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Unbedingt ansehen

Gefeierter "Rigoletto" in der Kölner Oper

Von EDGAR FRANZMANN

Das Kölner Opernhaus wird in wenigen Wochen geschlossen, ein mehrjähriger Sanierungsumbau steht an. Um so mehr sollte jeder die Chance nutzen, die jüngste Produktion anzusehen: Verdis "Rigoletto" begeistert mit hinreißender Musik und großartigen Stimmen.

Victor Hugos Drama "Le roi s'amuse" (Der König amüsiert sich) war die Vorlage für den Opernstoff. Aus dem französischen König wird bei Verdi ein anonymer Herzog von Mantua, der hemmungslos seine Gelüste auslebt, reihenweise Frauen schändet, ob verheiratet oder jungfräulich. Der Hofstaat beklatscht ihn, Hofnarr Rigoletto verspottet die Opfer obendrein und fordert sogar die Hinrichtung, als der Vater einer missbrauchten Tochter sich beklagt und Rigoletto verflucht.

Die Oper beginnt mit einer solchen Orgie am Hofe, Regisseurin Katharina Thalbach inszeniert das deftig, ein lüsterner Liebesgott präsentiert einen mannshohen Penis, der Herzog bedrängt ungeniert eine verheiratete Gräfin, es geht zur Sache.

Zum Glück verzichtet Regisseurin Katharina Thalbach im Laufe der Inszenierung auf jeden weiteren Klamauk. Nachdem das Thema deutlich gesetzt ist, triumphieren nur noch die Musik und die Stimmen.

Bariton Markus Brück als "Rigoletto" überzeugt als Sänger wie als Schauspieler. "Gilda", seine behütete Tochter, wird von der moldawischen Sopranistin Anna Palimina wunderbar gesungen.

Als sie heimlich ihren Geliebten trifft, sie hält ihn für einen armen Studenten, aber es ist der geile Herzog, erhebt Thalbach das junge Paar wortwörtlich in die Höhe und konstruiert ihnen ein kleines Zimmerchen, das wie ein Verstärker für die Stimmen wirkt. Auch durch diese Hilfe wird das erste Duett zwischen "Gilda" und dem Herzog, gesungen von dem russischen Tenor Dmitry Korchak, zu einem Hochgenuss.

Korchak ist ein Kerl von einem Mann, der im Feinripp-Unterhemd seine Muskelpakete zeigen darf, ein echter Hingucker und ein Tenor der Extraklasse. Nur einmal, beim berühmten "La donna è mobile" (Ach, wie so trügerisch), wenn es zum Schluss in allerhöchste Höhen geht, muss er ein wenig pressen, was aber dem guten Gesamteindruck keinerlei Abbruch tut.

Verdi wusste, welche Hits er in seine Oper eingebaut hatte, die Noten für "La donna è mobile" hielt er bis zum Tag der Premiere geheim, damit das Lied nicht schon vorzeitig zum Gassenhauer werden konnte. Die Oper enthält noch viele weitere herausragende Meldodien, an diesem Abend erklingen sie in bestechender Qualität. Das Gürzenich-Orchester unter dem Franzosen Alain Altinoglu ist in Höchstform, Chor und Solisten begeistern.

Die Oper kulminiert in einer fasinierenden Schlussszene. "Gilda" war entführt und vom Herzog missbraucht worden, "Rigoletto" hatte Rache geschworen und einen Mörder gedungen, der den Herzog erstechen sollte, aber stattdessen Rigolettos Tochter ermordete und in den Leinensack steckte, der für den Leichnam des Herzogs bestimmt war. Rigoletto will den Toten eigenhändig versenken und muss entdecken, dass die geliebte Tochter Opfer seiner eigenen Rache geworden ist.

Markus Brück und Anna Paliminamachen aus diesem dramatischen Finale einen großartigen Höhepunkt einer denkwürdigen Aufführung.

Sehr großer Beifall und Bravo-Rufe des Publikums.

Weitere Aufführungen: 18./21./23./25. März, Tickets: 10 bis 66 Euro.

Weitere Informationen auf der Website der Oper.

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