• Home
  • Sa, 21. Okt. 2017
  • Stadtplan
  • cologne.de
  • Branchen
  • KoelnMail
  • Experten

Shakespeare im Theater der Keller

"Ich dachte, Hamlet wäre ein Film mit Mel Gibson!"

Kann man die gesammelten Werke Shakespeares in nur zwei Stunden auf die Bühne bringen? Das Theater der Keller wagt den Versuch und präsentiert einen aberwitzigen Abend, der nicht nur Shakespeare-Kenner zum Lachen bringt.

von Julia Schmitz

Auf der kleinen Bühne des Theater der Keller sieht es aus wie in einer Kleiderkammer: zwei lange Stangen sind offenbar mit dem kompletten Theaterfundus behängt, in der Mitte dient ein roter Vorhang als Umkleide-Kabine. Denn bei 37 Stücken des englischen Dichters mit insgesamt 1834 Rollen, aber nur drei Schauspielern, bleibt für langatmige Kostümwechsel keine Zeit. 

Aber in dieser Inszenierung geht es auch gar nicht darum, die Werke detailgetreu aufzuführen - was bei einer Spielzeit von knapp zwei Stunden sowieso äußerst schwierig wäre. Vielmehr werden die bekannten Dramen herausgepickt und im Schnelldurchlauf auf die Bühne gebracht. Auf die wichtigsten Elemente reduziert, kommen so auch die Zuschauer voll auf ihre Kosten, die sich im Shakespeare'schen Werk nicht auskennen wie in ihrer eigenen Westentasche.

Titus Andronicus als Fernsehkoch

So wird "Othello" kurzerhand in einen feurigen Rap gepackt, bei dem die Schauspieler mit Baseball-Kappen energisch über die Bühne hüpfen. Und aus dem blutrünstigen und rachsüchtigen König Titus Andronicus wird ein charmanter Fernsehkoch mit Jean Pütz-Dialekt, der aus den Vergewaltigern seiner Tochter einen schmackhaften Sonntagsbraten zaubert - denn die Dramen des Barden "sind eigentlich viel komischer als die zahlreichen Komödien". Und weil die  sowieso immer aus den gleichen Bestandteilen zusammengesetzt sind, heißt es, werden die 16 Komödien einfach zu einer einzigen zusammengestaucht. 

Was André Würde, Robert Oschatz und Markus Wilharm hier in der Inszenierung von Herbert Wandschneider auf die kleine Bühne bringen, ist so lustig, dass man als Zuschauer aus dem Lachen überhaupt nicht heraus kommt. Da stört es auch nicht weiter, dass das Stück gelegentlich etwas zu klamaukig wird, zum Beispiel mit Hamlets Vater als Bettlakengespenst oder Romeo als jammerndem Weichei.

Die drei Herren schlüpfen mit jeder Requisite in eine neue Rolle, für die Verwandlung genügt eine strähnige Perücke oder ein glitzernder Umhang. Obwohl ihnen nur wenig Zeit zur Verfügung steht, wird jeder einzelne Charakter dennoch bis in die feinsten Verästelungen ausgespielt. Zwischendurch sind die Schauspieler immer wieder sie selbst, streiten sich über die einzelnen Werke: "Ich dachte, Hamlet wäre ein Film mit Mel Gibson!" Das ist Theater pur - nicht nur für Liebhaber der englischen Literatur. 

Weitere Aufführungen am 16., 29. und 30. Mai 2010.

Stückbrief:
Peter: Robert Oschatz
Chris: Markus Wilharm
Jon: André Würde
Inszenierung: Herbert Wandschneider
Ausstattung: Sven Hansen
Requisite: Kora Ott

Onlinespiele

teaser_big_bubbles.jpg
Schießen Sie Ihre Bubbles auf mindestens zwei gleichfarbige Blasen und bringen Sie diese zum Platzen. Achtung! Suchtgefahr!   Jetzt Bubbles spielen!
teaser_big_exchange.jpg
Bilden Sie Reihen aus mindestens drei Steinen. Wenn Sie es schaffen, vier oder fünf Steine miteinander zu kombinieren, bekommen Sie mächtige Bonussteine!  Jetzt Exchange Classic spielen
spiele_mahjong-koelsch-foto_225.jpg
Mahjong op kölsche Aat - können Sie alle Steine entfernen? Mit Dom, Rhein, Karneval und Halver Hahn.  Mahjong spielen