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„Waisen“ im Theater der Keller

Theaterpremiere: Ehemann wird aus Liebe zum Mörder

Von Jürgen Schön

Helen und Danny bereiten sich auf einen gemütlichen Abend vor. Da bricht Helens Bruder Liam in die erhoffte Idylle. Sein Hemd ist blutverschmiert – was ist passiert? Ein Unfall? Liam verwickelt sich in Widersprüche. Die Idylle bröckelt, zerbricht. Mit dem Stück „Waisen“ mutet das Theater der Keller seinem Publikum einen dicken Brocken zu.

Helen (Katharina Waldau) und Liam (Moritz Heidelbach) haben früh ihre Eltern verloren. Sie suchte sich schon als Schülerin ein „besseres soziales Umfeld“. Er verlor durch die Trennung seinen Halt, glitt ins kriminelle Milieu ab, konnte aber immer auf die Hilfe seiner Schwester bauen.

Schon bald ahnt der Zuschauer, dass es kein Unfall war. Dass es kein hilfloser Passant war, dem Liam helfen wollte und sich dabei sein Hemd verschmiert hat. Dass Liam der Angreifer war. Dannys (Arne Obermeyer) Proteste und moralische Appelle werden von Liam mit rassistischen Argumenten gekontert: Schließlich habe er sich an einem der Jugendlichen gerächt, die zuvor Danny – den friedlichen Gutmenschen im besten Sinne – tätlich und ohne Gegenwehr angegangen waren.

Nun bittet er Helen – und die wiederum Danny – ihm zu helfen: Das Opfer lebt noch und könnte Liam der Polizei melden. Welche Moral gilt nun, welche Familienbande zählen mehr: die der Geschwister oder die der Eheleute? Danny gibt den Bitten seiner Frau nach – und wird sehenden Auges zum Mörder. Ob er tatsächlich Trost findet in dem Satz „Ich bin kein Feigling mehr“?

Eine brutale Pointe steht am Schluss, die die Sinnlosigkeit des Geschehen konsequent auf die Spitze treibt. Und egal wie und für oder gegen wen sich die Protagonisten am Ende entscheiden – es kann nur falsch sein.

Jedes Detail der Inszenierung stimmt

Mit kaltem, nüchternen Blick seziert der britische Autor Dennis Kelly den Zerfallsprozess dieser komplizierten Dreierbeziehung und der gesellschaftlichen Koordinaten. Ebenso nüchtern inszeniert Sandra Reitmayer die 90 Minuten im Stil eines Lehrstück. Präzise sitzt jede Geste, jeder Gesichtsausdruck, jeder emotionale Ausbruch. Kurz: Jedes Detail ist stimmig zuende gedacht. Streng führt Reitmayer die drei stets überzeugenden Akteure, deren Spiel immer glaubhaft bleibt, an der Leine, sie erlaubt ihnen kein Entkommen aus Angst und verzweifelter Hoffnung.

Auch das Publikum kann der schicksalhaften Geschichte nicht entkommen. Gebannt verfolgt es wie bei einem Laborversuch, was ihm da in einem kargen Bühnenbild zugemutet wird – am Schluss entlädt sich die Spannung in lautem Beifall.

Waisen“ – weitere Termine: 28. September, 3., 11. und 12., 19. und 20. Oktober, jeweils 20 Uhr, ), Theater der Keller, Kleingedankstr. 6, 50677 Köln, Karten: Tel. 02 21 / 31 80 59 (Mo-Fr 10-17 Uhr),

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