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"Glaubenskämpfer" begeistern das Publikum

Schauspiel Köln macht sich auf die Suche nach Religion und Glaube

 

Von Jürgen Schön

Wir leben in einer säkularen Gesellschaft. Denken wir. Denn immer mehr bestimmt Religion den öffentlichen Diskurs. Angefeuert vor allem durch religiöse Fundamentalisten – Juden, Christen und Moslems. Mit „Glaubenskämpfer“ bietet sich das Schauspiel Köln an, über Glauben nachzudenken – und erntet dafür nach zwei Stunden langen und heftigen Premierenbeifall.

Dabei ist es keine leichte Kost. Auf einer kahlen Bühne, die bestimmt wird durch zwei große weiße bewegliche Wände, verzichtet Regisseur Nuran David Calis auf dramatische und optische Effekte, setzt alles auf die Sprache, auf Monologe und Dialoge bis hin zu wilden Streitereien über den Glauben. Es ist eine „TV-Talkshow“ auf einem Niveau, das so im Fernsehen nie erreicht werden kann (schließlich ist hier alles inszeniert, nichts zufällig).

Wie schon in „Die Lücke“ über das Miteinander-Leben in Köln nach dem NSU-Anschlag in der Keupstraße bringt er auch hier Schauspieler und Laien zusammen. Dabei übernehmen die Profis (Mohamed Achour, Martin Reinke, Simon Kirsch, Annika Schilling) die Rolle der „Moderatoren“, treiben die Diskussion voran, bringen Klischees ins Spiel, stellen die Fragen – und dabei auch ihre eigenen Vorstellungen über den Glauben (oder Nicht-Glauben) und – wie Achour – Erfahrungen mit religiösem Rassismus zur Diskussion.

Sehr viel persönlicher wird es bei den Laien. Neben Ismet Büyük, Vorstandsmitglied der IG Keupstraße, und Kutlu Yurtseven („Microphone Mafia“) sind dies vor allem die Nonne Johanna Domek, Avraham Applestein, Vorstandsmitglied der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln, Muslimin Ayfer Sentürk Demir sowie Moslem und Ex-Salafist Dominic Schmitz als Vertreter der drei monotheistischen Weltreligionen. Sie erzählen, wie sie zum Glauben kamen und was er ihnen bedeutet: Für keinen war es ein leichter Weg, es war ein Kampf um Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, weitere Zweifel nicht ausgeschlossen. Es sind sehr persönliche, berührende und nachdenklich stimmende Bekenntnisse.

Es geht nicht um eine Text-Exegese der jeweils heiligen Schriften. Es geht um das Gemeinsame, das Verbindende dieser Religionen: den Aufruf zur Mitmenschlichkeit, der allen inne ist. Eine Utopie, dass alle einmal danach leben? Die negativen Schlagzeilen dazu macht aktuell der selbsternannte „Islamische Staat“ – und er bestimmt im „Westen“ das Bild des Islam als intolerante Religion. Und so zieht spätestens mit dessen bombastischen Hassvideo die Politik ins Theater ein.

Calis gelang es auch, den konvertierten Islamisten Bernhard Falk per Video auf die Bühne zu holen. Ebenso die Pegida-Frontfrauen Melanie Dittmer und Ester Seitz mit ihren Hetz- und Hassparolen. „Wird das mit dem Christentum verbunden?“, fragt Yurtseven. Er erinnert an das erste Ramadan-Gebet in Köln: Es durfte im Dom stattfinden.

„Glaubenskämpfer – Eine Religionssuche zwischen Kloster, Moschee und Synagoge“ – nächste Vorstellungen: 11. und 23. März, 3. April, jeweils 19.30 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim, hier Tickets online bestellen.

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