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Schauspieler bauen eine Eisenbahn

Neuer Schauspielchef gibt Einstand mit "Streik"

Von Jürgen Schön

Eisenbahnmagnatin Dagny Taggart sagt es ehrlich: Sie will Geld verdienen. Der Staat allerdings hat etwas dagegen. Er will die Wirtschaft kontrollieren, Preise, Produktion und Unternehmensgefüge auf dem Status quo halten. Mit der Dramatisierung des über 1000-seitigen US-Longsellers „Der Streik“ von Ayn Rand stellt sich Kölns neuer Schauspielchef Stefan Bachmann seinem Publikum vor: einfallsreich und mutig wagt er sich aufs politische Eis. Am Ende kurzer, knackiger Premierenbeifall.

Eine krude Gesellschaft versammelt sich auf der Bühne. Da ist die Familie, die ihr Geld mit Eisenbahnen macht und die Schwester dem Bruder beweisen will, dass sie mehr vom Geschäft versteht. Zwei konkurrierende Stahlbarone. Bestechliche Politiker und Gewerkschafter, Wissenschaftler, die sich vor der Verantwortung drücken. Ein Journalist. Eine eifersüchtige Ehefrau. Sonnenbebrillte Guerilla-Kämpfer. Anfangs kämpft jeder für sich – und am Ende haben sich Unternehmer und Gewerkschafter gegen den Staat verbündet: Streik!

Der wird angeführt vom legendären, seit Jahren verschwundenen John Galt (Guido Lambrecht). Angeblich soll er das versunkene Atlantis wiedergefunden haben. Und er hat einen Motor erfunden, der seine Energie direkt aus der Atmosphäre bezieht. Er taucht wieder auf und erschöpft das Publikum in einem langen Monolog, in dem er die Vorzüge der Individualität gegenüber der Gleichschaltung preist.

Larissa Aimée Breidbach, Nicola Gründel, Melanie Kretschmann, Birgit Walter, Nikolaus Benda, Christian Hockenbrink, Gerrit Jansen, Simon Kirsch, Niklas Kohrt, Guido Lambrecht, Seán McDonagh, Jörg Ratjen, Martin Reinke und Torsten Peter Schnick bewältigen die gut vier Stunden Spielzeit mit Bravour und vollem Einsatz. Schrecken auch vor körperlicher Arbeit nicht zurück. Die ehemalige, unverkleidete Fabrikhalle gibt Bachmann das ideale Ambiente für die Geschichte, ihre 30 Meter Breite schrecken ihn nicht ab. Hier kann er es ordentlich krachen lassen. Buchstäblich. Eine Eisenbahnlinie fliegt in die Luft. Sektkorken knallen. Es wird geschossen. Nackte Haut gibt es obendrein.

Aktuelle politische Diskussionen

Ein alter DDR-Laster rumpelt auf die Bühne, kippt krachend Schotter ab. Eine gute Viertelstunde darf das Publikum zusehen, wie eine meterlange Eisenbahnlinie gebaut wird, Schwellen gelegt und die Gleise darauf befestigt werden. Untermalt von Musik (Sven Kaiser), die einem Spaghetti-Western entstammen könnte. Später liefern Melanie Kretschmann (als Dagny Taggart) und Jörg Ratjen (als ihr Stahllieferant und Liebhaber auf Zeit) auf den Gleisen eine poetische Balancenummer gegen die Windmaschine ab: So risikobehaftet ist das Unternehmertum.

Bachmann mischt sich mit diesem Stück in eine aktuelle politische Diskussion ein: Wie weit darf sich ein Staat in Wirtschaft und Gesellschaft einmischen? Wie egoistisch darf ein Mensch sein? Geht Eigennutz vor Gemeinwohl? Wer bestimmt die Moral? Wenn er allerdings einen Roman, der allgemein als Blaupause für die Politik der US-Republikaner gilt, die mit Schaum vorm Mund gegen jede staatliche Intervention und starke Gewerkschaften predigen, so auf die Bühne bringt, besteht die Gefahr, dass die Auseinandersetzung damit in schönen Bildern untergeht.

Der Streik“ – weitere Termine: 15., 19., 20., 27. Oktober
Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim.

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