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The Mission live

Weihnachten mal düster und mal schmutzig

Das letzte Konzert ihrer Wintertour gaben die britischen Dark- und Gothicrockveteranen The Mission in Köln. Und schickten die Fans nach einer langen Packung dunkel-melancholischer Musik mit schlüpfrigem Weihnachtsgruß nach Hause.

Einen guten Schluck Rotwein, oder auch zwei, dazu etwas schrägen bis derben Humor, Musik aus der Düsterrock- bis Gothicrockecke - der Engländer feiert Weihnachten gerne mal auf die besondere, andere Art. Das machte Wayne Hussey mit seinen Bandkollegen von The Mission am Tage vor Heiligabend in der Live Music Hall bei ihrem letzten Auftritt der Wintertour 2013 deutlich.

Manchmal haben Streitigkeiten auch ihre guten Seiten, So im Falle von The Mission, deren Ursprung im Zwist von Andrew Eldritch mit Wayne Hussey und Craig Adams liegt. Vorbei mit The Sisters of Mercy für die letztgenannten und einfach mal eine neue Band gegründet. Mit Erfolg bis heute, wenn man zwei Auflösungen und Neuentstehungen mal außer acht lässt.  Nun stehen die beiden zusammen mit dem dritten Gründungsmitglied Simon Hinkler und dem Schlagzeuger Mike Kelly auf der Bühne, in Köln bejubelt von gut 1.000 Zuschauern.

Wie die Faust aufs Auge

Trotz dass die Zeit der Bandgründung schon über 25 Jahre her ist, die ersten Songs ebenso alt, packten die Musiker reichlich des alten Materials auf ihre Setlist: Mit "Serpent's Kiss" und "Naked and Savage" sogar zwei Lieder von ihrer ersten Veröffentlichung überhaupt, die als Maxi sieben Monate vor dem Debütalbum "Gods own Medicine" erschien. Problemlos bestanden die Titel neben brandneuen Songs wie "The Girl in the Fur Skin Rug" oder "Everything But The Squeal" vom Album "The brightest Light", welches im September 2013 erschien. Die Bezeichnung "Best-of-Konzert" passte für jenen Abend wie die Faust aufs Auge.

Verwunderung unter den bis dahin zufiedenen Zuschauern machte sich allerdings breit, als Hussey & Co. nach einer guten Stunde grußlos die Bühne verließen. Sollte dies tatsächlich der vorweihnachtliche Auftritt von The Mission gewesen sein, zu dem Fans sogar von Hannover, Freiburg oder Bielefeld anreisten? Nein, so spartanisch machten es sich die Musiker dann doch nicht, zwei Zugabenblöcke packte das Quartett aus, sodass letztendlich eindreiviertel Stunden Konzert für viele den Abend gelungen werden ließen.

Wenn - ja, wenn zum Ende hin nicht ein Weihnachtsmann über die Bühne getigert wäre, der schmutziges Liedgut über Father Christmas sang und in Humba-Version den Geschenkebringer Unzucht mit Rentieren treiben ließ. So mancher der Konzertgänger bemängelte, dass dieser Nonsensauftritt die schöne düster-melancholische Stimmung kaputt gemacht hätte. Der Humor der Briten treibt manchmal halt seltsame Blüten... (Foto: Helmut Löwe)

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