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Theaterfestival Impulse

"Woyzeck" lautstark in der Alten Feuerwache

Dass das Drama „Woyzeck“ von Georg Büchner mitnichten nur als langweilige Schullektüre taugt, zeigte Regisseur Boris Nikitin am Donnerstagabend in der Alten Feuerwache. Das Publikum schonte er dabei nicht.

von Julia Schmitz

Von der Decke hängt ein Kuddelmuddel aus Kabeln und Mikrofonen, auf dem schwarzen Boden liegen Scheinwerfer. Mittendrin ein Stuhl, ein Tisch, ein Radio. Dass die Bühne in der Alten Feuerwache an diesem Abend aussieht, als hätte jemand das eigentliche Bühnenbild vergessen aufzubauen, ist Absicht: Wie das Drama um „Woyzeck“ ist auch diese Inszenierung noch ein Fragment. Doch während Büchner durch seinen verfrühten Tod um die Vollendung des Stückes gebracht wurde, wird die Version des Regisseurs Boris Nikitin bei jeder Aufführung erweitert.

„Was spricht da?“ Es ist diese eigentlich eher harmlose Frage, die das zentrale Thema des Dramenklassikers ausmacht. Wird Woyzeck tatsächlich beobachtet, oder sind es nur die wirren Stimmen in seinem Kopf die ihn Tag und Nacht verfolgen und ihn letztendlich um den Verstand bringen? Doch Nikitin geht es an diesem Abend nicht darum, den Originaltext nachzuplappern, „auch wenn die Leute stets nach Texttreue schreien“, wie er im Anschluss erklärt. Für ihn – und somit auch für den einzigen Schauspieler Malte Scholz – geht es hier vielmehr um die Frage nach der „geistigen Zurechnungsfähigkeit“, dessen Begriff erst mit dem Büchner-Drama Einzug in das Rechtswesen fand.

Sprachwasserfall und Kunstnebel

Und natürlich um den Zustand des Textes als Fragment. Und so lässt er Scholz drauflos plappern wie einen Wasserfall: Da geht es um geistiges Eigentum, die Definition von Tod wie sie im Bürgerlichen Gesetzbuch zu finden ist, um Einnahmen und Ausgaben und das alles in einer rasenden Geschwindigkeit, dass die Zuschauer in der Flut von Informationen und dem wabernden Kunstnebel fast den Boden unter den Füßen verlieren.

Zwischendurch liest Scholz vereinzelt Passagen aus dem Stück - leider ungefähr so enthusiastisch, als hielte er eine Packungsbeilage für ungenießbaren Hustensaft in der Hand. Nach knappen anderthalb Stunden und einer gespielten Diskussionsrunde, ohrenzerstörendem Gequietsche und ein paar fiktiv-realen Informationshäppchen über den Schauspieler bleibt das Publikum eher ratlos zurück. Womit die Absicht eines Fragments wohl sehr passend getroffen ist. 

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