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Cabanel-Aussttellung im Wallraf

Wiedersehen mit einer vergessenen Venus

Der französische Kaiser Napoleon III. ließ sich von ihm porträtieren. Reiche Frauen reisten aus den USA an, um ihm Modell zu sitzen. Vor 150 Jahren war Alexandre Cabanel (1823-1889) der gut bezahlte Star der französischen Kunstszene. Und heute?

Sein Ruhm ist vergessen, er ist bestenfalls noch eine Fußnote in der Geschichte. Zu Unrecht, findet Andreas Blühm. Der Direktor des Wallraf-Richartz-Museum widmet dem gefeierten Salonmaler von einst jetzt eine große Einzelausstellung. Die Leihgaben kommen vor allem aus Frankreich und den USA, kein deutsches Museum besitzt eine seiner Arbeiten.

Die Bilderschau mit rund 80 Werken wurde aus dem südfranzösischen Montpellier übernommen, Cabanels Heimatstadt. Auch dort musste man ihn erst wiederentdecken. Denn zeitgemäß ist seine Kunst wahrlich nicht mehr – oder doch? Weggedrängt wurde sie von den Impressionisten, überrollt von den Abstrakten, keine Chance gegen die Pop-Artisten. Er malte das, was man heute respektlos „Schinken“ nennen würde. Riesige Formate, dramatische Szenen, oft aus der Bibel oder der antiken Sagenwelt. Bisweilen in der Monumentalität erstarrt. Oft mit viel nackter Haut – am bekanntesten dürfte da wohl Cabanels „Geburt der Venus“ (1863) sein. So konnte das Bedürfnis nach Erotik in einer prüde- schwülstigen Gesellschaft befriedigt werden. Auch die Sehnsucht nach Exotik erfüllte der Maler mit seinen Bildern.

Doch, sagt Blühm, Cabanel hat uns auch heute noch etwas zu sagen. Und meint damit nicht nur das Bild von Kleopatra, wie sie an zum Tode verurteilten das Gift testet, auf dass sie bald schmerzlos Selbstmord begehen kann. Der orientalische Prunk kommt einem bekannt – aus zahlreichen Hollywoodfilmen. Blühm nennt die Themen des Künstlers: Fremdenhass und Rache, Gewalt und vergebliche Liebe, damals so aktuell wie heute.

Nur die Art, wie er uns das sagt, sei uns fremd geworden. Mit Bewunderung aber steht man auch heute noch vor dem handwerklichen Können des Künstlers, Folge der strengen akademischen Ausbildung, die damals durchaus kritisiert wurde. Wunderbar modelliert sind seine Körper, in seinen Frauenporträts fasziniert die Wiedergabe der unterschiedlichen Stoffe, da schimmern Samt, Seide und zierliche Spitzen. Das ist die beste Fortsetzung der niederländischen Meister- Tradition. Das ausgestellte Originalkleid der porträtierten Bankierstochter van Loon-Borski (1887) erlaubt den direkten Vergleich.

Mit dem Engagement von Christian Lacroix als Ausstellungsarchitekt gelang dem Hausherrn ein weiterer Coup. Lacroix, international renommierter Modedesigner und Cabanel-Experte, verlegte erstmals einen Teppich im Museum, für die Wände entwarf er eine Tapete nach alten Interieur-Stichen. Eigentlich schade, dass er die Ausstellungsräume nicht – wie zunächst geplant – mit Palmen und Chaiselongues in einen richtigen „Salon“ verwandelte.

Die Ausstellung soll Cabanel der Vergessenheit entreißen. Das dürfte gelingen. Ihr sind viele Besucher zu wünschen. Und wenn es nur darum geht, einmal das zu sehen, was die Impressionisten besiegt haben.

„Alexandre Cabanel – Die Tradition des Schönen“ – bis 15.5., Wallraf- Richartz-Museum, Obenmarspforten, Di-Fr 10-18 Uhr, Do 10-22 Uhr (außer an Feiertagen), Sa und So 11 bis 18 Uhr, Eintritt 9,50/7,50 Euro. Katalog 25 Euro.

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