Doch so oft sie auch die Zeit zurückspulen, sie reiten sich anschließend immer noch tiefer in die Scheiße.

Kay Link hat das Stück von Felicia Zeller (Theaterkritiker wählten es zum „Stück des Jahres 2013“) brillant inszeniert, rasant und genau getaktet. Um dem Zuschauer ein bisschen Pause zu gönnen, pflanzt er zwei kleine Klamotten ein. Anne darf sich auf dem Weg zu einer absolut wichtigen Konferenz einen BH wechseln, wobei sie die Bluse an- und das Handy in der Hand behält. Als sie Zahnschmerzen hat – keine Zeit für einen Arztbesuch! – zieht sie sich den Zahn mit einer Kneifzange selber und benutzt ein Tampon als Blutstiller. Szenenbeifall. Und langer Schlussapplaus.

Nur Anne kann sich wieder mal nicht bremsen...

„X-Freunde“ – weitere Termine: 3.12., 20.12., 27. und 28.12., jeweils 20 Uhr, Freies Werkstatt-Theater, Zugweg 10, 50677 Köln, 
Karten: Tel. 02 21 / 32 78 17

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