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"Wer aus mir trinkt, wird ein Reh"

Theater der Keller erklärt, wie Wagner funktioniert

Von Jürgen Schön

Opern sind schon etwas ganz Besonders. Die Texte sind oft nicht zu verstehen, doch allein die Musik vermag beim Publikum die tiefsten Gefühle zu wecken. Wie das funktioniert – oder funktionieren könnte –, untersucht das Theater der Keller in seinem Stück „Wer aus mir trinkt, wird ein Reh“ am Beispiel von Wagners „Tristan und Isolde“: Ein intelligentes und anspruchsvolles Spiel rund um die Musik und die Liebe, das jetzt seine Uraufführung hatte.

In der Mitte der Bühne stehen drei U-förmig angeordnete Klaviere – gleichsam die sturmreife Trutzburg der Musik. Beherrscht wird sie, stets mit dem Rücken zum Publikum, von Ewald Gutenkunst. Kabarettfans kennen ihn als Pianist des Klüngelpütz-Theaters, hier zeigt er sein Können als Wagner-Interpret. Um und mit dieser Burg spielt sich dann unter der Regie von Eva-Maria Baumeister das Geschehen ab.

Autorin Daniela Dröscher erzählt die Geschichte zweier Liebespaare. Da sind zum einen die „Vorbilder“ Tristan und Isolde. Einfühlsam gesungen von Paul Lyon, an vielen Bühnen beschäftigter Tenor, und Ute Eisenhut, eine Sopranistin, die auf vielen Genres zu Hause ist. Sie singen die zentralen Duette und Solo-Arien der Wagner-Oper mit wunderbaren Stimmen, aber mit dem Textverstehen hat das Publikum so seine Schwierigkeiten. Oper halt. Ein gewisses Vorwissen um die Handlung wäre da nicht schlecht, Programmhefte garantieren da heute keine Hilfe.

Wagners Musik beflügelt das andere, „moderne“ Liebespaar, auch dies überzeugend und facettenreich gespielt von Jean Paul Baeck und Fiona Metscher. Per Kopfhörer tauchen sie in die Opernwelt ein. Sie ist romantisch, vielleicht ein bisschen naiv, Musik schließt ihr Herz auf. Er hasst Gefühle, kennt sich aus und gibt den coolen Macker. Diese „klassischen“ Geschlechterrollen ziehen sich durch das ganze Stück. Hätten sie die Wahl, ein Tier zu sein, wäre er am liebsten ein Wolf und sie ein scheues Reh. Was für ihn der Anlass ist, sich über „Bambi“ und den Disney-Film als heile Tierwelt, bevölkert nur von bösen Menschen, lustig zu machen.

Doch dann packt auch ihn die Musik, sie macht ihn traurig, weckt den Schmetterling in seinem Bauch. Oder tut er nur so? Jedenfalls kommt es zu dem, was er von Anfang an wollte und was sie, die „reine“ Liebe“ suchend, zunächst verweigerte. Und nach dem On-Night-Stand macht er sich ganz Macho aus dem Staub. Sie sinkt mit dem Sängerpaar in den ewigen Schlaf. Bei Wagner entkommt Tristan diesem Schicksal nicht.

„Wer aus mir trinkt, wird ein Reh“ – weitere Termine: 20. bis 23.9., 6. bis 8.9., jeweils 20 Uhr, Theater der Keller, Kleingedankstr. 6, 50677 Köln, Karten: Tel. 02 21 / 31 80 59 (Mo-Fr 10-17 Uhr)

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