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Köxit und Lob für FDP

Stunksitzung, wenn Kanzlerin Merkel über ihren Scheißjob meckert

Die Stunksitzung, da kriegen die Großen der Welt durch die alternativen Karnevalisten ihr Fett weg und der Köxit macht Köln zur Republik. Lob gibt es auch: für die FDP. Und Kanzlerin Merkel meckert über ihren Scheißjob.

Von Jürgen Schön

Kaum zu glauben: Die „Stunker“ setzen auf eine starke FDP und zeigen Herz für Angela Merkel. In der 33. Auflage der „Stunksitzung“ zeigen sich die alternativen Karnevalisten in der Session 2016/2017 bissig wie eh und je. Die Premiere im E-Werk am 17. Dezember wurde nach vier Stunden begeistert gefeiert. Das vergangene Jahr 2016 hatte allerdings auch Einiges zu bieten, was der satirisch-karnevalistischen Nachlese bedurfte.

Und die Nachlese der Stunker blieb für Köln nicht folgenlos. Wie der Brexit: Köln folgt dem Beispiel der Briten und erklärt sich zu selbstständigen Republik Colonia Agrippina Lukas Podolski. Erste Köxit-Maßnahme: Alles Britische tilgen – aus Selfie-Stick wird Bilderstöckchen. Dumm nur, dass sich bald auch die Südstadt für unabhängig erklärt und die Keupstraße das Kalifat ausruft. Was am Ende zig Zollgrenzen für das Pittermännchen bedeutet. Und schließlich erklärt auch der Freund seinen Exit aus der Beziehung und die Bettritze zur Todeszone.

Nein, nicht allzu viel Gutes ist in der Zukunft zu erwarten. In der Schule pochen Lehrer auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach ihre religiösen Gefühle nicht beleidigt werden dürfen. Unter der Burka ist nicht zu erkennen, wer welche Lehrerin ist; der zu den Amish konvertierte Biolehrer unterrichtet keine Evolutionstheorie mehr. Nur der Sikh bringt ein bisschen Hoffnung mit: Als Vertreter der Kastensystems ist er mit einem Bierkasten unterwegs.

Bildergalerie: die Stunksitzung der Karnevalssession 2017

Speimanes fängt Putin, Trump und Erdogan ein

Das „Hänneschen-Theater“ ist auch dabei: Speimanes muss Putin, Trump und Erdogan einfangen, die aus der Idiotenkiste ausgebrochen sind. Hänsel und Gretel werfen den Versicherungsvertreter Herrn Kaiser in den Safe und leben glücklich bis sie nicht gestorben sind von dessen erbeuteten Provisionen auf Lebensversicherungen - Hänsels und Gretels Altersrente ist gesichert. Frauen üben Selbstverteidigung nach der Methode „3 S“ (Schreien-Stoppen-Stiftengeh’n), was besonders den Ehemännern als Trainingspartnern nicht bekommt.

Das 4711-Glockenspiel wird dank Mini-Segways lebendig und die fesche Tosca tanzt einen poetischen Pas-de-deux mit einem napoleonischen Soldaten. Schließlich kann man auch mit Emojis seine Liebe zeigen und der Therapeutin, die die Sprachhemmungen heilen soll, einen Heiratsantrag machen – auch wenn das bisweilen zu abenteuerlichen Deutungen führt.

Die Hausband „Köbes Underground“ überbrückt die Umbaupausen mit hervorragenden und einfallsreichen Coverversionen. Es gibt eine Ehrung des Literaturnobelpreisträgers Bob Dylan (sein "Mr.Tambourine Man“ wird zum „Schellentanzmann“ mit Choreinlage), aus "Ti Amo“ wird eine Hymne für den Thermomix (der auch Schrauben sortieren kann) und "Guantanamera“ wandelt sich in eine Eloge auf den Graskantenmäher. Da singt und schunkelt das Publikum begeistert mit und schon einer guten Stunde gibt es die erste (provozierte) Zugabe. Die muss dann auch Udo Lindenberg singen, als er den Höhner-Hit von der durstigen Karawane interpretiert.

Calli, Stivvels Jupp und Merkel als Gäste

Die zweite Halbzeit flacht ein bisschen ab. Sie lebt vor allem von Sitzungspräsidentin Biggi Wanninger. Als „Calli“ Calmund begrüßt sie die Übernahme von Monsanto durch Bayer Leverkusen. Schließlich werde es dank Gentechnik bald nicht nur einen Rudi Völler, sondern zehn geben. Und auch zehn „Callis“ seien möglich. Die tauchen dann auch wohlbeleibt auf. Pech nur, dass sie als erste am Büffet sind. Wanninger auch als Dauerbrenner Stivvels Jupp, der stammelnde Wortverdreher und „Think Tank“ des Kölner Karneval. Möge seine Vision des selbstfahrenden Rosenmontagszugs nie Wirklichkeit werden!

Und die FDP? Sie entpuppt sich als Hoffnung, als dicker Fisch, der die AfD bei der anstehenden Bundestagswahl in die Tiefe reißt. Ein Glück für die anderen etablierten Parteien, die vergebens nach Argumenten gegen die erfolgreiche Rechts-Fischerin Frauke Petry angeln. Und Angela Merkel? Anne Rixmann als Bundeskanzlerin liefert hier eine der besten Nummern der Sitzung. Schimpft über ihren Scheiß-Job, will Bayern gegen die Krim tauschen (mit Mecklenburg als Zugabe), gesteht, das Böhmerman-Gedicht über Erdogan geschrieben zu haben (nur mit der Veröffentlichung hat sie nicht gerechnet). Sie weiß auch ohne Proktologe zu sein, wer ein Arschloch ist. Und die Kanzlerkandidatur? Mal seh’n.

Bis zum 28. Februar stehen 53 Auftritte der Stunksitzung im E-Werk auf dem Programm.

Restkarten in der Kartenbörse unter www.stunksitzung.de

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